Die angolanisch-südkoreanischen Beziehungen umfassen die bilateralen Beziehungen zwischen Angola und Südkorea. Sie unterhalten seit 1992 diplomatische Beziehungen.

Ihre Beziehungen gelten als freundschaftlich und werden von ihren Wirtschaftsbeziehungen bestimmt, mit südkoreanischen Investitionen in Angola und direktem Warenaustausch. Es finden regelmäßige gegenseitige Staatsbesuche statt, und es besteht Austausch u. a. im Hochschul- und Berufsbildungsbereich, in Sport und Kultur. Die gegenseitigen Diasporas sind ein weiteres Verbindungsglied: im Jahr 2023 lebten zwischen 60 und 70 angolanische Staatsbürger in Südkorea, meist Studenten,Entre 60 e 70 angolanos vivem na Coreia do Sul - „Zwischen 60 und 70 Angolaner leben in Südkorea“, Artikel aus 2023 des angolanischen Diaspora-Portals VozDaDiaspora.com, abgerufen am 7. Juli 2026 während in Angola eine kleine südkoreanische Gemeinde unbekannter Größe lebt, insbesondere Angestellte südkoreanischer Unternehmen und technische Mitarbeiter in Entwicklungsprojekten.

Bis zur Unabhängigkeit Angolas 1975 bestimmten die portugiesisch-südkoreanischen Beziehungen ihr Verhältnis.

Geschichte mini|hochkant|Portugiesische Asien-Karte von 1630: die erste Verbindung zwischen Angola und Korea entstand über die portugiesischen Seefahrer, hinterließ allerdings kaum Spuren. Die erste Verbindung zwischen beiden Ländern erfolgte im Zuge der portugiesischen Koloniálgeschichte. So kam der Portugiese Diogo Cão 1482 als erster Europäer in Angola an, das danach portugiesische Kolonie wurde. Als der portugiesische Händler João Mendes 1604 in Tongyeong an Land ging, waren die Portugiesen auch in Korea die ersten Europäer. Die portugiesischen Handelsrouten verbanden danach beide heutige Länder, wenn auch nur selten und wenig intensiv, insbesondere nach der Abschottung Koreas im 17. Jahrhundert in Folge des Überfalls durch die Mandschu.

Während Südkorea sich nach der japanischen Besatzung (1910–1945) und dem Koreakrieg (1950–1953) neu orientierte und sich seit den 1970er Jahren zu einem erfolgreichen Industriestaat entwickelte, kämpften die seit den 1950er Jahren aufgekommenen Unabhängigkeitsbewegungen Angolas seit 1961 im portugiesischen Kolonialkrieg um ihre Unabhängigkeit von Portugal. Nach der Nelkenrevolution in Portugal 1974 und dem folgenden Ende der kolonialen Estado-Novo-Diktatur wurde Angola 1975 unabhängig. Allerdings ergriff die kommunistische MPLA die Macht und das junge Land versank im angolanischen Bürgerkrieg. Erst nach der Schlacht bei Cuito Cuanavale 1988 zeigte das Pendel eindeutig auf einen Sieg der MPLA, und die internationale Politik begann sich darauf einzustellen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion ab 1990 änderte sich die MPLA dann zu einer sozialdemokratischen Partei, beendete das Einparteiensystem in Angola und führte ein Mehrparteiensystem ein.

Am 6. Januar 1992 gingen Angola und Südkorea diplomatische Beziehungen einWebsite zu den Beziehungen zu Angola des Außenministeriums von Südkorea, abgerufen am 5. Juli 2026Website zu den Beziehungen zu Südkorea des Außenministeriums von Angola, abgerufen am 5. Juli 2026, und erste südkoreanische Unternehmen kamen nach Angola, insbesondere im Schiffbau.

