Erica recurvata ist eine vom Aussterben bedrohte Pflanzenart aus der Gattung der Heidekräuter (Erica). Sie ist in Südafrika endemisch.

Merkmale mini|links|Originalillustration von Henry Cranke Andrews Erica recurvata ist ein immergrüner Zwergstrauch, der eine Wuchshöhe von 30 bis 60 cm erreicht. Die Krone ist stark verzweigt. Die Zweige sind verhältnismäßig kräftig und geschlängelt, beinahe gewunden. Sie sind dicht mit zarten, hellgrünen, ausgebreiteten, sechszeilig angeordneten, schmal-linealischen, stumpfen Blättern besetzt. Die Blattoberseite ist flach, die Unterseite gekielt und in der Mitte von einer Furche durchzogen. Der Blattrand ist fein gezähnt. Die Blätter sind überall unbehaart.

Die längliche Blüte ist weiß gefärbt. Die Lippen der Blütenkrone sind unbehaart. Die Zipfel des Blütensaums sind gerade und dunkelbraun. Der fadenförmige, sehr lange Griffel ist rot und ragt weit über die Blüte hinaus. Die Blüten stehen endständig an kurzen Zweigen; 10 bis 16 sind zu einem dichten, herabhängenden Blütenkopf vereinigt. Sie haften leicht durch eine klebrige Substanz aneinander, welche sie umgibt, und werden von einem Kranz aus Blättern umgeben, der eine Art Hüllkelch (Involucrum) bildet. Die Blütenstiele sind äußerst kurz und tragen zwei oder drei linealisch-pfriemliche, weiße Hochblätter, von denen die äußeren und längeren häufig grün zugespitzt sind. Der Kelch ist vierteilig, seine Zipfel sind lanzettlich-pfriemförmig, anliegend, am Rand leicht rau und reinweiß. Die Blütenkrone ist oval bis zylindrisch, etwa 1,25 cm lang und weiß. Nur ihre Zipfel, die aufrecht stehen oder eher zusammenneigen, sind tief braunschwarz und lang zugespitzt.

Der Fruchtknoten ist annähernd kugelig und vierlappig. Er ist gefurcht und an seiner Basis mit nektartragenden Drüsen versehen. Der Griffel ist doppelt so lang wie die Blütenkrone, unten weiß und im oberen Teil purpur-rot. Die Narbe ist stumpf und nur wenig verbreitert.

Die Staubbeutel sind eingeschlossen, zweiteilig und unbegrannt; ihre Öffnungen erstrecken sich fast über die gesamte Länge der Pollensäcke.

Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Juli.

Verbreitungsgebiet und Lebensraum mini|Illustration von Erica recurvata (1835) Diese Art kommt nur in einem sehr begrenzten Verbreitungsgebiet am Soetmuisberg oberhalb von Napier in der Provinz Westkap in Südafrika vor. Sie ist in Felsspalten auf niedrigen, felsigen Aufschlüssen auf Bergkämmen sowie auf Hochebenen zu finden.

Gefährdung und Schutz Zeitweise wurde vermutet, dass es sich bei Erica recurvata um eine europäische Gartenhybride handelte, die lediglich aus einer Anfang des 19. Jahrhunderts veröffentlichten Zeichnung bekannt war. Sie war in freier Wildbahn weder gesichtet noch gesammelt worden, bis sie am 30. August 2007 von Ross Turner wiederentdeckt wurde. Diese Art ist nur von einer einzigen Wildpopulation mit 87 Pflanzen bekannt, deren Verbreitungsgebiet (EOO) und Besiedlungsfläche (AOO) 8 km² betragen, und ist durch den Befall durch invasive Arten sowie durch zu häufige Brände bedroht. Sie wird daher in der Red List of Threatened Plants des South African National Biodiversity Institute als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft.

Die Dichte invasiver Pflanzenarten hat seit 2007 erheblich zugenommen. Die Dichte invasiver Kiefern im westlichen Teil des Bestands, in dem der Großteil von Erica recurvata (50 ausgewachsene Exemplare) vorkommt, ist mittlerweile extrem hoch; die Kiefern sind über 10 m hoch und ihre Biomasse ist so groß, dass ein künftiger Brand wahrscheinlich zum Verlust dieses Teils des Bestands führen könnte.

Auch entlang des verbleibenden Abschnitts des Bergrückens innerhalb des unmittelbaren Lebensraums von Erica recurvata kommen vereinzelt invasive Pflanzenarten vor, die kontinuierlich entfernt und bekämpft werden, um zu verhindern, dass diese Art und andere endemische Pflanzen verdrängt werden.

Das Gebiet wurde in der Vergangenheit im Rahmen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung häufig abgebrannt, was sich möglicherweise auf nachwachsende Exemplare innerhalb des Bestands ausgewirkt hat und der Grund dafür sein könnte, dass der Bestand so klein ist und die Pflanzen nur in Felsspalten zu finden sind, wo sie vor Feuer geschützt sind.

Literatur

Weblinks

PlantzAfrica: Erica recurvata SANBI Red List of Threatened South African Plants: Erica recurvata

Kategorie:Heidekrautgewächse Kategorie:Ericaceae Kategorie:Endemische Pflanze Südafrikas