Sukoluhle „Sue“ Nyathi (* 1978 in Bulawayo) ist eine simbabwische Schriftstellerin. Zu ihren bekanntesten Büchern zählen The Polygamist, The GoldDiggers, A Family Affair und An Angel’s Demise. Ihre Prosa befasst sich mit sozialen Normen, Patriarchat, Migration, Familienbeziehungen, geschlechtsspezifischer Gewalt und dem Verhältnis persönlicher Entscheidungen zu gesellschaftlichem Druck. Neben Romanen schreibt sie auch für audiovisuelle Formate.
Leben Nyathi wurde in Bulawayo geboren und wuchs dort auf; bereits in der High School schrieb sie Gedichte. Sie besuchte in Bulawayo die Carmel School und das Girls College und erwarb an der National University of Science and Technology einen Abschluss in Finanzwissenschaften sowie einen Master in Finanzwissenschaften und Investitionen. Nach den Cambridge A Levels wollte sie Journalismus studieren, wechselte wegen fehlender Studienmöglichkeiten in Simbabwe aber in den Finanzbereich. Bis 2018 arbeitete sie als Forschungsanalystin für eine Maklerfirma. Ihre Karriere im Finanzdienstleistungssektor gab sie 2018 auf, um sich verstärkt auf Belletristik und Drehbücher zu konzentrieren.
Wirken Nyathis Debütroman The Polygamist erschien 2012 und stellte den Beginn ihrer publizierten Laufbahn dar. Der Stoff wurde 2026 von Akin Omotoso als 22-teilige südafrikanische Netflix-Serie The Polygamist adaptiert. Der zweite Roman The GoldDiggers erschien 2018 und erzählt von mehreren Menschen, die in einem Kleinbus illegal aus Simbabwe nach Südafrika gelangen wollen. Nyathi entwickelte das Buch vor dem Hintergrund xenophober Gewalt in Südafrika und recherchierte dazu in Hillbrow und der Innenstadt von Johannesburg. The GoldDiggers kam in die Vorauswahl für den Barry Ronge Fiction Prize und den Dublin Literary Award und wurde für eine Verfilmung optioniert. A Family Affair erschien 2020, beruhte jedoch auf einem Manuskript, das Nyathi über viele Jahre hinweg überarbeitet hatte. In A Family Affair thematisierte sie Ehe, Familie und weibliche Selbstbestimmung mit generationenübergreifenden Verwundungen. Mit An Angel’s Demise legte Nyathi 2022 einen Roman vor, dessen Handlung 1977 in Somabhula beginnt und vor dem Hintergrund von Befreiungskampf, Gewalt, Verrat und Identitätssuche erzählt wird. An Angel’s Demise wurde 2023 in der Kategorie für fiktionale Werke der HSS Awards gewürdigt und war im selben Jahr in der engeren Auswahl für den Hauptpreis der UJ Prizes for South African Writing in English. Als Herausgeberin verantwortete Nyathi die Anthologie When Secrets Become Stories, Women Speak Out, die Sachtexte zum Thema geschlechtsspezifische Gewalt enthält. Sie veröffentlichte überdies Beiträge in den Anthologien Black Tax: A Burden Or Ubuntu und Hair: Unpicking And Weaving Stories Of Identity. Für das Fernsehen gehörte sie zum Autorenteam von Matatiele, schrieb an Bone of My Bones mit und arbeitete später für Generations: The Legacy.
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Simbabwer Kategorie:Geboren 1978 Kategorie:Frau