mini|Mario Bernasconi: Virgo potens, 1943, Saltrio-Stein, 220 × 85 cm, Kathedrale San Lorenzo, Lugano Mario Bernasconi (* 13. Februar 1899 in Pazzallo, heute Quartier von Lugano; † 19. März 1963 in Viganello, heute Quartier von Lugano) war ein Schweizer Bildhauer.

Leben Mario Bernasconi wurde zunächst bei Luigi Vassalli, für den er auch Modell stand, und ab 1917 im Atelier von Giuseppe Foglia ausgebildet.Vinicio Salati: Mario Bernasconi. In: Azione. 8. Mai 1952, S. 2 (online). 1921 erhielt er ein eidgenössisches Stipendium, das drei Jahre lang erneuert wurde. Er unternahm in der Folge verschiedene Studienreisen, die ihn unter anderem nach Siena und Florenz führten. Er arbeitete in der Deutschschweiz in Zürich, Bern und Glarus. 1927 heiratete er die deutsche Künstlerin Irma Pannes (1902–1971) und unternahm mit ihr eine ausgedehnte Deutschlandreise, die sie zuerst nach Berlin führte, wo sie unter anderem mit Carl Zuckmayer und Erich Maria Remarque Bekanntschaft schlossen. Hernach gingen sie nach Breslau, Krefeld, Frankfurt, Düsseldorf, Wiesbaden, Freiburg, Darmstadt und zuletzt nach München, wo er an der «Staatlichen Kunstausstellung» teilnahm. 1929 liess sich das Ehepaar im Kreis Capriasca bei Lugano nieder. 1932 kaufte der Bund Bernasconis Bronzeplastik Landpfarrer (Curato di campagna) an, nachdem er sie im Kunsthaus Zürich ausgestellt hatte.Vinicio Salati: Mario Bernasconi. In: Azione. 8. Mai 1952, S. 2 (online). Sie befindet sich heute als Depositum im Museo d’arte della Svizzera italiana in Lugano.

Im Februar 1943 erhielt Bernasconi im von der Banca Popolare di Lugano finanzierten Wettbewerb für einen Brunnen im Luganer Quartier Besso den zweiten Preis zugesprochen. Der erste Preis ging an das von Giuseppe Foglia und Fiorenzo Fontana eingereichte Projekt Lautere Quelle (Pura Fonte).Premiazione concorso fontana Besso. In: Libera Stampa. 24. Februar 1943, S. 3 (online). Bernasconis Figur mit dem Motto Der junge Tobias (Tobiolo) wurde später auf dem Brunnen bei der Kirche Madonna della Salute in Massagno aufgestellt.Guido L. Luzzatto: Mario Bernasconi: l’uomo e l’artista in un libro e in un museo. In: Libera Stampa. 24. Juni 1982, S. 10 (online).

Am 15. Juni 1943 gewann Bernasconi den Wettbewerb für eine Statue vor der Kathedrale San Lorenzo in Lugano mit seinem Entwurf Virgo potens (lateinisch «Die mächtige Jungfrau»). 46 Projekte waren eingereicht worden, darunter auch von Remo Rossi, Werner J. Müller, Giovanni Genucchi und Apollonio Pessina. Bernasconis Ausführung in Saltrio-Stein wurde auf dem abschliessenden Sockel der Balustrade platziert.Il concorso per la statua davanti a S. Lorenzo. In: Popolo e Libertà. 19. Juni 1943, S. 2 (online).

Bernasconi starb 1963 im Alter von 64 Jahren. Gegenüber seinem Geburtshaus in Pazzallo befindet sich heute das Museo Mario Bernasconi.

Werke

Werke im Kanton Tessin

Torso, Rathaus, Pazzallo Der Sämann (Il Seminatore), Landwirtschaftsschule, Mezzana Georgiana (La Georgiana), Rathaus, Giubiasco Demeter, Relief an der Casa Franchini, Lugano Der Arbeiter (Il Lavoratore), Rathaus, Cureglia Die Maske (Il Mascherone), Bronze, 38,5 × 30 cm, Brunnen auf der Piazzetta Mario Bernasconi, Pazzallo Narziss (Narciso), Innenhof des Museo Mario Bernasconi, Pazzallo Grabmal der Familie Bianchi, ca. 1950, Friedhof BellinzonaSimona Martinoli, Cristina Palma, Lucia Pedrini-Stanga, Diana Rizzi: Il cimitero di Bellinzona. GSK, Bern 2009, ISBN 978-3-85782-857-7, S. 60.

Werke in der übrigen Schweiz Brunnenfigur Der Hirtenknabe (Il Pastorello), Bever GR Die Murmeltiere (Le Marmotte), Brunnen, Engadin Christus (Cristo), Bronzestatue, Grabmal der Familie Rickenbach, Schwyz

Werke in Deutschland Der heilige Antonius (Sant’Antonio), Godesberg Der Genius der Arbeit (Il Genio del lavoro), Krefeld

Literatur Vinicio Salati: Mario Bernasconi. In: Azione. 8. Mai 1952, S. 2 (online). Irma Bernasconi-Pannes: Mario Bernasconi scultore. La vita e i suoi pensieri, l’amico, affermazione dei valori della vita, ricordo di uno scultore. Aurora, Lugano 1981. Guido L. Luzzatto: Mario Bernasconi: l’uomo e l’artista in un libro e in un museo. In: Libera Stampa. 24. Juni 1982, S. 10 (online). Claudia Esposito: Mario Bernasconi. Salvioni, Bellinzona 2005, ISBN 88-7967-120-0.

Weblinks

Website des Museo Mario Bernasconi

Einzelnachweise

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