David Edward Davis (* 18. Juli 1913 in Chicago, Illinois; † 31. Oktober 1994 in Santa Barbara, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Ökologe, Verhaltensbiologe und Ornithologe. Er war als Begründer moderner Rattenstudien bekannt.

Leben Davis’ frühes Interesse an der Natur wurde durch die Sommeraufenthalte am Crystal Lake in Michigan geweckt. Bereits als Jugendlicher verfasste er den Beitrag Natural History of Crystal Lake, der ihm als Auszeichnung einen Sommer mit Zeichen- und Malunterricht am Art Institute of Chicago einbrachte. Er besuchte die Grundschule und High School in Wilmette, Illinois. 1931 trat er der American Ornithologists’ Union (AOU) bei und wurde 1941 gewähltes Mitglied (Elective Member). Im Jahr 1942 heiratete er Emily Rodgers, mit der er drei Töchter hatte. Seine Frau starb 1987. Zu ihrem Gedenken stiftete Davis einen Forschungslehrstuhl am Morton Arboretum im Hinsdale County, Illinois.

1935 erwarb er den Bachelor of Arts (B.A.) am Swarthmore College, 1936 den Master of Science (M.S.). 1939 wurde er an der Harvard University zum Ph.D. promoviert. Seine Dissertation behandelte die Anis (Kuckucksvögel der Gattung Crotophaga) auf Kuba. Während seiner Zeit an der Harvard University schloss er sich Ludlow Griscom auf dessen vogelkundlichen Exkursionen an.

Im Verlauf seines Postdoktorandenstipendiums bei Lincoln V. Domm an der University of Chicago (1941) untersuchte er das Verhalten von Haushühnern. In den Jahren 1941 bis 1943 forschte er im Auftrag der Rockefeller-Stiftung in Brasilien über die Wirte des Gelbfiebers. Nach zwei Jahren Forschung über Typhus in Texas wechselte er an die Johns Hopkins School of Hygiene and Public Health, wo er von 1946 bis 1959 als außerordentlicher Professor tätig war. Dort untersuchte er die Populationsdynamik des Stars (Sturnus vulgaris), der Wanderratte (Rattus norvegicus), mehrerer weiterer Vogel- und Säugetierarten sowie potenzieller Überträger des Koreanischen hämorrhagischen Fiebers durch Nagetiere. 1959 wurde er Professor an der Pennsylvania State University und 1966 Leiter des Fachbereichs Zoologie an der North Carolina State University in Raleigh. Nach seiner Emeritierung im Jahr 1975 zog er nach Santa Barbara, wo er seine wissenschaftliche Arbeit fortsetzte.

Davis’ Forschungen waren meist auf Fragestellungen ausgerichtet, die für das menschliche Wohlergehen von Bedeutung waren. Er veröffentlichte drei Bücher und 230 wissenschaftliche Arbeiten über Populationen, Verhalten, Ökologie sowie die Physiologie der Aggression. Von 1948 bis 1950 war er Herausgeber des Wilson Bulletin. Gemeinsam mit Carlton Herman gehörte er zu den Mitbegründern der Wildlife Disease Association, deren zweiter Präsident er von 1961 bis 1962 war. 1975 erhielt er von der Vereinigung den Distinguished Service Award. Zudem war er Mitglied des Exekutivkomitees des American Institute of Biological Sciences (AIBS) (1959–1962) und 1971 dessen Präsident. Von 1958 bis 1979 war er Mitherausgeber der Fachzeitschrift Animal Behaviour, von 1966 bis 1969 Sekretär der Sektion F der American Association for the Advancement of Science (AAAS) und ab 1975 Mitglied des Kuratoriums der Zeitschrift Biological Abstracts.

Literatur

Weblinks David E. Davis Biographical File, 1967–1995

Einzelnachweise

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