Jacques d’Aubert (* 16. Dezember 1769 in Kopenhagen, Dänemark; † 11. Dezember 1844 in Pisa, Italien) war ein dänischer Offizier der Artillerie und Generalkriegskommissar.
Biographie Herkunft Jacques d’Aubert wurde in Kopenhagen als Sohn des dänischen Oberstleutnants François Jacques Xavier d’Aubert (1725–1793) und dessen Ehefrau Juliane Marie, geborene Bang (1748–1834), geboren. Sein Vater war wegen eines Duells aus Frankreich geflohen und nach Dänemark ausgewandert; er wurde 1776 in den dänischen Adelsstand erhoben. Sein Bruder war der dänisch-norwegische Ingenieuroffizier Benoni d’Aubert (* 4. August 1768; † 21. April 1832).
Karriere Jacques d’Aubert trat 1776 als Artilleriekadett in die dänische Armee ein. 1781 wurde er Sekondeleutnant, 1787 Premierleutnant, 1791 erhielt er den Charakter eines Stabskapitäns und stieg 1796 zum wirklichen Stabskapitän auf. Im Jahr 1802 wurde er zum Kompaniechef ernannt. Es folgten Beförderungen zum charakterisierten Major (1807) und zum wirklichen Major (1813). Im Jahr 1812 wurde er charakterisierter Oberstleutnant. 1813 wurde er – als Nachfolger von Oberstleutnant Wenzel Haffner – Militärkommandant im französisch besetzten Altona. 1814, nach dem Kieler Frieden und dem Kriegseintritt Dänemarks auf Seiten der Koalition, war d’Aubert Mitglied der Kommission zur Leitung der Verwaltung und Rücknahme der Herzogtümer Schleswig und Holstein, wo seit 1813 russische Kosaken standen.
1816 wurde d’Aubert wirklicher Oberstleutnant sowie Chef der Holsteinischen Artilleriebrigade. Bereits 1814 war ihm der Charakter eines Obersts verliehen worden und 1815 wurde er dänischer Kammerherr. 1819 schied er aus dem aktiven Militärdienst aus und wurde zum Generalkriegskommissar (: generalkrigskommissær) ernannt.
1825 veröffentlichte er in Paris seine Memoiren über die Ereignisse in Hamburg im Jahr 1813. Darin äußerte er sich sehr verbittert über die dänische Kriegsführung – zu dieser Zeit noch an der Seite der Franzosen – und erhob unglückliche Anschuldigungen gegen Friedrich von Hessen-Kassel, zu der Zeit kommandierender dänischer General, mit dem d’Aubert mehrfach aneinandergeraten war. Der König ließ d’Aubert daraufhin vor ein Kriegsgericht stellen; dieses verurteilte ihn zum Verlust seines Amtes und zu sechs Jahren Verbannung. Der König wandelte das Urteil in eine einfache Entlassung aus dem Dienst sowie eine Haftstrafe auf unbestimmte Zeit (nach königlichem Ermessen) um. Während seiner Haft im Kastell von Kopenhagen beging d’Aubert jedoch erneut Verfehlungen, indem er Briefe an den König und andere Personen verfasste; infolgedessen wurden die Haftbedingungen zeitweise verschärft. 1827, nach zweijähriger Haft, wurde er begnadigt und erhielt eine erneute Entlassung aus dem Dienst, verbunden mit einer Pension. Er reiste nach Deutschland, ließ sich in Oldenburg nieder und starb am 11. Dezember 1844 in Pisa.
Familie D’Aubert heiratete 1792 Christine Sophia Caroline von Destinon (getauft am 4. Februar 1769; † 24. Januar 1809), eine Tochter des dänischen Generalmajors Johannes von Destinon.
Werke (Auswahl) Denkschrift über die Ereignisse welche sich auf die Wiederbesetzung von Hamburg durch die Franzosen beziehen. Paris. 1825.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Artillerist (Dänemark-Norwegen) Kategorie:Person in den Koalitionskriegen (Dänemark-Norwegen) Kategorie:Kammerherr (Dänemark) Kategorie:Autor Kategorie:Befehlshaber einer Brigade Kategorie:Kriegskommissar Kategorie:Adliger (Dänemark) Kategorie:Däne Kategorie:Geboren 1769 Kategorie:Gestorben 1844 Kategorie:Mann