Coop Norge SA ist ein norwegisches Handelsunternehmen mit Sitz in Oslo. Das genossenschaftlich organisierte Unternehmen ist vor allem im norwegischen Lebensmitteleinzelhandel tätig, ist darüber hinaus aber über Tochtergesellschaften auch in anderen Tätigkeitsfeldern angesiedelt. 2025 war Coop mit 28,7 % Marktanteil das zweitgrößte Lebensmitteleinzelhandelsunternehmen des Landes.

Geschichte Gründung und Aufbau der eigenen Produktion (1906–1946) mini|Der ehemalige Hauptsitz (1911–2015) von Coop Norge in der Kirkegata 4 in Oslo|links Die Geburtsstunde der Coop schlug am 27. Juni 1906, als die Norges Kooperative Landsforening (NKL) in Oslo gegründet wurde. Treibende Kraft hinter der Genossenschaft war der Anwalt Ole Delhi. 1911 wurde das bis 2015 als Hauptsitz genutzte Gebäude in der Kirkegatan 4 in Oslo gekauft. Als erstes Lager wurde im selben Jahr ein Lager in Trondheim eröffnet. In den folgenden Jahren folgten weitere Lager im ganzen Land. Parallel startete der Ausbau der Eigenproduktionen mit Gründungen und Übernahmen von Fabriken. So wurde 1911 Margarinfabrikken Norge, eine Produktionsstätte für Margarine, 1914 für 91.000 norwegische Kronen die Tabakfabrik von Julius Haugen übernommen und 1916 die Kaffeerösterei gegründet. Zwei später kam es zur Gründung des Nordisk Andelsforbund, einer Vereinigung der Genossenschaften aus Dänemark, Norwegen und Schweden.

Um den Kapitalbedarf für die Entwicklung von Konsumgenossenschaft zu sichern entstand 1921 die Versicherungsgesellschaft Samwirke. Der Einstieg in die Seifenproduktion erfolgte 1923, als die Seifenfabrik in Stavanger als Netz ging. Ein Ausbau der Margarinenproduktion mit einer Fabrik in Oslo folgt sechs Jahre später. Im selben Jahr folgte auch der Einstieg in die Schuhproduktion mit der Übernahme der De Forenede Skofabrikker in Drammen. Damit die Lagerkapazitäten mitwachsen konnten wurden 1919 in Stavanger, 1920 in Bodø, 1924 in Bergen und Kristiansand, 1927 in Skien und 1930 in Drammen Lagerhäuser eröffnet. In Zusammenarbeit mit der Produktionsgenossenschaft Samhold errichtete man 1929 die Genossenschaftsmühle Nordkronen. 1930 entstand die Lebensversicherungsgesellschaft Samwirke, die Genossenschaftsbank folgte zwei Jahre später und nahm 1936 ihren Betrieb in Oslo auf. Auch der Ausbau der Eigenproduktion und Lagerkapazitäten schritt voran. So übernahm NKL 1934 die Norsk Glødelampefabrikk AS in Oslo und begann mit der Produktion von Glühbirnen. Auch die Schokoladenfabrik Cloetta, die in NKL-Schokoladenfabrik umbenannt wurde, wurde 1934 übernommen. 1935 eröffnete ein weiteres Lagerhaus, in Ålesund. Die in Verdal ansässige Woll- und Lederfabriken wurden 1939 übernommen, ehe ein Jahr später die Genossenschaftsschule in Bærum fertiggestellt werden konnte. Eine eigene Gewürzverpackungsanlage wurde 1946 eröffnet, ebenso ein Lager in Tromsø. Die Verbraucher konnten sich ab sofort in der Zeitschrift Forbrukeren über den Verbraucherverband informieren.

