Josef Přibyl (* 12. Oktober 1947 in Prag; † 29. Juni 2026) war ein tschechischer Schachspieler, -trainer und Autor. Er trug seit 1972 den Titel Internationaler Meister.

Werdegang Přibyl kam im Alter von zwölf Jahren zum Schach. 1964 und 1965 wurde er tschechoslowakischer Jugendmeister; außerdem gewann er einen Jugendtitel im Fernschach. 1970 erhielt er den Titel Meister des Sports, 1972 verlieh ihm die FIDE den Titel eines Internationalen Meisters.

In den 1970er- und 1980er-Jahren gehörte Přibyl zur Spitze des tschechoslowakischen Schachs. Er nahm fünfzehnmal am Finale der tschechoslowakischen Einzelmeisterschaft teil und gewann dabei 1983 die Silbermedaille sowie 1971, 1972, 1980 und 1982 jeweils Bronze.

Zu seinen internationalen Erfolgen zählten die Teilnahme am Zonenturnier zur Weltmeisterschaft in Vrnjačka Banja 1972, wo er den geteilten fünften Platz erreichte, ein geteilter erster Platz beim IBM-Turnier in Amsterdam 1976 sowie ein fünfter Platz beim stark besetzten Turnier in Jūrmala 1987. Außerdem gewann er 1978 das Blitzturnier um den Pohár Rudého práva in Pilsen.

Přibyl war auch als Trainer, Organisator und Schachautor tätig. Zusammen mit seiner Frau Růžena Přibylová leitete er seit 1966 zahlreiche Jugendtrainingslager; 1991 gründeten beide die Schachakademie Prag. Zu seinen bekanntesten Schülern gehörte David Navara. Als Autor und Mitautor veröffentlichte Přibyl mehrere Schachbücher.

Im Jahr 2024 wurde Přibyl in die Ruhmeshalle des Tschechischen Schachverbands aufgenommen.

Eine Nebenvariante der Pirc-Verteidigung nach den Zügen 1. e4 d6 2. d4 Sf6 3. Sc3 c6 wird nach Přibyl als Přibyl-Verteidigung oder auch als Tschechische Verteidigung bezeichnet.

Nationalmannschaft Přibyl spielte für die Tschechoslowakei bei drei Schacholympiaden: 1970 in Siegen, 1972 in Skopje und 1974 in Nizza. 1972 erreichte er mit der tschechoslowakischen Mannschaft den vierten Platz. Insgesamt erzielte er bei Schacholympiaden 17,5 Punkte aus 31 Partien.

Außerdem nahm er 1970, 1977 und 1980 mit der Tschechoslowakei an Mannschaftseuropameisterschaften teil. 2008 gehörte er zur tschechischen Mannschaft, die in Dresden die Senioren-Mannschaftseuropameisterschaft gewann.

Vereine In der tschechoslowakischen Mannschaftsmeisterschaft gewann Přibyl Meistertitel mit ÚDA Prag 1967 und 1969 sowie mit Slavia Hradec Králové in der Saison 1976/77. In der tschechischen Mannschaftsmeisterschaft wurde er in der Saison 2000/01 mit Holdia DP Prag Meister. Über viele Jahre spielte er außerdem in deutschen Mannschaftswettbewerben und kam in der Schachbundesliga für Grundig Nürnberg und den SC 1868 Bamberg, für den er auch nach dem Abstieg aus der Bundesliga über 30 Jahre lang bis zu seinem Tod aktiv war, zum Einsatz.

Familie Josef Přibyl war mit Růžena Přibylová verheiratet und Vater zweier Kinder. Sein Sohn Martin Přibyl trägt ebenfalls den Titel eines Internationalen Meisters, seine Enkelin Sofie Přibylová ist FIDE-Meisterin der Frauen (WFM), sein Enkel Viktor Přibyl ist Candidate Master (CM).

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Einzelnachweise

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