Peter Fleming (* 17. März 1972 im Süden Neuseelands; † vor oder am 3. Juli 2026 in Sydney) war ein neuseeländischer Organisationsforscher und Sozialtheoretiker. Er war Professor für Organisationsforschung an der University of Technology, Sydney und forschte zur Zukunft der Arbeit, zu digitalen Technologien und zu den ethischen Schattenseiten der neuen Wirtschaft. Er wurde durch kapitalismuskritische Arbeiten über Arbeit, Managementideologie, Konzernmacht und Hochschulen bekannt.

Leben Fleming wuchs in kleinen Orten in Central Otago auf, wo sein Vater als Lehrer tätig war. Nach dem Tod seines Vaters zog die Familie nach Dunedin, wo Fleming die Highschool besuchte und als Gitarrist in Bands spielte, die an den Dunedin Sound und die Indie-Musik der 1990er-Jahre anschlossen. An der University of Otago war Fleming Masterstudent in der Abteilung für Management und unterrichtete einen Teil eines Kurses zur Organisationstheorie. Er promovierte an der Universität Melbourne in Australien. Anschließend arbeitete er an der University of Cambridge und an der Queen Mary University of London, bevor er Professor of Business and Society an der Cass Business School (der späteren Bayes Business School) bzw. City, University of London wurde. An der Cass Business School unterrichtete er MBA-Studierende und betreute Promotionsstudierende. Später wechselte Fleming nach Sydney an die University of Technology, Sydney. Fleming starb 2026 in Sydney.

Wirken Flemings Forschung untersuchte die Transformation von Arbeit, Beschäftigung und Organisationen unter Bedingungen des neoliberalen Kapitalismus. Seine wissenschaftlichen Beiträge erschienen in führenden Zeitschriften der Organisationsforschung, Soziologie und Sozialtheorie. Mit André Spicer veröffentlichte er 2007 Contesting the Corporation, das Macht, Widerstand und politische Kämpfe in modernen Unternehmen analysiert. Das Buch behandelt anhand empirischer Studien unter anderem Sexualität, Zynismus, soziale Bewegungen und neue Gewerkschaftsformen als Dimensionen von Kämpfen am Arbeitsplatz. Mit Carl Cederström schrieb er Dead Man Working (2012), eine Analyse der Ausweitung von Arbeit auf das Leben selbst. In The Mythology of Work argumentierte Fleming, dass Wettbewerbs- und Akkumulationslogiken in immer weitere Lebensbereiche vordringen und informelle Arbeitsplatzkulturen neue Formen von Ungleichheit begünstigen können. The Death of Homo Economicus (2017) kritisierte die Ökonomisierung des Lebens und die Vorstellung der Beschäftigten als privatisiertes Humankapital. In Sugar Daddy Capitalism untersuchte Fleming die Schattenseiten moderner Märkte, darunter Gig Economy, Null-Stunden-Verträge und Uberisierung. In Dark Academia (2021) beschrieb er neoliberale und bürokratische Strukturen der Universität als Ursache toxischer Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft. Fleming schrieb regelmäßig für The Guardian über die politische Ökonomie kapitalistischer Beschäftigungsverhältnisse; seine Texte erschienen außerdem in der Financial Times, bei der BBC und bei ABC Radio National.

Einzelnachweise

Kategorie:Neuseeländer Kategorie:Geboren 1972 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann Kategorie:Hochschullehrer (Sydney)