mini|Hesai auf der IAA in München (2025) Hesai Technology bzw. die Hesai Group () ist ein börsennotiertes chinesisches Technologieunternehmen mit Sitz in Shanghai, das Lidar-Produkte, darunter Sensoren für Fahrzeuge und Roboter, entwickelt und vertreibt. Die Produkte des Unternehmens werden vor allem in den Bereichen Fahrerassistenzsysteme, Fahrzeugautomatisierung, Robotik und industrielle Anwendungen eingesetzt. Die Aktien des Unternehmens werden an der Nasdaq unter dem Kürzel HSAI und seit 2025 zusätzlich an der Hongkonger Börse unter dem Börsenkürzel 2525 gehandelt.
Geschichte Hesai nahm seinen Geschäftsbetrieb im Oktober 2014 unter dem Namen Hesai Photonics Technology Co., Ltd. auf; die Gesellschaft wurde später in Hesai Technology Co., Ltd. umbenannt. Das Unternehmen wurde von Li Yifan, Sun Kai und Xiang Shaoqing gegründet. Li Yifan, der seit der Gründung als CEO tätig ist und seit September 2025 auch den Vorsitz des Verwaltungsrats innehat, hatte zuvor bei Western Digital im Silicon Valley gearbeitet und an der University of Illinois at Urbana-Champaign im Bereich Maschinenbau mit Schwerpunkt Robotik promoviert. Sun Kai war 2014 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Stanford University und beschäftigte sich dort mit laserbasierten molekularen Detektionssystemen. Xiang Shaoqing arbeitete vor der Gründung von Hesai bei Apple als Ingenieur für iPhone-Hardwaresystemintegration.
Die ursprüngliche Geschäftstätigkeit konzentrierte sich auf leistungsfähige Lasersensoren für Erdgas- und andere Industrien. 2015 erzielte das frühe Geschäft mit Methan-Detektoren nach kommerzielle Erfolge. 2016 verlagerte Hesai seinen Schwerpunkt auf Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Lidar-Produkten. Im selben Jahr stellte das Unternehmen den Pandar32 vor; 2017 folgte mit dem Pandar40 ein 360-Grad-Lidar für größere Reichweiten. Gleichzeitig nahm die erste eigene Lidar-Fertigungsanlage den Betrieb auf.
Als Hesai gegründet wurde, befanden sich Lidar-Produkte in einer Wachstumsphase, insbesondere als US-amerikanische Unternehmen begannen, Robotaxis zu erproben. Zu dieser Zeit konnte ein Satz Lidar-Produkte bis zu 80.000 US-Dollar kosten; Hesai konnte entsprechende Produkte nach Medienangaben für rund 40.000 US-Dollar anbieten, was dem Unternehmen half, Marktanteile zu gewinnen. Li Auto wurde 2021 Kunde des Unternehmens und entwickelte sich zu einem der wichtigsten Abnehmer. Weitere Kunden sind nach Medienangaben unter anderem Lotus Cars, Changan Automobile, SAIC Motor, FAW Group, Nio und XPeng.
Zur Finanzierung außerhalb Chinas wurde im April 2021 die Hesai Group als Offshore-Holding auf den Cayman Islands gegründet. Kurz darauf entstand Hesai Hong Kong Limited, die später die vollständige Beteiligung an Shanghai Hesai übernahm. Im Zuge der Umstrukturierung zeichneten von den drei Gründern kontrollierte Gesellschaften Class-A-Aktien, während andere Anteilseigner Class-B-Aktien erhielten. Einschließlich einer Finanzierungsrunde im Jahr 2021 hatte Hesai vor dem Börsengang insgesamt rund 567 Millionen US-Dollar eingeworben.
