Der Akaziendrosselhäherling (Argya fulva) ist eine sandfarbene Singvogelart aus der Familie der Häherlinge (Leiothrichidae), die in Nordafrika verbreitet ist. Ihr Bestand gilt als stabil.

Merkmale mini|Illustration von Argya fulva = Syn: Malurus numidicus von Jacques Christophe Werner aus dem Jahr 1841

Der Akaziendrosselhäherling ist ein kleiner Vogel mit kurzen Flügeln und langem Schwanz. Das Gefieder an Kopf, Rücken, Flügeln, Schwanz und Bauch hat einen einheitlich warmen, gelbbraunen Sandton ohne Streifen. Die Kehle ist weiß überhaucht. Der Schnabel ist leicht gebogen und an der Basis gelb-braun und ansonsten schwarz gefärbt. Der Oberschnabel ragt etwas über den Unterschnabel hinaus. Die Beine sind im Verhältnis zur Körpergröße kräftig und mit gelben Hornschuppen bedeckt. Die vier Zehen enden jeweils in einer halbkreisförmigen, braunen Kralle.

Lebensweise Die Akaziendrosselhäherling lebt in Buschland, Grasland und Wüsten. Zudem kommt er auch an die menschliche Präsenz angepasst in den Palmenhainen von Oasen vor, wo er Schatten und Schutz sucht. Die Häherlinge ernähren sich von Insekten und anderen Gliederfüßern. Sie ziehen in Schwärmen von acht bis zwölf Tieren umher.

Verbreitung und Bestand Das Verbreitungsgebiet des Akaziendrosselhäherlings ist Nordafrika. Die Vogelart kommt in Teilen von Algerien, dem Tschad, Ägypten, Eritrea, Äthiopien, Libyen, Mali, Mauretanien, Marokko, Niger, Nigeria, dem Senegal, dem Sudan, Tunesien und der Westsahara in Höhen bis rund 1200 Metern vor. Nach BirdLife International ist der Akaziendrosselhäherling in 36 Important Bird Areas (IBAs) verbreitet (Stand 2024), darunter auch in Schutzgebieten wie dem Ahaggar-Kulturpark und Nationalpark Tassili n'Ajjer in Algerien, dem Naturschutzgebiet Aïr und Ténéré im Niger und dem Naturschutzgebiet Ouadi Rimé–Ouadi Achim im Tschad. Die IUCN („Weltnaturschutzunion“) stuft die Art aufgrund ihres sehr großen Verbreitungsgebietes als nicht gefährdet ein und ihre Bestandsentwicklung als stabil.

Systematik Der Akaziendrosselhäherling wurde 1789 von René Desfontaines unter dem Taxon Turdus fulvus wissenschaftlich erstbeschrieben. Früher in die Gattung Turdoides eingeordnet, wurde die Art nach der Veröffentlichung einer umfassenden molekular-phylogenetischen Studie im Jahr 2018 in die wiederbelebte Gattung Argya transferiert.

Es werden vier Unterarten unterschieden: Argya fulva acaciae (Lichtenstein, MHC, 1823) – Nord-Tschad, Sudan und Nord-Eritrea Argya fulva buchanani (Hartert, EJO, 1921) – Südost-Algerien, Mali bis Niger und zentraler Tschad Argya fulva fulva (Desfontaines, 1789) – Nord-Algerien über Tunesien und den Nordwesten von Libyen Argya fulva maroccana (Lynes, 1925) – Süd-Marokko und Algerien sowie Südwest-Libyen

Weblinks

– Tonaufnahmen – Bilder

Einzelnachweise

Kategorie:Häherlinge