Die Evangelische Kirche ist ein Kirchengebäude in Hellershof, einem Ortsteil der Gemeinde Alfdorf im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis. Die Kirchengemeinde Hellershof gehört zum Kirchenbezirk Schorndorf der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Das schlichte Gotteshaus im Heimatschutzstil entstand in den Jahren 1924 bis 1925 nach Plänen des Architekten Wilhelm Jost.
Geschichte Das gesamte Gebiet der heutigen Kirchengemeinde Hellershof gehörte kirchlich ursprünglich zur Pfarrei Lorch, später zu Welzheim bzw. Alfdorf, bevor Hellershof eine eigene Kirchengemeinde wurde. In den 1910er Jahren wurde der Neubau einer Kirche im Zusammenhang mit der Gründung einer neuen Teilkirchengemeinde geplant. 1914 legte der Architekt Martin Elsaesser erste Pläne für die neue Kirche vor: einen Saalbau mit rundem Fassadenturm und Vorhalle. Wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs konnte der Neubau nicht realisiert werden. Nach dem Krieg fehlten zunächst die finanziellen Mittel für die neue Kirche.
1924 wurden das Projekt durch Wilhelm Jost wieder aufgenommen, jedoch in völlig anderer Konzeption. Er entwarf eine Chorturmkirche mit rechteckigem Kirchenschiff. Der Stubensandstein, aus dem Kirche erbaut wurde, wurde in einem eigens dafür im Wald eingerichteten Steinbruch abgebaut. Die Arbeiten begannen 1924 und konnten 1925 beendet werden. Am 30. August 1925 wurde die Kirche eingeweiht, es wird von rund 2000 Gästen dazu berichtet. Zugleich wurde 1925 für Hellershof und die umliegenden Weiler die Pfarrverweserei Hellershof zur Pfarrei für die Ortsteile Bruckhof, Deschenhof, Greuthöfle, Heinlesmühle, Hellershof, Hüttenbühl, Neuwirtshaus, Steinhaus, Stixenhof, Vaihinghof und Wahlenheim erhoben.
1937 wurde eine Orgel aufgestellt.
1965 wurden durch den Grunbacher Architekten Gerhard Fetzer (1925–1993) der Westgiebel und der Turm außen erneuert. Ebenfalls von ihm wurde 1973 der Innenraum neu gestaltet; der Fußboden, das Gestühl und die Decken wurden erneuert, aber das im Mittelschiff kassettierte Deckengemälde von Lydia Jost-Schäfer aus der Bauzeit 1925 beibehalten. Weiterhin wurde die Kirche unter Wegfall der westlichen Orgelempore um einen Jugendraum erweitert.Siegwart Rupp: Protestantischer Kirchenbau in Württemberg. In: Schwäbische Heimat, 2/1974, S. 135
1974 wurde eine neue Orgel eingebaut, die 1997 auf die Empore versetzt wurde.
Glocken In dem Kirchturm hängen vier Glocken, die alle von der Glockengießerei Bachert in Bad Friedrichshall-Kochendorf gegossen wurden. GlockeGlockengießerGussortGussjahrSchlagtonDurchmesserI.Gebrüder BachertBad Friedrichshall-Kochendorf1966h'82,5 cmII.Gebrüder BachertBad Friedrichshall-Kochendorf1958cis''73,8 cmIII.Gebrüder BachertBad Friedrichshall-Kochendorf1949dis''64,3 cmIV.Gebrüder BachertBad Friedrichshall-Kochendorf1928fis''54 cm
Literatur
Adolf Schahl: Die Kunstdenkmale des Rems-Murr-Kreises. Band 1. Deutscher Kunstverlag, München und Berlin 1983, ISBN 3-422-00560-9, S. 115.
Weblinks
Website der Kirchengemeinde Hellershof
Einzelnachweise
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