Einstieg ins Einzelhandelsgeschäft und neue Ausrichtung (1947–1989) links|mini|Das Haus im Bogstadveien 62 in Oslo am 14. August 1948 mit Abteilung des Oslo Samvirkelag. Heute befindet sich hier ein Coop Marked. Die Genossenschaft Oslo Samvirkelag stieg 1947 in das Einzelhandelsgesellschaft ein, als der erste Selbstbedienungs-Lebensmittelladen des Landes eröffnet wurde. Im selben Jahr nahm die Bekleidungsfabrik in Hønefoss die Produktion auf. Zwei Jahre später wurde die Radiofabrik AS Prior und das Unternehmen Termolux AS gegründet. Termolux war für die Herstellung von Fahrrädern, elektrischen Heizgeräten und Eisenwaren zuständig. 1956 wurden in Oslo ein neues Glühbirnenwerk und eine neue Kaffeerösterei eröffnet. In Hamar und bei Filipstad in Oslo entstanden 1953 bzw. 1957 neue Lagerhäuser. 1960 erfolgten größere Veränderungen in der Genossenschaft, als ein Teil der Eigenproduktion aufgeben wurde. Grund hierfür war der zunehmende Bedeutungsverlust der Eigenproduktion. Als erste Abgabe ist die Tabakfabrik dokumentiert. Ein Jahr später folgte die Abgabe der Woll- und Lederfabriken in Verdal, 1963 dann die AS Prior liquidiert. In der gleichen Zeit entstanden in Kristiansand (1961), Bergen (1962), Stavanger (1964), Trondheim (1967) und Tromsø (1969) neue Lagerhäuser sowie 1965 die erste Bäckerei in Strømmen.mini|Innenraum eines Geschäfts der Osloer Genossenschaft am 6. Februar 1959Ein weiterer Meilenstein konnte 1968 mit der Eröffnung des landesweit ersten SB-Warenhauses in Trondheim gefeiert werden. Zu einer stärkeren Mitarbeiterbindung erschien 1971 erstmals die Mitarbeiterzeitschrift Vårt Marked. Auch in den 1970er-Jahren gab es weitere spürbare Veränderungen. Ebenfalls 1971 wurde die Schokoladenfabrik von NKL in Nordchoklad integriert, ein Jahr später die Glühbirnenproduktion von Oslo nach Schweden verlegt. Während 1973 in Hamar ein Lagerhaus entstand, schloss 1978 das Lager in Drammen. Die AS Røra Fabrikker entstand 1975, ein Jahr später wurde die Seifenfabrik nach Nortend integriert und neue Lagerhallen in Ålesund und Bodø in Betrieb genommen. Ebenfalls 1975 erfolgte die Gründung der Elektrofachmarktkette Samvirkelagets Elektro, kurz S-Elektro. In den 1980er-Jahren zeichnet sich ein neuer Verbrauchertrend ab, der auch Auswirkungen auf die Tätigkeiten der NKL hatte. Unter der wachsenden Konsolidierung etablierte NKL ab 1980 erstmalig Handelsmarkenartikel in blau-weißer Aufmachung. Zeitgleich wurde die Fast-Food-Kette Clock übernommen. Ein Jahr später entstanden einerseits in Grorud und Skien neue Lagerhallen auf dem damaligen Stand der Technik, andererseits wurden die Produktion von Schuhen und Bekleidung aufgegeben und die Fabriken geschlossen. Das 1946 etablierte Zeitschrift Forkrukeren ging 1982 in der Zeitschrift Vårt Blad auf. Während dieser Zeit gab es aber auch Rückschläge. So eröffnete 1985 auch als Obs! Elektro ein Elektrofachmarkt in Drammen, der jedoch schon 1987 mit einem Defizit wieder schloss. Die Kette Clock wurde 1988 wieder verkaufte, im gleichen Jahr wurden die Unternehmen Norgesbygg und Økonom abgewickelt, die erst 1986 übernommen wurden. 1989 schlossen die Lager in Kristiansand und Skien.

Aufschwung und Tochtergesellschaft unter Coop Norden (1990–2007) mini|Eine Coop Obs-Filiale im Jahr 2002|links Gleich zu Beginn des neuen Jahrzehnts wurde ein weiterer Meilenstein erreicht. 1990 wurde als erste Supermarktkette der Verbrauchergenossenschaft die Kette Prix gegründet. Ein Jahr darauf stieg NKL mit Bygg og bo auch in die Baumarktsparte ein. Auch in den 1990er-Jahren fanden Zu- und Verkäufe weiter statt. Gullfunn wurde 1993 erworben und 1995 wieder verkauft, das seit 1929 bestandenen Werk Nordkronen wurde ebenfalls 1995 verkauft. Ein Jahr später wurden die 1962 erworbene Stavanger Packing und das 1946 eröffnete Gewürzverpackungswerk abgegeben. Demgegenüber standen aber auch andere positive Entwicklungen. 1992 änderte NKL seinen Namen in Forbrukersamvirke NKL (Coop), erstmals erschien der Name Coop auch im Logo der Genossenschaft. Im selben Jahr etablierten sich Obs! und Mega als integrierte Handelsketten innerhalb des Verbundes. Die Genossenschaft konnte das Jahr mit dem besten Jahresabschluss in ihrer Geschichte abschließen. 1993 übernahm NKL das Unternehmen Det norske Møbelsenter, über das NKL 1996 beim Möbelunternehmen Idé Skeidar einstieg, die Beteiligung aber 2001 wieder verkauft. Ab 1995 kam es zur verstärkten Kooperation der beiden Genossenschaften Kooperativa Förbundet in Schweden und NKL in Norwegen.

