mini|Katholische Kirche St. Bonifatius in Marl St. Bonifatius in Marl nordwestlich von Dortmund in Nordrhein-Westfalen ist eine römisch-katholische Filialkirche der Großpfarrei Heilige Edith Stein (Marl). Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Bonifatius, des „Apostels der Deutschen“, und gehört zum Kreisdekanat Recklinghausen im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist ein Saalbau mit Fassadenturm und hat 300 Sitzplätze.
Geschichte Für die neue Schachtanlage „Zeche Brassert“ im Norden des Dorfes Marl entstanden 1907–1909 ausgedehnte Bergarbeitersiedlungen. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs gab es dort bereits über 1000 Wohnungen für die meistens aus Sachsen eingewanderten Bergleute. Ab 1911 fand Sonntagsgottesdienst in der Kolonieschule statt. Als Notkirche diente 1919–1920 eine ehemalige Baracke für Kriegsgefangene.
Dieser Seelsorgebezirk wurde 1920 nach der Abtrennung von St. Georg (Marl) ein selbstständiges Pfarrrektorat und 1952 zur eigenständigen Pfarrei erhoben. Die Abpfarrung von St. Pius (Marl) erfolgte 1961.
Baubeschreibung Nach neobarock und backsteinexpressionistisch inspirierten Plänen des Architekten Josef Schäfer (Münster) entstand 1929–30 das Gotteshaus in Marl. Nach einem verheerenden Brand 1966 wurde die völlig zerstörte Kirche 1967 unter der Leitung des Bischöflichen Bauamts (Münster) wieder aufgebaut. Die Altarweihe durch Weihbischof Heinrich Tenhumberg fand am 16. Dezember 1967 statt.
St. Bonifatius ist eine Saalkirche mit gegiebelter Decke unter einem Satteldach. Die Apsis des Chores im Osten hat ein Dach aus Naturschiefer. Der Fassadenturm im Westen besitzt eine Welscher Haube. Das Gotteshaus besteht aus rotem Ziegelmauerwerk mit Dächern aus braunen Dachziegeln.
Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das Pfarrhaus von 1923, das Pfarrheim von 1957, der Kindergarten von 1957 sowie ein Wohnhaus von 1961.
Strukturentwicklungen Am 21. Juni 2009 erfolgte die Zusammenlegung der Pfarreien St. Bonifatius (Marl), St. Bartholomäus (Polsum) und St. Georg (Marl), die dabei die neue Pfarrkirche wurde.
Am 1. Dezember 2016 fusionierten St. Georg (Marl), St. Josef (Drewer) und St. Pius (Marl) zur neuen Pfarrei Heilige Edith Stein (Marl), wobei St. Georg seitdem die Hauptkirche dieser großen Gemeinde ist.
Am 1. Januar 2024 schlossen sich im Kreisdekanat Recklinghausen die Pfarreien St. Sixtus (Haltern am See), Heilige Edith Stein (Marl) und St. Franziskus (Marl) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Haltern-Marl“.
Glocken Im Fassadenturm von St. Bonifatius hängen die folgenden vier Kirchenglocken aus Stahl:
Glocke 1: Schlagton: f1; Ø 126 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1955 Glocke 2: Schlagton: as1; Ø 105 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1955 Glocke 3: Schlagton: b1; Ø 92 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1955 Glocke 4: Schlagton: c2; Ø 82 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1955.
Orgel Als Ersatz für die 1966 bei einem Kirchenbrand vernichtete Orgel erstellte die Firma Speith Orgelbau (Rietberg) 1968 für St. Bonifatius in Marl ein neues Instrument mit 19 Registern und elektrischen Kegelladen.
Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.
Weblinks
Website von St. Bonifatius (Marl) Website vom Kreisdekanat Recklinghausen
Einzelnachweise
Bonifatius Kategorie:Bonifatiuskirche Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Münster Kategorie:Saalkirche in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Backsteinkirche Kategorie:Erbaut 1930 Kategorie:Geläut Kategorie:Kirchengebäude in Europa