Walter Meißner (* 28. Dezember 1914 in Berlin; † 2000 ebenda) war ein deutscher Landschaftsarchitekt.

Leben und Werk Meißner besuchte nach dem Abitur von 1934 bis 1936 die Hochschule für Lehrerbildung in Cottbus und arbeitete danach als Lehrer. 1939 wurde er zur Wehrmacht eingezogen, und er nahm am Zweiten Weltkrieg teil und war in Kriegsgefangenschaft, aus der er 1945 entlassen wurde.

Er absolvierte eine Lehre als Gärtner und studierte an der Lehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau Berlin-Dahlem (LuFA). Dort schloss er 1955 als Gartenbau-Ingenieur ab. Er arbeitete jedoch schon vorher im Ost-Berliner Entwurfsbüro für Industriebahnbau, das dem Ministerium für Aufbau direkt unterstellt war und den Auftrag zur Grünplanung der im Aufbau befindlichen „sozialistischen Stadt“ Stalinstadt, des späteren Eisenhüttenstadt, erhielt. 1952/1953 war er als Stellvertreter von Walter Funcke in der Abteilung Grünplanung des Büros maßgeblich an der Erarbeitung der ersten gesamtstädtischen Pläne für die Freiflächengestaltung von Stalinstadt beteiligt. Von 1954 bis 1957 war er Chefarchitekt für Freiflächengestaltung.Elisabeth Knauer-Romani: Eisenhüttenstadt und die Idealstadt des 20. Jahrhunderts. VDG Weimar - Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, 2000, S. 21Anmerkung: die vorliegenden Informationen differieren in einigen Details, u. a. hinsichtlich der genauen Bezeichnungen der Institutionen und Funktionen und der exakten Zeitangaben.

In dieser Zeit leitete er die Gestaltung u. a. des damaligen Platzes der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft, heute Platz des Gedenkens (1953), der Außenanlagen der Kinderkrippe I (1952/1953), mehrerer Höfe in den Wohnkomplexen I – III (1952 bis 1955), des Krankenhauses (1953 bis 1956) und der Grünanlagen der Peripherie der Stadt (1952 bis 1954).

Viele der von ihm in der Stadt konzipierten Grünanlagen stehen heute „aufgrund ihrer entwicklungsgeschichtlichen Bedeutung für die frühe sozialistische Gartenkunst unter Denkmalschutz. Sein Straßenraumbepflanzungskonzept von 1952 war die DDR-weit erste koordinierende landschaftliche Gesamtplanung komplexer Neubauvorhaben. Dabei standen seine landschaftlich orientierten Gestaltungsauffassungen z. T. im konzeptionellen Widerspruch mit den architekturbezogenen Grünplanungen der ‚Nationalen Traditionen‘.“Andreas Seidel: Walter Meißner. In: Dietrich Fürst (Hrsg.): Vom Baukünstler zum Komplexprojektanten. Architekten in der DDR. Dokumentation eines IRS-Sammlungsbestandes biographischer Daten. IRS, Erkner, 2000, S. 229

Meißner war dann Mitarbeiter des VEB Industrieprojektierung Berlin II und bis zum Eintritt in die Altersrente Abteilungsleiter im Stadtgartenamt des Berliner Magistrats. Dabei projektierte er u. a.1965/1966 die Freiflächen des Wohnkomplexes II in Schwedt und in Berlin die Grünanlagen der Wohnkomplexe Peter-Hille-Straße und Kietzer Feld, 1966/1967 der Insel der Jugend und von 1967 bis 1970 des Kulturparks Berlin.

Meißner war Autor bzw. Mitautor mehrerer populärer Ratgeber-Bücher zu Garten, Grünanlagen und Pflanzen, in der DDR im VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag Berlin und beim Zentralverband des Verbands der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter und 1996 im Verlag Eugen Ulmer.

Meißner war bis 1990 Mitglied des Bunds der Architekten der DDR, in dem er der Fachgruppe Landschaftsarchitektur angehörte.

Meißners Tochter Regine Süßkow ist gleichfalls Landschaftsarchitektin.

Literatur

Andreas Seidel: Walter Meißner. In: Dietrich Fürst (Hrsg.): Vom Baukünstler zum Komplexprojektanten. Architekten in der DDR. Dokumentation eines IRS-Sammlungsbestandes biographischer Daten. IRS, Erkner, 2000. ISBN 978-3-934669-00-0, S. 158

Weblink

Gartenbauingenieur Walter Meißner - Deutsche Digitale Bibliothek

Einzelnachweise

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