mini|hochkant=2.0|Passion Christi von Bernardino Luini mini|Gesamtansicht mit der Hotelfassade, 2021 mini|hochkant|Reste der Konventsgebäude, 2025 Die römisch-katholische Kirche Santa Maria degli Angioli (Santa Maria degli Angeli) in Lugano im Kanton Tessin in der Schweiz wurde 1515 fertiggestellt. Sie beherbergt mit der Passion Christi von Bernardino Luini das bedeutendste Renaissance-Gemälde der Schweiz und ist als Kulturgut nationaler Bedeutung geschützt (KGS-NR. 5533). Das ehemalige Kloster wurde im 19. Jahrhundert teilweise von Hotelbauten überbaut oder zu Nebengebäuden umgenutzt. Restaurierungsarbeiten brachten die Fresken des Kreuzgangs zum Vorschein.

Lage und Beschreibung Die Kirche liegt am Südrand des Quartiers Lugano Centro an der Piazza Bernardino Luini. Im Süden schliesst sich die Fassade des ehemaligen Grand Hotel Palace an, die L-förmig den Rest des Kreuzgangs des ehemaligen Klosters umschliesst. Der zweite Innenhof wird bergseitig vom Bühnenbau des Kulturzentrums Lugano Arte e Cultura (LAC) mit dem Museo d’arte della Svizzera italiana (MASI) begrenzt. Nordwestlich der Kirche führte die Funicolare degli Angioli von 1913 bis 1986 zu einem weiteren Grand Hotel. Die Trasse des Schrägaufzug ist erhalten und steht als Kulturgut von regionaler Bedeutung unter Schutz (KGS-NR. 5549).

Der einschiffige Innenraum der Kirche wird durch eine große Trennwand unterteilt, die ein Fresko der Passion bzw. Kreuzigung von Bernardino Luini zeigt. Es wurde 1529 erstellt und gilt als «Meisterwerk der Renaissancekunst in der italienischsprachigen Schweiz». Luinis Gemälde des letzten Abendmahls hing ursprünglich im Refektorium des Klosters und jetzt an der linken Wand der Kirche. Der Chorraum und die privaten Familienkapellen beherbergen Werke, die weniger bekannten Künstlern wie Il Codolo und Bartolomeo da Ponte Tresa zugeschrieben werden.patrimonio.luganocultura.ch: Chiesa di S. Maria degli Angeli. Italienisch, abgerufen am 30. Juni 2026.

Der Kreuzgang des ehemaligen Klosters ist in seiner Nord- und Westseite erhalten und zeigt Fresken mit Geschichten aus dem Leben des Heiligen Franziskus sowie Wappen von Vertretern der katholischen Kantone.patrimonio.luganocultura.ch: Chiostro di S. Maria degli Angeli. Italienisch, abgerufen am 28. November 2025. Zweisprachige Tafeln würdigen in Italienisch und Englisch die Geschichte des Kreuzgangs. Die fünfgeschossige Fassade des ehemaligen Hotels zeigt ostseitig 13 und südseitig 19 Fensterachsen. Zum Kreuzgang hin ist Bauwerk mit 28 Luxuswohnungen metallverkleidet.patrimonio.luganocultura.ch: Grand Hotel Palace. Italienisch, abgerufen am 28. November 2025.

Geschichte Der Orden der Franziskaner unterhielt ein Kloster im Bereich des Palazzo Albertolli an der heutigen Via Canova. Ein zweiter Konvent wurde im 15. Jahrhundert vor dem südlichen Stadttor von Lugano errichtet. Die Kirche wurde zwischen 1499 und 1515 direkt neben dem südlichen Stadttor erbaut. Der Konvent wurde 1848 vom Staat beschlagnahmt und 1850 von den Brüdern Filippo und Giacomo Ciani ersteigert, die ihn zu einem Hotel umbauen liessen. Architekt war der Mailänder Luigi Clerichetti (1798–1876), der auch an der Villa Ciani beteiligt war. Er bewahrte einen Teil der Konventsgebäude vor dem Abriss und integrierte sie in den Neubau. Das «Hôtel du Parc» wurde im April 1855 eröffnet und vom Hotelier Alexander Béha geleitet.patrimonio.luganocultura.ch: Du Parc, Hôtel. Italienisch, abgerufen am 28. November 2025.

Das Hotel wurde 1970 geschlossen und verfiel zur Ruine, die 1995 als ein «Trümmerhaufen der Geschichte und der Geschichten» beschrieben und mit einem «abgetakelten Ozeandampfer» verglichen wurde.Andreas Heller: Hotelträume. Die schillernde Vergangenheit des Lugano Palace. In: Neue Zürcher Zeitung vom 1. August 1995; abgerufen am 28. November 2025. Seine Fassade wurde 2000 auf Wunsch der Bürger unter Schutz gestellt. Das Gebäude wurde in den folgenden Jahren entkernt und bis 2015 durch den Architekten Giampiero Camponovo zu einem Wohngebäude umgebaut. Restaurierungsarbeiten brachten die Fresken des Kreuzgangs zum Vorschein. Die Räume an den beiden Innenhöfen werden durch das LAC genutzt.masilugano.ch: Kloster und Kirche Santa Maria degli Angioli. Abgerufen am 30. Juni 2026.

Siehe auch Liste der Kulturgüter in Lugano

Literatur Antonio Gili (Hrsg.): Lugano Hotels. Alberghi, storia, architettura. Edizioni Città di Lugano, 1998.

Weblinks

Belege

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