Am 9. Februar 2023 führte Hesai seinen Börsengang durch und wurde an der Nasdaq in den Vereinigten Staaten notiert. Das Unternehmen nahm 190 Millionen US-Dollar ein; es handelte sich damit um den größten Börsengang eines chinesischen Unternehmens in den Vereinigten Staaten seit dem Börsengang von DiDi im Jahr 2021. Die Aktie von Hesai stieg bei ihrem Handelsdebüt um 11 %. Die Notierung in den Vereinigten Staaten wurde gewählt, weil Hesai international stärker wahrgenommen werden wollte.
Im Mai 2023 veröffentlichte der Congressional Research Service einen Bericht, in dem Hesai vorgeworfen wurde, das chinesische Militär zu unterstützen. Im Januar 2024 setzte das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten Hesai auf eine Liste „chinesischer Militärunternehmen“, die in den Vereinigten Staaten tätig seien. Im Mai 2024 verklagte Hesai das Verteidigungsministerium und forderte die Streichung von der Liste. Das Unternehmen erklärte, das Vorgehen des Ministeriums sei „willkürlich und unberechenbar“ gewesen, da Hesai weder zuvor informiert worden sei noch Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten habe. Hesai warf dem Ministerium außerdem vor, seine Begründung nicht erläutert, keine Beweise vorgelegt und von Hesai eingereichte Informationen nicht geprüft zu haben. Im August 2024 entschied das Verteidigungsministerium, Hesai von der Liste zu streichen, da das Unternehmen die rechtlichen Kriterien für eine Aufnahme nicht erfülle. Im Oktober 2024 setzte das Ministerium Hesai auf Grundlage neuer Informationen erneut auf die Liste. In der Folge setzte Hesai seine Klage gegen das Verteidigungsministerium fort.
Im Jahr 2023 hielt Hesai einen Marktanteil von 73 % unter den Lidar-Zulieferern für Robotaxis. Zu den Kunden des Unternehmens gehören Cruise, Aurora Innovation, Apolong, DiDi und Pony.ai. Hesai Technology wurde mit RoboSense verglichen und gilt als dessen wichtigster Wettbewerber in China. Nach dem Bericht Automotive LiDAR 2025 der Yole Group führt Hesai den Markt für automobile Lidar-Systeme mit einem Marktanteil von 33 % an, gefolgt von RoboSense, Huawei und Seyond. Im Markt für Pkw-Lidar-Systeme lag der Anteil von Hesai demnach bei 26 %.
Im Juli 2025 legte Hesai Berufung gegen eine frühere Entscheidung eines US-Bundesgerichts ein, die die Einstufung des Unternehmens durch das Verteidigungsministerium als „chinesisches Militärunternehmen“ bestätigt hatte.
Im September 2025 erfolgte die Zweitnotierung an der Hongkonger Börse, wobei 533 Millionen US-Dollar eingenommen wurden. Dies geschah vor dem Hintergrund erneuter Risiken eines Delistings in den Vereinigten Staaten.
Im November 2025 kündigte Hesai an, in Bangkok, Thailand, eine Fabrik zu errichten, um die weltweite Nachfrage zu bedienen. Im Januar 2026 teilte das Unternehmen mit, seine Produktionskapazität im Jahr 2026 von zwei Millionen auf vier Millionen Einheiten verdoppeln zu wollen.
Im April 2026 stellte Hesai nach einem Reuters-Bericht ein neues EXT-Lidar vor, das zusätzlich zur räumlichen Erfassung auch Farbinformationen erkennen soll. Das System basiert auf dem unternehmenseigenen Picasso-Chip und soll laut Hesai noch 2026 in die Massenproduktion gehen und ab 2027 in Flaggschiff-Fahrzeugen eingesetzt werden. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen mit Kosmo ein tragbares Gerät zur Erfassung realer 3D-Daten an, das Anwendungen im Bereich sogenannter „Physical AI“, darunter humanoide Roboter und digitale Zwillinge, unterstützen soll.
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Einzelnachweise
Kategorie:Unternehmen (Shanghai) Kategorie:Unternehmensgründung 2014