Zani ist die gebräuchliche Kurzbezeichnung für die monumentale Enciclopedia metodica critico-ragionata delle belle arti (deutsch: Methodisch-kritisch reflektierte Enzyklopädie der schönen Künste), die der italienische Geistliche und Kunstkritiker Pietro Zani (1748–1828) zwischen 1817 und 1824 in Parma, Italien veröffentlichte. Das italienischsprachige Nachschlagewerk für Künstlerbiografien, historische Drucke und die Ikonografie früh gedruckter Bibeln umfasst 28 Bände. Seinerzeit von hohem Stellenwert, ist die Enzyklopädie mittlerweile nur noch von historischem Interesse. Als allgemeines Künstlerlexikon ist sie von moderneren Referenzwerken verdrängt worden.

Bedeutung Zanis Enciclopedia wird heute vor allem für die Quellenforschung und die Geschichte der Kunstliteratur und der Grafik genutzt. Die Angaben können für die Rekonstruktion älterer Forschungsstände oder verlorener Quellen wertvoll sein. Außerdem zeigt das Werk, wie Kunstgeschichte und Kunstkritik im frühen 19. Jahrhundert betrieben wurden. Die gelegentlich noch herangezogenen Informationen zu Kupferstechern und Radierern sowie der Druckgrafik im Allgemeinen sind allerdings kritisch zu prüfen.

Werk Teil 1 Die 19 Bände von Teil 1 erschienen 1819–1824. Sie enthalten: Systematische Erfassung der „schönen Künste“ (Malerei, Skulptur, Architektur, Grafik, aber auch Kunsthandwerk und theoretische Abhandlungen). Alphabetisch geordnete Einträge zu Kunstschaffenden, Kunstwerken, Techniken, Stilen und kunsttheoretischen Begriffen. Kritisch-rationale Bewertung der künstlerischen Qualität und Bedeutung der besprochenen Werke und Personen, wobei sich Zani an den ästhetischen und moralischen Normen des Klassizismus und der Aufklärung orientiert. Umfangreiche Illustration mit Kupferstichen und Abbildungen der beschriebenen Kunstwerke und Techniken.

Teil 2 Die 1820–1822 erschienenen 9 Bände von Teil 2 liefern: Fortsetzung und Vertiefung des ersten Teils, jedoch mit stärkerem Fokus auf praktische Anwendungen der Kunst und Kunsthandwerk. Erweiterte Einträge zu regionalen Schulen und weniger bekannten Kunstschaffenden, insbesondere aus Italien, aber auch aus anderen europäischen Ländern. Katalogartige Auflistungen von Kunstwerken, Sammlungen oder Drucken, die nach bestimmten Kriterien (z. B. Thema, Technik, Herkunft) geordnet sind. Praktische Anleitungen zur Kunstbetrachtung oder Bewertung von Kunstwerken, die auf Zanis kritisch-rationaler Methode basieren. Register und Indizes, die den Zugang zu den Inhalten erleichtern.

Die Bände sind als Digitalisate abrufbar, wie zum Beispiel auf den Website von HathiTrust und Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ).

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