mini|300px|Messehalle 1 der Messe Erfurt Der 17. Bundesparteitag der Alternative für Deutschland fand am 4. und 5. Juli 2026 im thüringischen Erfurt statt.
Parteitag Auf dem Parteitag wurde der Parteivorsitz neu gewählt, die derzeitigen Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla stellten sich zur Wiederwahl. Ein Antrag des Bundesvorstand sollte der Parteijugend Generation Deutschland mehr Einfluss einräumen.
Auch ein Antrag des thüringischen Landesvorsitzenden Björn Höcke sollte debattiert werden. Dieser sollte die sogenannte Unvereinbarkeitsliste der AfD so verändern, dass sie sich nur noch auf Organisationen bezieht, die sich zu Gewalt bekennen. Laut Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder trifft diese Definition „in dieser Form auf so gut wie keine Organisation zu“ und ignoriert etwa Rassismus und Antisemitismus. Nur die Grünen werden zusätzlich explizit genannt, der Antrag bezeichnete die Partei als „antideutsch“. Nachdem Alice Weidel eine Überarbeitung der Liste innerhalb eines Jahres angekündigt hatte, wurde der Antrag zurückgezogen.
Der Parteitag fand in der Messe Erfurt statt. Insgesamt gab es rund 600 Delegierte.
Trotz größerer Proteste und Blockadeversuchen begann der Parteitag pünktlich und beschlussfähig, da genügend Delegierte frühzeitig anreisen oder bereits in einem Hotel in unmittelbarer Nachbarschaft zur Messe übernachten konnten.
Wahlergebnisse Der 1. Bundessprecher der Partei Tino Chrupalla wurde mit 70,05 % wiedergewählt. Seine Co-Vorsitzende und 2. Bundessprecherin Alice Weidel wurde mit 81,31 % ebenfalls wiedergewählt. Als erster, zweiter und dritte stellvertretende Bundessprecher wurden Sven Tritschler (50,7 %), Stefan Möller (76,54 %) und Katrin Ebner-Steiner (55,7 %) gewählt.
Datum Der Parteitag der AfD fand fast genau 100 Jahre nach dem 2. Reichsparteitag der NSDAP statt, der im nahegelegenen Weimar am 3. und 4. Juli 1926 abgehalten wurde. Angesichts der rechtsextremen Ausrichtung der AfD kritisierten einige Politiker und Historiker die Terminwahl deutlich. Der Totalitarismusforscher Jörg Ganzenmüller sprach etwa von einem „bewussten symbolischen Akt“. Die Messe Erfurt erklärte dazu, dass sie als 100%ige Tochter des Landes Thüringen zur „Gleichbehandlung politischer Parteien verpflichtet“ sei und keine Partei ausschließen dürfe. Zudem habe die AfD bereits 2024 mehrere Wochenenden im Juni und Juli 2026 angefragt, das Datum der Veranstaltung sei auf Grund von anderen Veranstaltungen das einzig mögliche Wochenende für den Parteitag gewesen.
Gegendemonstrationen
Das unter anderem aus Gewerkschaften, Vereinen und Kirchen bestehende Bündnis Zusammenstehen sowie eine Vielzahl weiterer Gruppen und Einzelpersonen riefen zu Protesten gegen den Parteitag auf. Das Bündnis widersetzen plante wie bereits zu vergangenen Tagungen der AfD Blockaden der Zufahrtsstraßen zum Gelände. Laut Polizeiangaben lag die Zahl der Demonstranten bei 31.000, etwa 10.000 Personen waren an Blockaden beteiligt. Laut Organisatoren haben sich insgesamt 50.000 Menschen an den Demonstrationen beteiligt, davon 17.000 an den Blockaden. Mehrere Tausend Polizeibeamte waren im Einsatz. Trotz der Blockadeversuche blieb die zentrale Zufahrtsstraße während der Anreise der AfD-Abgeordneten frei, sodass diese zum Gelände gelangen konnten.
Einzelnachweise
Kategorie:Bundesparteitag der AfD Kategorie:Politische Veranstaltung 2026 Kategorie:Veranstaltung in Erfurt