Jennifer Van Horn ist eine an der University of Delaware tätige Kunsthistorikerin, deren Forschung Kunstgeschichte, Geschichte und materielle Kultur der frühen Vereinigten Staaten umfasst. Im Mittelpunkt ihrer Arbeiten stehen die US-amerikanische Kunst und materielle Kultur des 18. und 19. Jahrhunderts, insbesondere Themen wie Versklavung, Rassifizierung, Repräsentation und historischer Erinnerung. Ihr Buch Portraits of Resistance. Activating Art During Slavery erschien 2022.

Leben Van Horn studierte Geschichte und Kunstgeschichte an der University of Delaware, absolvierte einen Master im Winterthur Program in amerikanischer materieller Kultur und wurde an der University of Virginia promoviert. Vor ihrer Tätigkeit an der University of Delaware arbeitete sie als Assistenzkuratorin in George Washington’s Mount Vernon und lehrte an der George Mason University sowie im Smithsonian-Masterprogram zur Geschichte dekorativer Künste. An der University of Delaware ist sie Professorin mit gemeinsamer Anbindung an Kunstgeschichte und Geschichte sowie Leiterin des Graduiertenprogramm im Fach Kunstgeschichte. Sie lehrt und betreut Themen wie Materialität und Versklavung, Sinnesgeschichte, Disability Art Histories, Ethnien und Repräsentation sowie Geschlecht und Macht.

Wirken Van Horns erstes Buch The Power of Objects in Eighteenth-Century British America (2017) befasst sich mit Porträts, Stadtansichten, Grabsteinen, Schminktischen und Prothesen als Medien kolonialer Identitätsbildung. Das Buch war 2018 Finalist für den George Washington Prize und erhielt eine Honorable Mention beim Louis Gottschalk Prize der American Society for Eighteenth-Century Studies. In Portraits of Resistance. Activating Art During Slavery stellt Van Horn versklavte Menschen afrikanischer Herkunft und deren Verhältnis zur Porträtkunst in das Zentrum einer Neuinterpretation der frühen amerikanischen Kunstgeschichte. Das Buch wurde 2024 für den Charles Rufus Morey Book Award der College Art Association nominiert. Die Fachzeitschrift Panorama beschrieb Portraits of Resistance als methodisch komplexe und innovative Untersuchung der Arbeit versklavter afroamerikanischer Menschen als Kunstschaffende und Betrachtende. Van Horn verfolgt in diesem Buch den Zusammenhang zwischen Porträt und Sklaverei vom 17. bis zum frühen 20. Jahrhundert und untersucht zugleich die Entstehung, Rezeption und Zerstörung von Porträts. Sie erläuterte, dass die frühe US-amerikanische Kunst nationale Erzählungen von Demokratie und Freiheit stützte, zugleich aber die Unfreiheit und Arbeit ausblendete, auf denen diese Erzählungen beruhten. Als Beispiele für solche Leerstellen nannte sie Jacques Guillaume Lucien Amans’ Gemälde Bélizaire and the Frey Children, die Biografie des versklavten Malers Prince Demah und die scheinbar unberührten Landschaften Albert Bierstadts. In ihrem Aufsatz Racialized Thermoception: An Eighteenth-Century Plate Warmer analysiert sie einen Tellerwärmer aus Mount Vernon, um den Zusammenhang zwischen Kälte, häuslicher Zwangsarbeit, Rassifizierung und Widerstand in George Washingtons Haushalt zu untersuchen. Zu ihren weiteren Tätigkeiten gehören die Mitherausgabe des Winterthur-Portfolio-Schwerpunkts Enslavement and Its Legacies, Mitarbeit an The Disabled Gaze: Multi-Sensory Perspectives of Art, Bodies & Objects, die Präsidentschaft von HECAA und die Mitgliedschaft im Herausgeberbeirat von The Art Bulletin. Überdies zählt sie zu den Beitragenden des 2025 erschienenen Ausstellungskatalogs Fighting for Freedom. Black Craftspeople and the Pursuit of Independence, der schwarze Menschen im Handwerk in der US-amerikanischen Geschichte vom Unabhängigkeitskrieg bis über die Reconstruction hinaus in den Mittelpunkt stellt.

Einzelnachweise

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