Konrad Gracher (eigentlich Conrad Bernhard Maria Gracher; * 26. März 1922 in Trier; † 9. März 2019) war ein deutscher Diplomat.
Leben und Wirken Gracher entstammte einer seit mehr als zwei Jahrhunderten in Trier nachweisbaren Familie.Brasilianischen Grachers auf der Spur, Trierischer Volksfreund, 17. Juli 2000 (genios.de) Er studierte von 1946 bis 1949 Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Frankfurt und legte 1950 die Prüfung für den höheren auswärtigen Dienst ab. Ab 1951 war er an deutschen Auslandsvertretungen tätig, zunächst an der Botschaft in Paris, später in Jakarta.Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who's who, , 23. Ausgabe, Schmidt-Römhild, Lübeck 1984, S. 401. Ab Ende der 1950er-Jahre wirkte er an der Botschaft in Havanna und war hier zuletzt bis 1963, somit auch während der Kubakrise, als Legationsrat 1. Klasse stellvertretender Botschafter.Institut für Zeitgeschichte, Andreas Wirsching (Hrsg.): Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1961. Band 3: 1. Oktober bis 31. Dezember 1961. De Gruyter Oldenbourg, München 2018, ISBN 978-3-11-060423-8, S. 2273.Stefan Brauburger: Die Nervenprobe – Schauplatz Kuba: Als die Welt am Abgrund stand. Campus-Verlag, Frankfurt/Main 2002, ISBN 3-593-37096-4, 89, 320. Ab März 1963 war Gracher im Referat „Wiedervereinigung“ des Auswärtigen Amts in Bonn beschäftigt und fungierte spätestens 1965 als stellvertretender Leiter des Referats „Wissenschaft, Hochschulen, Jugendfragen, Sport“.Institut für Zeitgeschichte, Hans-Peter Schwarz (Hrsg.): Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1963. Band 3: 1. Oktober bis 31. Dezember 1963. R. Oldenbourg Verlag, München 1994, ISBN 3-486-55964-8, S. 1735.Institut für Zeitgeschichte, Hans-Peter Schwarz (Hrsg.): Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1965. Band 3: 1. Oktober bis 31. Dezember 1963. R. Oldenbourg Verlag, München 1996, ISBN 978-3-486-56071-8, S. 1999. Kurz darauf wechselte er als stellvertretender Botschafter nach Caracas, bevor er von 1970 bis 1972 dieselbe Funktion in Santiago de Chile bekleidete.Ulrich Schlie (Hrsg.): Horst Osterheld und seine Zeit (1919–1998). Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2006, ISBN 978-3-205-77475-4, S. 159. Ab März 1972 war Gracher, wieder in Bonn, als Vortragender Legationsrat 1. Klasse Leiter des Referats „Jugend, Sport, kirchliche Angelegenheiten“.Institut für Zeitgeschichte, Hans-Peter Schwarz (Hrsg.): Akten zur auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1972. Band 3: 1. Oktober bis 31. Dezember 1972. Oldenbourg, Berlin/Boston 2003, ISBN 978-3-486-56640-6, S. 1911. Von 1977 bis Dezember 1979 war er Gesandter und stellvertretender Botschafter in Lissabon.Institut für Zeitgeschichte, Horst Möller (Hrsg.): Akten zur auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1979. Band 2: 1. Juli bis 31. Dezember 1979. De Gruyter Oldenbourg, Berlin/Boston 2010, ISBN 978-3-486-59191-0, S. 2005. Anschließend war er fünf Jahre deutscher Generalkonsul in Barcelona. 1984 wurde Gracher schließlich zum deutschen Botschafter in Paraguay (Asunción) ernannt und blieb dies bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1986.
Gracher war seit 1955 mit Margarete geb. Kochle (1927–2018) verheiratet, mit der er vier Kinder hatte. Er wohnte nach langjährigen Wohnsitzen in den Bonner Stadtteilen Beuel (Küdinghoven) und Bad GodesbergAdressbuch der Bundeshauptstadt Bonn, 93. Ausgabe (1974), J. F. Carthaus, Bonn 1974, S. 662. (hbz-nrw.de)Adressbuch der Bundeshauptstadt Bonn, 100. Ausgabe (1981), J. F. Carthaus, Bonn 1981, S. 867.Adressbuch Bundesstadt Bonn, 115. Ausgabe (1997/98), J. F. Carthaus, Bonn 1997, S. III/159. zuletzt über einige Jahre in Bad Honnef und wurde dort auf dem Neuen Friedhof beigesetzt.Honneferinnen formulieren Wünsche für Paraguay, General-Anzeiger Bonn, 2. März 2007 (genios.de)Grabstein von Konrad Gracher auf dem Neuen Friedhof in Bad Honnef, Wikimedia Commons
Ehrungen 25. September 1970: Orden des Befreiers (Kommandeur)Libro amarillo de la República de Venezuela: presentado al Congreso Nacional en sus sesiones ordinarias de 1971 por el Ministro de Relaciones Exteriores 9. Januar 1980: Orden des Infanten Dom Henrique (Großoffizier)Ordens Honorifícas Portuguesas – Estrangeiros com Ordens Portuguesas 12. Juni 1980: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
Literatur Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who's who, , 23. Ausgabe, Schmidt-Römhild, Lübeck 1984, S. 401.
Einzelnachweise
Kategorie:Deutscher Botschafter in Paraguay Kategorie:Deutscher Generalkonsul Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Träger des Ordens des Infanten Dom Henrique (Großoffizier) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1922 Kategorie:Gestorben 2019 Kategorie:Mann