Die hier beschriebene Wabeniederung umfasst eine kleine naturräumliche Region 6. Ordnung in den niedersächsischen Städten Wolfenbüttel und Braunschweig mit einer Ausdehnung von etwa fünf Kilometern in Nord-Süd- und einem Kilometer in West-Ost-Richtung. Sie ist ein Teilstück der Niederung der Wabe, die sich über etwa zehn Kilometer nach Norden bis zur Mündung bei Querum ausdehnt.
Beschreibung mini|ohne|Die Wabeniederung von Westen, im Hintergrund der Elm Lage und Naturräume Das südliche Ende des Gebiets liegt im Wolfenbütteler Ortsteil Salzdahlum bei der ehemaligen Zuckerfabrik und dem ehemaligen Bahnhof des Ortes an der Salzbergstraße. Es erstreckt sich als etwa ein Kilometer breite Ebene, der Wabe nach Norden folgend, bis zur ehemaligen Bundesstraße B1 mit dem Schöppenstedter Turm im Braunschweiger Ortsteil Rautheim. Mittlerweile wird das Gebiet von der dort querenden Bundesautobahn 39 begrenzt. Am Nordende verläuft auch die Trennlinie zwischen den Lößbörden mit dem Ostbraunschweigischen Hügelland im Süden und der Geest-Landschaft im Norden, hier vertreten durch das Weser-Aller-Flachland mit dem Ostbraunschweigischen Flachland und der Einheit Weddeler Hügelland.
Die Niederung hat an den Rändern eine Höhe von über und fällt selbst von knapp 85 auf etwa 77 Meter ab. Die westlich gelegene Anhöhe des Naturschutzgebiets Mascheroder- und Rautheimer Holz im benachbarten Salzdahlumer Hügelland steigt auf 97 Meter, die östlich gelegenen Herzogsberge im Sickter auf über 100 Meter an.
Geologie Das gesamte Gebiet ist geologisch durch eine Salzauslaugung entstanden, die von etwa 80 Metern mächtigen tertiären und diluvialen Sanden bedeckt ist und in die nachträglich Schwemmlöß (Auenablagerungen) eingetragen wurde. Es ist um weit über zehn Meter in die umgebende fruchtbare Lößdecke abgesenkt. Der Verlauf entspricht geologisch der rheinischen Streichung. Diese Formation setzt sich nach Norden bis zum Dowesee fort und wird von Müller als Braunschweiger Achse betitelt. Am südlichen Rand geht das Gelände in Tonsteingebiete am Salzberg über. Im dort gelegenen Salzgraben Salzdahlum tritt salzhaltiges Wasser an die Oberfläche, das in die Wabe fließt.
Gewässer Die namensgebende Wabe ändert am Salzberg ihre Fließrichtung von ursprünglich südwest bei Apelnstedt nach nord. In der Niederung nimmt sie von rechts neben dem eigenen Abzweig Feuergraben den aus den Herzogsbergen abfließenden Reitlingsgraben auf. Der Feuergraben begrenzt das Gebiet auf fast ganzer Länge nach Osten und hat mehrere Zuflüsse. Aus dem Ortsbereich Salzdahlum fließt die Breite Beeke heran, die als Salzdahlumer Graben ebenfalls geradlinig nach Norden strebt und mit der Alten Wabe den Auenbereich nach Westen begrenzt. Auch in diesen Graben münden weitere Bäche. Vom Salzberg fließt die Essenbeek ab, die das Wasser des Salzgrabens enthält und direkt in die Wabe mündet.
Nutzung und Renaturierungsgebiet Wabe-Süd mini|Informationstafel am Stauwerk der Alten Wabe, Blickrichtung stromaufwärts Das fruchtbare Gebiet wurde und wird traditionell für den Anbau von Weizen und Zuckerrüben sowie als Weideland genutzt. Am Ostrand der Niederung verlief bis 1971 die Bahnstrecke der Braunschweig-Schöninger Eisenbahn mit Haltepunkten in Rautheim und Hötzum, auch „Zucker- und Salzbahn“ genannt.
Im südlichen Abschnitt, der auf Wolfenbütteler Gebiet liegt, verläuft die Wabe weitgehend naturnah zwischen Bäumen. Im nördlichen Abschnitt wurde sie seit den 1930er Jahren an der Ortsgrenze aufgestaut und komplett in den Salzdahlumer Graben umgeleitet, der seitdem ab dort in Wabe umbenannt wurde. Mit dem Bau der A39 wurden Kompensationsmaßnahmen notwendig, die ab 2016 ausgeführt und 2018 abgeschlossen wurden. Neben der Renaturierung nördlich der B1 bot sich die Umgestaltung des auf Braunschweiger Stadtgebiet gelegenen Teils der Wabeniederung an. Für den Bach selber wurde der naturnahe Verlauf der Neuen Wabe hergestellt, verbunden mit einem kleinen See und geeigneten Maßnahmen zur Strömungslenkung des Gewässers. Die am Abschlag existierende Staueinrichtung wird weiter betrieben und dadurch ein Teil der Wassermenge in den alten Bachlauf abgeschlagen. Die Weideflächen wurden teilweise bepflanzt und werden extensiv bewirtschaftet.
Weblinks
Naturraumkarte Blatt 87 Braunschweig (PDF; 4,8 MB)
Einzelnachweise Theodor Müller: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 87 Braunschweig. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1962. → Online-Karte (PDF; 4,8 MB)
Kategorie:Landschaft in Niedersachsen Kategorie:Geographie (Landkreis Wolfenbüttel) Kategorie:Geographie (Braunschweig) Kategorie:Naturraum im Nördlichen Harzvorland