Ndileka Mandela (* 22. Februar 1965 in Orlando, Soweto) ist eine südafrikanische Sozialaktivistin, Autorin und ehemalige Intensivkrankenschwester. Sie ist die älteste Enkelin Nelson Mandelas und leitet die nach ihrem Vater benannte Thembekile Mandela Foundation, die in ländlichen Gemeinden Südafrikas in Bildung, Gesundheit und Jugendförderung arbeitet.

Leben Mandela wurde als Tochter von Madiba Thembekile Mandela, dem erstgeborenen Sohn Nelson Mandelas, geboren; ihr Vater starb 1969 bei einem Autounfall während der Haftzeit Nelson Mandelas. Sie wuchs zunächst in Orlando in Soweto und ab ihrem siebten Lebensjahr im ländlichen Ostkap auf, wo die politisch zerrissene Familiengeschichte ihre Sicht auf die Probleme vieler südafrikanischer Frauen anbahnte. Mit 16 Jahren traf sie Nelson Mandela erstmals auf Robben Island, nachdem er ihr zum zehnten Geburtstag einen Brief geschrieben hatte. Später arbeitete sie viele Jahre als Krankenschwester. Im Jahr 2019 veröffentlichte sie die Memoiren I Am Ndileka: More Than My Surname, in denen sie persönliche Verluste, Mutterschaft, Depression, Obdachlosigkeit, Patriarchat sowie Missbrauch und Vergewaltigung behandelte.

Wirken Mandela gründete im Jahr 2014 die Thembekile Mandela Foundation als Entwicklungsorganisation, die nach ihrem Vater benannt ist und die sie als Fortführung des sozialen Erbes ihrer Familie versteht. Ein Kernprojekt war zunächst Pride of the Rural Girl, das ländlichen Mädchen Menstruationsprodukte bereitstellen und dadurch die Zahl versäumter Schultage verringern sollte. 2021 war sie über die Stiftung an der Beschaffung eines mit medizinischem Gerät ausgestatteten Krankenwagens für eine Klinik in Qunu im Ostkap beteiligt. Nachdem sie 2017 öffentlich gemacht hatte, von einem früheren Partner vergewaltigt worden zu sein, nahm sie ihre eigene Erfahrung zum Ausgangspunkt für Kampagnen gegen sexualisierte Gewalt und häuslichen Missbrauch. Während des südafrikanischen Covid-19-Lockdowns nutzte sie soziale Medien, um Frauen in missbräuchlichen Beziehungen auf Hilfsangebote aufmerksam zu machen. Politisch distanzierte sie sich 2017 öffentlich vom African National Congress und unterstützte Rücktrittsforderungen gegen Präsident Jacob Zuma. Den Familiennamen Mandela beschrieb sie als Belastung und Chance zugleich, weil er sie ständig mit ihrem Großvater vergleiche, ihr aber auch internationale Zugänge für ihren Aktivismus eröffne. Bei der UN-Klimakonferenz COP28 in Dubai kritisierte sie eine von reichen Staaten verursachte „Klima-Apartheid“, weil aus ihrer Sicht der globale Norden wirtschaftliche und rechtliche Macht gegenüber armen Ländern einsetze. Im selben Zusammenhang forderte sie zunächst Anerkennung kolonialer Verantwortung und sprach sich danach für Reparationen durch die britische Königsfamilie aus.

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