Nach den Ende des Bürgerkriegs 2002 erlebte Angola eine enorme wirtschaftliche Entwicklung, in deren Rahmen neue südkoreanische Unternehmen ins Land kamen und bereits bestehende Engagements ausgeweitet wurden, zunächst vor allem weiter im Bereich von Werften und Häfen, später dann auch im Fahrzeugbereich (Landmaschinen, PKW, LKW) und im Pharmabereich, zudem war Angola nun potentiell ein weiterer verlässlicher Lieferant der von der südkoreanischen Wirtschaft benötigten Bodenschätze wie Erdöl, Eisenerz und anderes. Im Dezember 2007 eröffnete Südkorea seine Botschaft in der angolanischen Hauptstadt Luanda, im August 2008 folgte die Eröffnung der angolanischen Vertretung in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul.Website der südkoreanischen Botschaft in Luanda, abgerufen am 5. Juli 2026 Die gegenseitigen Botschaften förderten die Beziehungen vielfältig. 2014 etwa war der angolanische Botschafter Gast einer Veranstaltung an der Hankuk Universität in Seoul, die sich mit den Fortschritten Angolas seit dem Ende des Bürgerkriegs und mit der Bewerbung des Landes um einen nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat beschäftigte. Dabei erklärte der Rektor der Universität, man habe Stipendien für angolanische Studenten verschiedener Fachrichtungen und sei an der Zusammenarbeit mit angolanischen Hochschulen interessiert, während der angolanische Botschafter erklärte, sein Land könne von Südkoreas Entwicklung nach dem Ende des Koreakriegs lernen und sei an den Erfahrungen des Landes interessiert, das gerade selbst nicht-ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates sei und Angola in seiner Kandidatur unterstützen könne.Embaixada de Angola e Universidade sul coreana debatem ganhos da paz - „Botschaft Angolas und südkoreanische Universität debattieren über Friedensgewinne“, Artikel vom 7. April 2014 der angolanischen Zeitung Novo Jornal, abgerufen am 6. Juli 2026 mini|hochkant|Die Hankuk Universität in Seoul, eine mehrerer Bildungseinrichtungen in Südkorea, an denen angolanische Studierende lernen. Nach dem Ende der Präsidentschaft José Eduardo dos Santos und der weiteren Demokratisierung nach dem Amtsantritt João Lourenços 2017 verbesserten sich auch die Grundlagen für ihre Wirtschaftsbeziehungen weiter, die sich nun zunehmend auf weitere Bereiche ausweiteten, etwa Erneuerbare Energien und Telekommunikation. Seither haben sich ihre Beziehungen weiter intensiviert, etwa mit regelmäßigen Staatsbesuchen, die insbesondere in den 2020er Jahren an Regelmäßigkeit zugenommen haben. So kamen allein 2022 und 2023 fünf politisch-wirtschaftliche Delegationen aus Südkorea nach Angola, von wo im selben Zeitraum drei Besuche in Südkorea stattfanden.

Im April 2024 besuchte Angolas Staatspräsident João Lourenço Südkorea, und beide Seiten unterzeichneten mehrere Abkommen in Bereichen wie Handel, Industrie, Gesundheit und öffentliche Ordnung, zudem unterschrieben sie eine Kooperationsvereinbarung zwischen den diplomatischen Instituten beider Länder und Lourenço traf sich mit Vertretern der kleinen angolanischen Gemeinde in Südkorea, die überwiegend aus Studenten besteht. Auch die Kooperation zwischen den Parlamenten der beiden Länder wurde nun intensiviert, Angola sagte seine Beteiligung am Korea-Afrika-Gipfel in Seoul zu, und die Kooperation von Hochschulen wurde von diesen fortgeführt. Die weiteren Reformen in Angola und die parallel fortgesetzten Kontakte zwischen beiden Seiten führten seither zu weiterer Annäherung, insbesondere in Handel und Investitionen, Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit, und in Hochschulbildung und Berufsbildung. Beide Seiten beabsichtigen, zukünftig mehr Kooperation zwischen Unternehmen beider Länder zu fördern, insbesondere im Energie- und im Gesundheitssektor, und auch in Bereichen wie Bildung und Forschung soll es stärkeren Austausch geben.Angola e Coreia do Sul relançam relações interparlamentares - „Angola und Südkorea starten interparlamentarische Beziehungen neu“, Mitteilung vom des angolanischen Parlaments, abgerufen am 6. Juli 2026João Lourenço e Yoon Suk-yeol abordam a cooperação bilateral - „João Lourenço und Yoon Suk-Yeol erörtern bilaterale Zusammenarbeit“, Artikel aus April 2024, Website der angolanischen Botschaft in Nigeria, abgerufen am 6. Juli 2026