2000 kam es zu weiteren Veränderungen, als der Name der Genossenschaft zur heutigen Coop geändert wurde. Zeitgleich wurde die Kundenzeitschrift Vårt Blad in Coop Litt ditt umbenannt. Die Coop Norge wurde 2001 ein Teil der Coop Norden AB, mit Sitz in Stockholm. Neben Coop Norge wurden auch Kooperativa Förbundet aus Schweden sowie FDB aus Dänemark Tochtergesellschaften des neuen Gemeinschaftsunternehmen. Die Organisation der norwegischen Genossenschaften erhielt den Namen Coop NKL BA. 2002 wurde Coop Litt ditt in die Kundenzeitschrift Coop Medlem umbenannt, die inzwischen Teil des Kundenbindungsprogramms gleichen Namens ist. Alle Coop Power-Elektromärkte wurden im selben Jahr verkauft, ein weiterer Verkauf folgte 2003, als die Margarinfabrikken Norge AS verkauft wurden. Vorteilhaft für die Entwicklung der Genossenschaft war der landesweite Transportstreik von 2004, der andere Unternehmen, jedoch nicht die Coop NKL betraf. 2005 meldete man die Marke von einer Million Mitglieder überschritten zu haben. Ende des Jahres 2007 folgte die Auflösung von Coop Norden. Seither besteht die Coop Trading für einen gemeinsamen Einkauf.

Weiteres Wachstum durch Übernahmen und heutige Situation (2008–) mini|Der Coop Byggmix-Markt in Snåså, 2014 Nach dem Ende von Coop Norden wurde die Coop Norge AS 2008 eine Tochtergesellschaft von Coop NKL BA. Anfang Juli 2008 gab die Kette Smart Club den Verkauf ihrer Tätigkeiten an die Coop bekannt. Der Name der 1995 gegründeten Kette wurde vorerst weitergenutzt. Smart Club betrieb zum Zeitpunkt der Übernahme sieben Filialen und schrieb 2007 rote Zahlen. 2009 und 2010 führten Namen und Gesellschaftsänderungen zur heutigen Coop Norge SA. Die Coop NKL BA änderte 2009 erst ihre Rechtsform von BA zu SA, ehe sie 2010 in Coop Norge SA umbenannt wurde. Die Coop Norge AS firmierte im gleichen Zug auf Coop Handel AS um. Im Juni 2013 gab Coop die Aufgabe der Marke Smart Club bekannt. Die Übernahme sorgte für Rentabilitätsprobleme innerhalb der Coop, sodass man sich für Umflaggungen und Umstrukturierung entschied. Die Märkte flaggten auf Coop Obs! Bygg, Coop Obs! oder Coop Extra um.mini|Rimi-Märkte wurden ab Mai 2015 auf Coop-Vertriebslinien, wie hier Extra umgeflaggt|linksAm 6. Oktober 2014 wurde die Übernahme der 553 norwegischen ICA-, Matkroken- und Rimi-Märkte bekannt. ICA Gruppen zog sich damit komplett aus Norwegen zurück. ICA hatte zum Zeitpunkt des angekündigten Rückzugs einen Marktanteil von 11,1 %, während Coop bereits auf 22,7 % kam und über rund 800 Filialen verfügte. Hintergrund des Rückzugs war u. a. die Verweigerung der norwegischen Wettbewerbsbehörden zu einer ab Januar 2013 geplanten Einkaufsgemeinschaft zwischen ICA und der NorgesGruppen, die wiederum Marktführer in Norwegen ist und damals auf einen Marktanteil von 39,3 % kam. Im März 2015 wurde die Übernahme unter Auflagen genehmigt. So wurde Coop Norge zum Weiterverkauf von 93 Filialen an Bunnpris (43 Standorte) und NorgesGruppen (50 Standorte) verpflichtet. Nur kurze Zeit später wurde die geplante Umflaggung der bei der Coop Norge verbliebenen ICA- und Rimi-Filialen bekannt. So wurde Rimi auf die Vertriebslinien Coop Extra und Coop Prix umgeflaggt, ICA auf Coop Extra und Coop Mega, die Marke Matkroken besteht fort. Die Übernahme von ICA Norge, die offiziell zum 13. April 2015 vollzogen werden konnte, kostete Coop Norge 2,5 Milliarden norwegische Kronen. Die Umflaggung startete mit dem Rimi-Markt in der Sannergata in Oslo am 7. Mai 2015. Am 22. Oktober 2015 wurde in Sandaker in Oslo die 200. Umflaggung von ICA und Rimi gefeiert. Zeitgleich konnte in Prinsdal in Oslo die 250. Coop Extra-Filiale eröffnet werden. Der Umflaggungsprozess konnte zum 10. März 2016 abgeschlossen, als in Rasta der letzte verbliebene Rimi-Markt als Extra wiedereröffnet wurde. Im Rahmen der Umflaggung wurde der Name von Coop Extra auf Extra verkürzt. Alleine Extra konnte durch die Umflaggung 120 Filialen zum Filialnetz hinzugewinnen. Insgesamt wurden rund 370 Filialen letztendlich umgeflaggt. 2017 fusionierte Coop Norge Handel AS mit der Coop Norge SA.