Der Waldnektarvogel (Hedydipna collaris) oder auch Halsband-Nektarvogel ist eine Singvogelart aus der Familie der Nektarvögel (Nectariniidae), die in Subsahara-Afrika verbreitet ist.
Merkmale mini|Zeichnung eines Weibchens, Männchens und Jungtiers
Der Waldnektarvogel ist ein kleiner Vogel mit kurzem, leicht gebogenem Schnabel. Dieser ist wie die Füße schwärzlich. Das Gefieder ist am Rücken metallisch grün und am Bauch gelb. Die Flügelfedern sind goldgrün. Beim Männchen ist die Kehle ebenfalls grün gefärbt und weist zudem ein schmales violettes Brustband auf. Das Weibchen ist blasser gefärbt. Es hat eine gelbe Kehle und kein Brustband. Das Gefieder der Jungvögel ähnelt dem des Weibchens, ist aber weniger leuchtend und kräftig gefärbt.
Lebensweise Der Waldnektarvogel ist ein Standvogel. Die Nahrung von Nektarvögeln fressen Insekten und Spinnen sowie Nektar und Früchte. Ihre beutelförmigen Nester befestigen sie an Zweigen hängend. Die Eier werden von den Weibchen alleine ausgebrütet, während die Männchen beim Nestbau und der Fütterung unterstützen.
Verbreitungsgebiet Der Waldnektarvogel ist in Subsahara-Afrika verbreitet, wo er in folgenden Ländern in Höhen bis 2800 Metern vorkommt: Angola, Benin, Botswana, Burkina Faso, Burundi, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, DR Kongo, Elfenbeinküste, Äquatorialguinea, Eswatini, Äthiopien, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kenia, Liberia, Malawi, Mali, Mosambik, Namibia, Nigeria, Ruanda, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Südafrika, Südsudan, Sudan, Tansania, Togo, Uganda, Sambia und Simbabwe.
Gefährdung und Schutz Die IUCN („Weltnaturschutzunion“) stuft den Waldnektarvogel aufgrund seines großen Verbreitungsgebiets als nicht gefährdet () ein. Er kommt in zahlreichen Schutzgebieten vor, so zum Beispiel im Vulkan-Nationalpark in Ruanda und im Kruger-Nationalpark in Südafrika. Die Bestandsentwicklung wird jedoch als rückläufig bewertet, da Waldflächen in seinem Verbreitungsgebiet nach Global Forest Watch Stand 2022 innerhalb von zehn Jahren um 8,3 % zurückgegangen sind. Der Bestandsrückgang der Art wird darauf basierend für denselben Zeitraum auf 1 bis 19 % geschätzt. Für eine Einstufung der Art als gefährdet müsste der geschätzte Bestandsrückgang bei mindestens 30 % innerhalb von zehn Jahren bzw. mindestens 10 % bei kleinen Populationen unter 10.000 adulten Tieren liegen.
Der Waldnektarvogel spielt im Tierhandel kaum eine Rolle und ist auch nicht im Washingtoner Artenschutzübereinkommen aufgeführt.
Systematik Die Art wurde 1819 als Cinnyris collaris wissenschaftlich erstbeschrieben. Nach Dowsett & Forbes-Watson (1993) und Sibley & Monroe (1990, 1993) wurde sie der Gattung Anthreptes zugeordnet. Del Hoyo & Collar (2016) transferierten sie in die Gattung Hedydipna.
Es werden neun Unterarten unterschieden: Hedydipna collaris collaris (Vieillot, 1819) – Südosten von Südafrika Hedydipna collaris djamdjamensis (Benson, 1942) – Südwest-Äthiopien Hedydipna collaris elachior (Mearns, 1910) – Süd-Somalia, Ost-Kenia und Nordost-Tansania Hedydipna collaris garguensis (Mearns, 1915) – Süd-Sudan und West-Kenia bis Ost-Angola, Sambia und West-Tansania Hedydipna collaris hypodila (Jardine & Fraser, 1852) – Bioko im Golf von Guinea Hedydipna collaris somereni (Chapin, 1949) – Südost-Nigeria bis Südwest-Sudan, Norden der DR Kongo und Nordwest-Angola Hedydipna collaris subcollaris (Hartlaub, 1857) – Senegal und Gambia bis Süd-Nigeria Hedydipna collaris zambesiana (Shelley, 1876) – Südost-Angola bis Südost-Tansania, Nord-Simbabwe und Zentral-Mosambik Hedydipna collaris zuluensis (Roberts, 1931) – Ost-Simbabwe, Süd-Mosambik, Eswatini und Nordosten von Südafrika
Literatur
Weblinks
– Fotos – Tonaufnahmen
Einzelnachweise
Kategorie:Nektarvögel