mini|Frédéric Montenard Frédéric Montenard (* 21. Mai 1849 in Paris; † 11. Februar 1926 in Besse-sur-Issole, Département Var) war ein französischer Maler, Dekorationsmaler und Illustrator. Er gilt als einer der bedeutenden Landschafts- und Marinemaler der Provence des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
Leben Frédéric Montenard entstammte einer alten provenzalischen Familie. Er studierte an der École des Beaux-Arts in Paris im Atelier von Pierre Puvis de Chavannes. 1873 war er an der Gründung des Atelier des Beaux-Arts in Toulon beteiligt, dem unter anderem auch die Maler Eugène-Baptiste Dauphin, Gustave Garaud und Octave Gallian angehörten. Dort war er später auch als Lehrer tätig. Montenard stellte regelmäßig im Pariser Salon aus, zunächst von 1872 bis 1884. 1890 wirkte er zusammen mit Puvis de Chavannes an der Gründung der Société nationale des Beaux-Arts in Paris mit; im selben Jahr wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. 1921 erhielt er den Titel peintre officiel de la Marine. Er war eng befreundet mit dem Dichter Frédéric Mistral sowie mit dem Maler Octave Gallian.
Montenard lebte zwischen seinem Pariser Atelier und seinem Landsitz, dem Château de la Croix de Bontar in Besse-sur-Issole, den sein Vater errichtet hatte und auf dem er zunächst die Sommermonate verbrachte. Nach dem Ersten Weltkrieg ließ er sich dort endgültig nieder.
Werk mini|Le chevrier. Musée du Pays Brignolais Montenards Werk umfasst vor allem Landschafts- und Marinedarstellungen in Öl, Aquarell und Pastell sowie ländliche Genreszenen, überwiegend aus der Provence. In seinem Frühwerk wählte er seine Motive hauptsächlich in der Umgebung von Paris sowie an den nordfranzösischen Küsten des Ärmelkanals und des Atlantiks; der Bildaufbau dieser Phase wird als streng und konstruiert beschrieben. Ab Anfang der 1880er Jahre wandte er sich zunehmend der Freilichtmalerei in Südfrankreich zu, wobei seine Malweise aufgelockerter und die Farbgebung heller wurde. Eine ehrenvolle Erwähnung im Salon von 1882 bestätigte diesen künstlerischen Weg. Im Salon von 1883 erfolgten staatliche Ankäufe zweier Werke, Le Transport de guerre und La Corrèze quittant la rade de Toulon (heute Musée du Pays Brignolais, Brignoles) und Un cimetière en Provence (Musée des Beaux-Arts, La Rochelle). 1889 wurde er auf der Weltausstellung in Paris mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.
Nach 1890 malte Montenard nahezu ausschließlich Motive aus der Provence. Ab etwa 1894 erhielt er öffentliche Aufträge für großformatige Dekorationsmalereien, unter anderem für den Palais des Arts in Marseille (um 1894) sowie für die Sorbonne in Paris. 1900 schuf er zwei Gemälde für den Speisesaal des Restaurants Le Train bleu am Pariser Gare de Lyon. Für die Kirche Saint-François-de-Sales in Paris fertigte er zwischen 1924 und 1926 mehrere Fresken, darunter eine Darstellung der Geburt Christi. Für die Kapelle des Klosters Sainte-Baume in Saint-Maximin-la-Sainte-Baume (Var) schuf er um 1911 einen fünfteiligen Gemäldezyklus mit Szenen aus dem Leben der heiligen Maria Magdalena. 1896 reiste Montenard im Auftrag des französischen Staates nach Tunis, um dort Landschaftsmotive für dekorative Arbeiten zu studieren. Als Illustrator wirkte er unter anderem an Maurice Loirs Werk La Marine française (Paris 1893, zusammen mit Léon Couturier) sowie an einer 1922 erschienenen Ausgabe von Frédéric Mistrals Mireille mit. Stilistisch zeigt Montenards Werk eine gewisse Nähe zum Impressionismus, ohne sich jedoch eindeutig einer Malschule zuordnen zu lassen.
Eine Straße sowie ein 2005 eröffnetes Collège in Besse-sur-Issole sind nach ihm benannt.
Familie Montenard war ein Sohn des Bildhauers Casimir Charles Montenard (1808–1892) und dessen Frau Caroline Hortense (geborene Rodier; um 1825 – 1890). Er war seit 1872 mit Marie Louise Henriette (geborene Court; 1850–1934) verheiratet. Henriette Montenard (1873–1958) ⚭ 1892 mit Jean des Portes (oder Desportes) de La Fosse (1862–1942) Er war ein Großneffe des Bildhauers Jean-Baptiste Giraud (1752–1830). Sein Vater hatte 1891 dem Louvre den Entwurf (Abbildung) für das Grabmal für die 1827 verstorbene Ehefrau des Bildhauers und ihre zwei Kinder gestiftet, den Pierre-François-Grégoire Giraud (1783–1836) ausgeführt hatte.
Montenard starb 1926 in Besse-sur-Issole und wurde auf dem Friedhof Père-Lachaise in Paris beigesetzt.
Werke (Auswahl) Werke Montenards befinden sich unter anderem im Musée du Pays Brignolais in Brignoles, im Musée Condé in Chantilly sowie in den Musées des Beaux-Arts von Marseille und Toulon. Eine eigene Ausstellungsabteilung ist ihm im ersten Stock des Musée du Pays Brignolais im Palais des Comtes de Provence in Brignoles gewidmet. mini|hochkant|La Corrèze quittant le port de Toulon 1884: La Corrèze quittant le port de Toulon Musée du Pays Brignolais 1884: Navire de guerre dans la rade de Brest Musée d’Art de Toulon Paysan dans la campagne bessoise Musée du Pays Brignolais 1917: La flotte au mouillage aux Dardanelles Musée national de la Marine de Paris Le chevrier Musée du Pays Brignolais
Literatur
Lydia Harambourg: Dictionnaire des peintres paysagistes français au XIXe siècle. Ides et Calendes, Neuchâtel 1985. André Alauzen: Dictionnaire des peintres et sculpteurs de Provence, Alpes, Côte d’Azur. Jeanne Laffitte, Marseille 1986. Gérald Schurr: Les petits maîtres de la peinture, valeur de demain. Band 2, Les Éditions de l’Amateur, Paris 1972. Gérald Schurr, Pierre Cabanne: Dictionnaire des petits maîtres de la peinture 1820–1920. Band 2: I–Z. Les Éditions de l’Amateur, Paris 1996.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Frankreich) Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Ritter) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1849 Kategorie:Gestorben 1926 Kategorie:Mann