So spendete Südkorea im Juni 2026 weitere 120 Motorräder an das angolanische Gesundheitsministerium, zur Unterstützung von Impfkampagnen auch in entlegenen Regionen Angolas und als Teil eines größeren Unterstützungsprogramms Südkoreas für angolanische Gesundheitskampagnen.South Korea reinforces support for community vaccination in Angola., Mitteilung vom 4. Juni 2026 von UNICEF, abgerufen am 7. Juli 2026 Und Angolas Außenminister Téte António erklärte bei seinem Besuch in Südkorea, zum Außenministertreffen während des Afrika-Korea-Gipfels 2026, dass Angola von Südkoreas Aufstieg zur Industrienation lernen möchte und eine strategische Partnerschaft anstrebt, mit angolanisch-südkoreanischer Zusammenarbeit in mehreren strategischen Bereichen.Angola convida empresas coreanas a investir e aponta 10 áreas para cooperação estratégica - „Angola lädt koreanische Unternehmen zu Investitionen ein und stellt 10 Bereiche für strategische Kooperationen heraus“, Artikel vom 2. Juni 2026 der angolanischen Zeitung O País, abgerufen am 7. Juli 2026 mini|hochkant|Die 2008 eröffnete Botschaft Angolas in Seoul

Diplomatie Angola unterhält eine Botschaft in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul.

Südkorea unterhält eine Botschaft in der angolanischen Hauptstadt Luanda. Ihr Amtsbezirk umfasst auch das Nachbarland Namibia.

Gegenseitige Konsulate sind nicht eingerichtet.

Kultur mini|hochkant|Der denkmalgeschützte Eiffel-Bau Palácio de Ferro in Luanda. Hier fand am 29. August 2026 das bereits vierte Festival der koreanischen Kultur statt. Während angolanische Musikstile, insbesondere Kizomba, inzwischen eine relative Bekanntheit in Südkorea erlangten, erfreut sich südkoreanischer K-Pop in Angola deutlich stärker wachsender Beliebtheit.Angolan ambassador highlights 50 years of independence, growing ties with Korea, Artikel vom 11. November 2025 der südkoreanischen Zeitung The Korea Times, abgerufen am 12. Juli 2026

Zur Feier des 33. Jahrestages des Beginns der südkoreanischen Zusammenarbeit mit Angola fand im Centro de Conferências de Belas, einem Kongresszentrum im Stadtteil Belas der Hauptstadt Luanda, eine angolanisch-koreanische Veranstaltung statt, wo Künstler des angolanischen Musikstils Kuduro und des südkoreanischen K-Pop zusammen auftraten, so die K-Pop-Sängerin Henny, die zum dritten Mal in Angola auftrat, und der K-Pop-Sänger Gunwoo, neben angolanischen Kuduro-Musikern, aber auch Vorträgen, K-Pop-Workshops oder auch Ausstellungen angolanischer und anderer bildender Künstler.Angolanos e coreanos celebram a música com kuduro e k-pop - „Angolaner und Koreaner feiern die Musik mit Kuduro und K-Pop“, Artikel vom 7. Oktober 2025 der Zeitung Jornal de Angola, abgerufen am 12. Juli 2026K-Pop e Kuduro: intercâmbio cultural aproxima Angola e Coreia do Sul - „K-Pop und Kuduro: Kulturaustausch bringt Angola und Südkorea einander näher“, Artikel vom 3. Oktober 2025 des angolanischen Nachrichten- und Gesellschaftsportals Chocolate.co.ao, abgerufen am 12. Juli 2026

Am 29. August 2026 fand das 4. Festival da Cultura Coreana im denkmalgeschützten Palácio de Ferro statt, bei dem neben K-Pop auch andere Aspekte der koreanischen Kultur ihren Platz haben.Veranstaltungsplakat zum Ticketverkauf für das 4. Festival da Cultura Coreana in Luanda, abgerufen am 12. Juli 2026

Wirtschaft mini|hochkant|Karte der Weltbank über das Potential für die Nutzung von Sonnenenergie in Angola: Südkorea ist ein Partner für Angolas Solarenergie-Strategie. Die Rohstoffe Angolas sind für die Industrie Südkoreas nur potentiell von Bedeutung, tatsächlich wird ihr Handel weiter von südkoreanischen Ausfuhren bestimmt, mit einem traditionell enormen Handelsbilanzüberschuss zu Gunsten Südkoreas. Für Angola sind in ihren Wirtschaftsbeziehungen eher der Zugang zu Hochtechnologieprodukten und perspektivisch damit auch der Technologietransfer von Bedeutung. Zudem sind südkoreanische Präsenzen und Direktinvestitionen in Angola in Bereichen wie Schiffbau, Automobilbau, Landmaschinenbau, Pharmaindustrie, und zunehmend Telekommunikation und Erneuerbaren Energien zu nennen.