Charles Robert (Rob) Scott-Shaw (* 18. September 1953 in Kapstadt; † 9. Dezember 2012 in Pietermaritzburg) war ein südafrikanischer Botaniker und Naturschützer. Er spezialisierte sich auf Wald- und Grünlandökologie, Managementpläne für Schutzgebiete, Vegetationskartierung, Systematik der Wolfsmilchgewächse sowie Weidemanagementpläne, einschließlich der Überwachung von Umweltverträglichkeitsprüfungen.
Leben Scott-Shaw erwarb 1977 an der Universität von Natal in Pietermaritzburg seinen Bachelor-Abschluss mit Auszeichnung in Pflanzenökologie und anschließend 1978 an der Universität Kapstadt ein Higher Diploma in Education. Mehr als zehn Jahre unterrichtete er an weiterführenden Schulen, bevor er 1989 zum Natal Parks Board (heute Ezemvelo KZN Wildlife) wechselte, wo er 24 Jahre lang als Naturschutzwissenschaftler für Botanik tätig war. Berufsbegleitend schloss er 1991 an der Universität von Natal seinen MSc in Botanik ab. Seine Masterarbeit mit dem Titel A Taxonomic Revision of the Acalypha peduncularis E. Mey ex Meissner (Euphorbiaceae) complex in Southern Africa beschäftigte sich mit einer taxonomischen Überarbeitung des Acalypha-peduncularis-Komplexes im südlichen Afrika, wobei sowohl phylogenetische als auch pflanzengeografische Aspekte untersucht wurden.
Scott-Shaws Arbeit bei Ezemvelo KZN Wildlife umfasste den Aufbau eines Naturschutzprogramms, das etwa 6000 Pflanzentaxa erfasste und von einer zunächst sehr unvollständigen Informationsgrundlage ausging. Zu seinen Aufgaben gehörten außerdem die Betreuung des Donald-Killick-Herbariums, die enge Zusammenarbeit mit im Gelände tätigen Mitarbeitern und der Genehmigungsabteilung, Sicherungsmaßnahmen für gefährdete Pflanzenbestände, Umsiedelungen von Pflanzenarten und deren Überwachung, die Überarbeitung einschlägiger Rechtsvorschriften, die Mitarbeit an CITES-bezogenen Angelegenheiten sowie Beiträge zur Aktualisierung der Südafrikanischen Roten Liste der Pflanzenarten des South African National Biodiversity Institute.
In seiner späteren Tätigkeit beriet er bei Erschließungsprojekten und Umweltverträglichkeitsprüfungen, modellierte die Verbreitung von Pflanzenarten für den provinziellen systematischen Naturschutzplan und arbeitete an Berichten über den Zustand der Biodiversität (State of Biodiversity Reports) mit. Er war maßgeblich an der Entwicklung einer Vegetationskarte für die Provinz KwaZulu-Natal beteiligt und Mitglied des National Vegetation Committee.
Ein Teil seiner jüngeren Forschungsarbeiten beschäftigte sich mit der Diversität krautiger Pflanzen in den artenreichen mesischen Grasländern. Diese Untersuchungen trugen zu einem besseren Verständnis des Wertes von Kräutern als wesentlichem Bestandteil gesunder Graslandökosysteme bei und vertieften die Erkenntnisse darüber, wie Muster der Zusammensetzung und Vielfalt krautiger Pflanzen durch Umweltbedingungen und Störungen beeinflusst werden. Seine Forschung bildete eine Grundlage für die Entwicklung vorläufiger Richtlinien zum Naturschutzmanagement beweideter Grasländer.
Scott-Shaws spätere Arbeiten konzentrierten sich auf die Vielfalt und Integrität von Wäldern. Er interessierte sich besonders für Langzeitbeobachtungen und Langzeitforschung und war daher an den Brotherton Trials am Cathedral Peak im UNESCO-Welterbe Maloti-Drakensberg-Park sowie an der Wald-Dauerbeobachtungsfläche bei Beacon Hill, Umtamvuna, beteiligt.
Ende der 90er Jahre führte er Erhebungen im Tsehlanyane-Buschwald im Distrikt Leribe in Lesotho durch, bevor dieser zum Nationalpark erklärt wurde.
Er war Autor des Buches Rare and Threatened Plants of KwaZulu-Natal and Neighbouring Regions. Zudem wirkte er an der Kartierung mit, die für die von Elsa Pooley verfassten Werke Field Guide to Wild Flowers of KwaZulu-Natal and the Eastern Region sowie Mountain Flowers: a Field Guide to the Flora of the Drakensberg and Lesotho verwendet wurde.
Er war Co-Autor mehrerer Kapitel des Buches The Vegetation of South Africa, Lesotho and Swaziland und veröffentlichte gemeinsam mit anderen Autoren wissenschaftliche Arbeiten in Fachzeitschriften. Über viele Jahre war er Mitglied der Grassland Society of Southern Africa und der Botanical Society of South Africa und stellte seine Forschungsergebnisse regelmäßig auf diesen und anderen nationalen Fachveranstaltungen vor. Er arbeitete eng mit dem Grassland Program, dessen Arbeitsgruppen für Landwirtschaft und Forstwirtschaft sowie mit dem Programm Custodians of Rare and Endangered Wildflowers (CREW) des South African National Biodiversity Institute zusammen.
Literatur Hugh F. Glen, Gerrit Germishuizen (Hrsg.): Botanical exploration of southern Africa. 2. Aufl., Strelitzia 26, South African National Biodiversity Institute, Pretoria 2010, ISBN 978-1-919976-54-9, S. 389. (Online auf biodiversitylibrary.org)
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