Theodor Ludger Josef Anna Maria Baader (* 25. April 1888 in Münster; † 16. April 1959 in Hiltrup) war ein deutscher Germanist und Dialektologe.Baader, Theodor Ludger. In: Utz Maas: Verfolgung und Auswanderung deutschsprachiger Sprachforscher 1933-1945. Bd. 1: Dokumentation. Stauffenburg Verlag, Tübingen 2010, S. 44–48, ISBN 978-3-86057-016-6.

Leben und Wirken Nach seiner Reifeprüfung 1910 in Münster studierte Theodor Baader von 1910 bis 1914 Germanistik, Sprachwissenschaft und Geschichte an der Universität Münster. Dort promovierte er 1913 bei dem Germanisten Franz Jostes mit einer Dissertation über den Dialekt in der Region Osnabrück-Tecklenburg. Von 1914 bis 1917 war er Soldat im Ersten Weltkrieg und war zunächst von 1917 bis 1918 in französischer Kriegsgefangenschaft und bis Juni 1919 in einem Internierungslager in der Schweiz. Während seiner Internierung konnte er an einer Schule in Bern als Lehrer arbeiten. 1920 legte er (inzwischen Mitarbeiter am "Westfälischen Wörterbuch") dann in Münster das Staatsexamen für den höheren Schuldienst ab und habilitierte sich im gleichen Jahr an der Universität Münster mit einer Arbeit "Zur Dialektgeographie Westfalens".Theodor Baader: Zur Dialectgeographie Westfalens. Online-Ausgabe der Habilitationsschrift von 1920 (PDF; 10 MB). Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens. Münster 2020, abgerufen am 2. Juli 2026. Im Jahre 1923 übernahm er eine Professur an der niederländischen Universität Nijmegen und zwar für Sprachwissenschaft und Dialektologie. Von 1936 bis 1937 war er Rektor dieser Universität.Theodor Baader (mit Foto im Rektorentalar) im Biografisch Portaal van Nederland. Abgerufen am 2. Juli 2026. 1944 erfolgte seine Entlassung. Um nicht als Deutscher interniert zu werden, ergriff er die Flucht nach Deutschland und war fortan als Privatgelehrter im Münsterland tätig.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Historische Übersicht des osnabrückisch-tecklenburgischen Vokalismus. Aschendorff, Münster 1920 (= Dissertation an der Universität Münster). Die identifizierende Funktion der Ich-Deixis im Indoeuropäischen. Eine ethnologisch-sprachwissenschaftliche Untersuchung (= Indogermanische Bibliothek, Abteilung 3, Bd. 10). Winter, Heidelberg 1929. Einführung in die Lautschrift und instrumentale Sprachregistrierung (= Disquisitiones Carolinae, Bd. 3). Zentrale Druckerei, Nijmegen 1933. (mit P. Th. Ribbert): Phonologie des Dialektes von Tilligte in Twente. Drei Teile. Centrale Dr., Nijmegen 1933/1938/1939. Der Intensivierungsverlauf des germanischen Akzents. In: Mélanges linguistiques et de philologie. Offerts à Jacq. van Ginneken à l'occasion du soixantième anniversaire de sa naissance (21 avril 1937). Klincksieck, Paris 1937, S. 231–255. Die Mundarten des Kreises Lingen. In: Heinz Pohlendt u. a.: Der Landkreis Lingen. Regierungsbezirk Osnabrück. Kreisbeschreibung und Raumordnungsplan nebst Statistischem Anhang. Dorn, Bremen-Horn 1954, S. 233–278. Dorf: Wort und Sache in der Siedlungskunde. In: Jahrbuch des Vereins für Niederdeutsche Sprachforschung, Bd. 79 (1956), S. 71–84. Voxtrup, Kreis Osnabrück (= Lautbibliothek der deutschen Mundarten, Bd. 19). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1961.

Festschrift

Claus C. Berg (Hrsg.): Album Philologum. Tilburg 1939.

Außerdem zahlreiche Aufsätze und Artikel zur Dialektforschung.

Einzelnachweise

Kategorie:Deutscher Emigrant in den Niederlanden Kategorie:Germanist Kategorie:Dialektologe Kategorie:Hochschullehrer (Radboud-Universität Nijmegen) Kategorie:Rektor einer Universität in den Niederlanden Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1888 Kategorie:Gestorben 1959 Kategorie:Mann