Maria Ludwika Watkins, geborene Ziff, (* 2. Dezember 1918 in Wien, Österreich; † 2. September 2010 in London, England) war eine britische Ingenieurin und Hochschullehrerin. Sie war Elektroingenieurin für Verteidigungselektronik und Präsidentin der Women's Engineering Society.
Leben und Werk Maria Ludwika Ziff wurde in Wien als Tochter ukrainischer Eltern geboren, die in der polnischen Stadt Lemberg arbeiteten. Ihre Mutter war Forschungschemikerin an der Universität Lemberg, ihr Vater Bankdirektor. Sie wuchs in Lemberg auf und zog 1938 nach Großbritannien. Ihre Familie folgte ihr nicht und nach dem Einmarsch Russlands und Deutschlands in Polen starben ihre Eltern und Großeltern in Konzentrationslagern. Nur ihre jüngere Schwester überlebte. Watkins studierte als erste Frau Elektrotechnik an der Universität Edinburgh und schloss ihr Studium 1941 ab.
Anschließend arbeitete sie als technische Assistentin bei Johnson & Phillips Ltd., einem Hersteller von Kabeln und Navigationsgeräten für Flugzeuge. Hier arbeitete sie an technischen Problemen der Verteilungssysteme. Zu ihren Aufgaben gehörten die Überwachung der Reparatur beschädigter Freileitungen sowie die Instandsetzung von durch Bombenangriffe zerstörten Stromverteilern. Sie arbeitete außerdem als Forschungsassistentin für das PLUTO-Projekt (Pipeline unter dem Ozean) und an einem neuen, geheimen Flugzeugleitsystem. Während des Krieges lebte sie in Blackheath (London), wo sie abends als Luftschutzwartin tätig war.
1947 wurde sie Dozentin am South East London Technical College und 1959 Dozentin, dann bis 1985 Oberdozentin am Northampton College of Advanced Technology (heute City University) sowie von 1973 bis 2010 Gastprofessorin am Worcester Polytechnic Institute in Boston. Sie forschte im Bereich der Medizinelektronik und veröffentlichte etwa 13 Fachartikel zu diesem Thema. Sie war drei Jahre lang Mitglied des Universitätsrats und des Senats der City University und von 1976 bis 1979 Mitglied des Universitätsrats und des Qualifikationsausschusses des Institution of Electrical Engineers (IEE).
1939 trat sie in die Women’s Engineering Society (WES) ein und engagierte sich im Londoner Zweig bei der Stellungnahme der Gesellschaft zur Finniston-Untersuchung und in der Arbeit mit Schülerinnen. Von 1980 bis 1981 war sie Präsidentin der WES. 1981 nahm sie an der Internationalen Konferenz der Ingenieurinnen und Wissenschaftlerinnen (ICWES) in Bombay teil. 1984 stiftete sie die Watkins-Medaille, die an die beste Ingenieurabsolventin des Jahres verliehen wird.
1946 heiratete sie ihren Kommilitonen Thomas Brown Watkins. Das Ehepaar bekam zwei Söhne und lebte im Londoner Stadtteil Sydenham.
Watkins starb 2010 im Alter von 91 Jahren.
Ehrungen Watkins wurde Ehrenbürgerin der City of London und Mitglied sowie leitende Stewardess der Worshipful Company of Scientific Instrument Makers. Sie war Fellow der Royal Society of Arts und der Institution of Electrical Engineers.
Literatur Pat Battams: Obituary: Maria Watkins. The Woman Engineer. Winter. 18 (9), 2010. London: Women's Engineering Society: 11. ISSN 0043-7298-
Weblinks Youtube Video:Operation PLUTO (Pipelines Under The Ocean) (englisch)
Einzelnachweise
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