Ernst Beermann (geb. am 5. Februar 1853 in Bevensen, gest. durch Unfall am 1. Januar 1936 in Erfurt) war ein deutscher Gymnasiallehrer und Volapükist.
Leben und Wirken Beermann besuchte Schulen in Duderstadt und Braunschweig und studierte dann Klassische Philologie in Leipzig und Halle (Saale). In Leipzig promovierte er 1876 über den altgriechischen Dialekt Böotiens.De dialecto Boeotica. S. Hirzel, Leipzig 1876 (Google Books) Er erhielt die gymnasiale Lehrerlaubnis für die Fächer Latein, Griechisch, Deutsch und Geschichte. Nach einem Referendariat in Worms und in Ratibor (1878) wurde er 1890 Oberlehrer. 1893 ging er ans Gymnasium in Nordhausen, wo er es 1895 zum Professor brachte. Ein Jahr später folgte er einem Ruf aus Erfurt ans Königliche Gymnasium, wo er bis zur Pensionierung 1919 diente.
Beermann veröffentlichte auch Ideen zur lateinischen Lexik und zur möglichen Rolle von Plansprachen zur Steigerung der Effektivität des Lateinunterrichts. 1896 wurde er Mitglied bei der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt. Zweimal hielt er in diesem Rahmen auch Vorträge speziell zum Thema Weltsprache. Beim Totengedenken unterstrich Akademiepräsident und Schuldirektor Johannes Biereye, dass Beermann neben seinem Faible für künstliche Sprachen auch Fundamentales zur lateinischen Lexikografie leistete und die Jugend für die Antike zu begeistern wusste.Jahrbücher der Akademische gemeinnütziger Wissenschaften, NF 53, 1937, S. 139–140 (Nachruf)
Seit 1879 hatte sich Beermann mit Volapük beschäftigt, ab 1887 mit Esperanto, 1907 mit Ido. Aber keines dieser Projekte konnte ihn zufriedenstellen. Er selbst verfasste nicht weniger als 13 kleinere und zwei größere Studien für die Fachzeitschrift Linguist.Sie erschien unter der Federführung von Max Wahren in den Jahren 1896 und 1897. Selbst entwickelte er zwei Projekte. Während einer Sitzung der Délégation pour l'adoption d'une langue auxiliaire internationale (gegr. 1901 in Paris), bei der es um einen Wettbewerb zum Entdecken der besten Plansprache ging, wurde Beermanns Novilatin wohlwollend behandelt, aber dann doch verworfen (Oktober 1907). Beermann hatte 1895 bereits Novilatiin entwickelt; auf dieses machte er von neuem 1907 aufmerksam. Beermann philosophierte auch über die interkulturelle und kommerzielle Rolle des Englischen in der modernen Welt; auf jeden Fall bevorzugte er das System einer naturalistischen Plansprache.
Werke Studien zu Schleyers Weltsprache Volapük (=Beilage zum Jahresbericht des Kgl. Evangelischen Gymnasiums zu Ratibor, Progr. 197), Ratibor 1890. Novilatiin. Ein Versuch das Latein zu einer für den internationalen Verkehr unserer Zeit brauchbaren Sprache weiterzubilden, Gustav Fock, Leipzig 1895 (Google Books), 1895 Zur Weltsprache-Frage, (=Beilage zum Jahresbericht des Kgl. Gymnasiums Erfurt, Progr. 250), Fr. Bartholomäus, Erfurt 1901 Die internationale Hilfssprache Novilatin, Leipzig: Dietrich & Weicher, 1907.
Literatur Detlev Blanke: „Ernst Beermann (1853–1936). Zum 150. Geburtstag eines Pioniers der Weltsprache-Idee“ – in: MittVGAErfurt, Heft 64, N.F. Heft 11, S. 169–201 (2003) Detlev Blanke: „Ernst Beermann. Liaj interlingvistikaj konceptoj kaj planlingvaj projektoj“ – ĉe: Reinhard Haupenthal (Red.): Esperante kaj Ekumene. Festlibro por la 75-a naskiĝtago de Adolf Burckhardt, Edition Iltis, Schliengen 2004, S. 239–254 Detlev Blanke: „Esperanto en GDR kaj aparte en Turingio 1945-1990“ – in: Deutscher Esperanto-Bund (Hrsg.): 91-a Germana Esperanto-Kongreso, Selbstverlag, Erfurt 2014, S. 36–53 (hier: S. 48–50)
Weblinks Links bei DDB
Anmerkungen
Kategorie:Gymnasiallehrer (Deutschland) Kategorie:Altphilologe (19. Jahrhundert) Kategorie:Altphilologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt Kategorie:Person (Erfurt) Kategorie:Volapükist Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1853 Kategorie:Gestorben 1936 Kategorie:Mann