Franz Friedrich Anton von Beulwitz (* 10. Juli 1760 in Coburg; † 17. Oktober 1791 in Wetzlar) war 1791 bis zu seinem Tod im gleichen Jahr fünf Monate lang Assessor (Richter) am Reichskammergericht.Jahns, S. 345.
Herkunft und Familie Franz Friedrich Anton von Beulwitz war der Sohn von Wilhelm Friedrich von Beulwitz (1722–1780), Regierungs- und Konsistorialassessor des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen, dann herzoglich sachsen-coburg-saalfeldischer Regierungsrat. Dort stieg er zum Konsistorialpräsidenten und Kanzler auf. Die Mutter von Franz Friedrich Anton von Beulwitz war Augusta Sophia von Kyckpusch (1737–1769).Jahns, S. 345. Beide Familien – die von Beulwitz und die Kyckpuschs – gehörten zum angestammte Adel des kleinen Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen.Jahns, S. 346. Die Eltern benannte ihren Sohn offensichtlich nach dem um 10 Jahre älteren Prinzen Franz Friedrich Anton von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1750–1806), dem späteren Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld.
Franz Friedrich Anton von Beulwitz blieb ledig.Jahns, S. 346.
Ausbildung Franz Friedrich Anton von Beulwitz besuchte von 1774 bis 1778 zunächst das Gymnasium Casimirianum in Coburg und ging anschließend zum Studium der Rechtswissenschaft nach Universität Göttingen. 1780 verließ er die Universität ohne juristischen Grad.Jahns, S. 348.
Wirken Anschließend übernahm der Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld Franz Friedrich Anton von Beulwitz in seine Dienste. Im Herzogtum stieg er zum Hof- und Regierungsrat auf.Jahns, S. 348.
Ende Januar 1789 starb Georg Ludwig Meckel von Hemsbach, der am Reichskammergericht den Sitz innegehabt hatte, den Kurbrandenburg besetzte. König Friedrich Wilhelm II. von Preußen präsentierte daraufhin in seiner Funktion als Kurfürst von Brandenburg zweieinhalb Monate später dem Reichskammergericht Franz Friedrich Anton von Beulwitz als seinen Kandidaten.Jahns, S. 348. Vermutlich verdankte von Beulwitz diese Präsentation seinem Verwandten, Ludwig Friedrich von Beulwitz, der gute Beziehungen zum preußischen Hof hatte.Jahns, S. 347, 349. Das Zulassungsverfahren zog sich über etwa zwei Jahre hin, was nicht ungewöhnlich war. Seine Proberelation wurde von den späteren Kollegen sehr positiv beurteilt. Am 4. Mai 1791 leistete er seinen Amtseid als Assessor am Reichskammergericht.Jahns, S. 349.
Etwa fünf Monate später starb er bereits.Jahns, S. 349.
Literatur Sigrid Jahns: Das Reichskammergericht und seine Richter. Verfassung und Sozialstruktur eines höchsten Gerichts im Alten Reich – Teil 2, Band 1: Biografien (= Friedrich Battenberg, Albrecht Cordes, Ulrich Eisenhardt, Peter Oestmann, Wolfgang Sellert (Hg.): Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, Band 26). Böhlau, Köln u. a. 2003. ISBN 3-412-06503-X
Einzelnachweise
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