Scherzberg ist eine Streusiedlung in der Weststeiermark in der Marktgemeinde Maria Lankowitz im Bezirk Voitsberg in der Steiermark. Scherzberg ist zugleich auch der Name einer Katastralgemeinde von Maria Lankowitz.
Lage und Geographie Scherzberg liegt im nördlichen Teil der Marktgemeinde Maria Lankowitz, nordwestlich des Ortszentrums. Der Ort liegt im Graben des Katzbachs, am Übergang von den Bergen der Gleinalpe im Osten zu den Erhebungen der Stubalpe im Westen.
Durch den Ort verläuft keine größere Straße, sondern nur der Katzbachgrabenweg, der Scherzberg über die Gaberl Straße (B 77) mit Salla und Krenhof verbindet.
Auf dem Gebiet der Katastralgemeinde besteht nur die gleichnamige Streusiedlung.
Geschichte Zu den ältesten Siedlungsspuren bei Scherzberg zählt ein beim Oskar-Schauer-Sattelhaus aufgefundenes bronzezeitliches Lappenbeil. Der heutige Ort Scherzberg entstand auf einem hochmittelalterlichen Rodungsgebiet im 11. bis 13. Jahrhundert. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort 1588 als ein Gehöft des Ruprecht Scherz genannt wird. Eine weitere Erwähnung erfolgte 1822/23 schließlich als Scherzberg. Der Ortsname leitet sich dabei vom Bauernhof vulgo Scherz und dessen Lage in einem bergigen Gebiet ab.
Im Herbst 1781 verheerte ein Unwetter die Gegend um Scherzberg so, dass der Weg durch den Katzbachgraben und damit auch die Verbindung nach Salla ungangbar wurde. Da Salla für die Bevölkerung länger nicht einfach erreichbar war, wurde ein Teil von Scherzberg nach Graden umgepfarrt.
Bis zur Abschaffung der Grundherrschaften im Jahr 1848 gehörten die Bewohner Scherzbergs im Verlauf der Jahrhunderte zu verschiedenen Herrschaften. So hatten die Herrschaften Kleinkainach (mit dem Amt Piberstein), Lankowitz (mit dem Amt Salla), Ligist sowie Piber Untertanen im Ort. Der Ort war ab 1799 Teil des Werbbezirks Lankowitz und wurde 1805 dem Werbbezirk Piber zugeteilt.
Mit der Konstituierung der freien Gemeinden im Jahr 1850 wurde Scherzberg Teil der Ortsgemeinde Salla. Als am 1. Januar 2015 Salla im Rahmen der Gemeindestrukturreform mit der Marktgemeinde Maria Lankowitz zusammengelegt wurde, wurde auch Scherzberg Teil der neuen Gemeinde.
Wirtschaft und Infrastruktur mini|Teich beim Marmorsteinbruch Brusa in Scherzberg
Scherzberg ist land- und forstwirtschaftlich geprägt, wobei hier in der Vergangenheit vor allem die Almwirtschaft und die Beweidung durch Ochsen eine größere wirtschaftliche Bedeutung spielte. So werden um 1840 die Ofner-, Schrott- und Moosalpe als Ochsenalmen genannt. Bei Scherzberg befinden sich mit dem Scherzberg- und dem Sattelhausbruch zwei Steinbrüche, in denen Salla-Marmor abgebaut wird. Auch eine Marmormühle wurde 1970 in Betrieb genommen.
Der Ort ist nach Salla und Graden eingepfarrt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten In Scherzberg gibt es mehrere religiöse Kleindenkmäler die von regionalgeschichtlicher Bedeutung sind. Von der Sagmüllerkapelle führt am Ostersonntag ein Kreuzbeten durch den Katzbachgraben zum Tombauer-Bildstock. Der Tombauer-Bildstock oder Dambauerkreuz ist ein nach 1945 erricheter Pfeilerbildstock, in dessen Nische ein Schutzengelbild steht. Die Josefbauer-Kapelle war ursprünglich der Mutter Gottes geweiht, nach einer Renovierung erfolgte aber die Weihe zu Ehren des heiligen Josef. Das Kernbartl-Kreuz wurde zum Gedenkan an die Abwehr einer schweren Pferdeseuche errichtet. Der 1943 geweihte Raffler-Bildstock hatte ursprünglich ein von Franz Joseph Unterholzer geschnitztes Kreuz. Der Scherzbauer-Kircheben-Bildstock, ein Pfeilerbildstock, wurden am Standort eines älteren Denkmals errichtet und erinnert an die Gründungslegende der Kirche von Salla. Dieser Legende nach sollte die erste Kirche an der Stelle des heutigen Bildstockes errichtet werden. Das Stierkreuz markiert den Verlauf eines alten Handelsweges.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1588 Kategorie:Geographie (Maria Lankowitz) Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Voitsberg Kategorie:Gleinalpe Kategorie:Pack- und Stubalpe Kategorie:Ort im Bezirk Voitsberg Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Kainach (Mur)