mini|Thomas Martens (2026) Thomas Martens (* 1952) ist ein deutscher Geologe und Paläontologe. Am Bromacker machte er 1974 den ersten Knochenfund eines „Ursauriers“. Bis 2015 war er stellvertretender Direktor des Museums der Natur in Gotha.

Leben und Wirken mini|Dimetrodon-Knochenfund von 1974 (MNG-7744) Thomas Martens fing in seiner Kindheit an Steine und Mineralien zu sammeln. Sein Vater ging mit ihm öfters in Steinbrüche. Von 1970 bis 1974 studierte Martens Geowissenschaften an der Bergakademie Freiberg.Lotta Demuth: Thomas Martens im Gespräch. In: Friedenstein Stiftung Gotha, Jana Franke (Hrsg.): Bromackergeschichten. Gotha 2023. S. 35. Von 1978 bis 2015 war er als Kustos für die geologischen Sammlungen und stellvertretender Direktor des Museums der Natur in Gotha tätig, wo er Ausstellungen zu Ursauriern entwickelte. Im Ruhestand ist er noch als Bodendenkmalpfleger beim Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie tätig.oscar-am-freitag.de: … und wieder gräbt sich „Doc Martens“ in die Erdgeschichte. Video vom 7. August 2021.

Während seiner Diplomarbeit lernte Martens Thüringen und Tambach-Dietharz kennen. In den Steinbrüchen am Bromacker grub er 1974 2,5 Meter tief, bis er den ersten Knochenfund des Bromackers machte, einen Hüftknochen des fleischfressenden Pelycosauriers Dimetrodon (etwa 290 Mio. Jahre alt).Museum der Natur Gotha, Inventarnummer MNG-7744. Weitere Knochen- sowie Skelettfunde folgten und Martens wurde zu einem anerkannten Wirbeltierpaläontologen. Bei den Grabungen vom Tambacher Liebespaar (Seymouria sanjuanensis) war er zugegen. Nachdem zu Zeiten der DDR der Kontakt mit nordamerikanischen Wissenschaftlern nur eingeschränkt möglich war, konnte Martens diese in den 1990er-Jahren vertiefen. Er gewann die Unterstützung des Carnegie Museums in Pittsburgh bei Grabungen, Präparation und wissenschaftlicher Beschreibung. Bei jährlichen Grabungen wurden bis 2010 zwölf Amphibien- und Reptilienarten entdeckt.friedensteine.de: Der Bromacker. Abgerufen am 26. Juni 2026.

Nachdem über zehn Jahre keine systematischen Grabungen am Bromacker mehr stattgefunden hatten, konnte Martens die Wiederaufnahme regelmäßiger Untersuchungen durchsetzen. Mit neuen Partnern und einem interdisziplinären Forschungsteam startete 2020 das auf mehrere Jahre angelegte Projekt „BROMACKER“.Berliner Museum für Naturkunde: BROMACKER-Projekt sucht nach Ursauriern. Pressemitteilung vom 31. Juli 2020.

Dedikationsnamen Nach Martens wurde der Caseide Martensius bromackerensis benannt.David S. Berman, H. C. Maddin, Amy C. Henrici, S. S. Sumida, D. Scott, R. R. Reisz: New Primitive Caseid (Synapsida, Caseasauria) from the Early Permian of Germany. In: Annals of Carnegie Museum. Band 86, Nummer 1 (2020), S. 43–75, (Digitalisat).

Veröffentlichungen Als Autor: Thüringer Wald. Borntraeger, Berlin und Stuttgart 2003, ISBN 978-3-443-15078-5. Wissenschaftliche Bedeutung der Fossillagerstätte Bromacker (Deutschland, Tambach-Formation, Unteres Perm) – Wirbeltierfossilien. Cuvillier, Göttingen 2018, ISBN 978-3-7369-9745-5. Taxonomie und Biostratigraphie der Conchostraken (Phyllopoda, Crustacea) aus dem terrestrischen Oberen Pennsylvanian und Cisuralian (unteres Perm) von Nord-Zentral Texas (USA). Cuvillier, Göttingen 2020, ISBN 978-3-7369-7147-9. Wetter- und Klimamarken der Tambach-Formation (Oberrotliegend, Unteres Perm, mittlerer Thüringer Wald, Deutschland) – ein aktualistischer Vergleich. Ein Beitrag zu „200 Jahren Aktualismus und dynamische Geologie in den Geowissenschaften“. Cuvillier, Göttingen 2022, ISBN 978-3-7369-7587-3. Beiträge: Ursaurier zwischen Thüringer Wald und Rocky Mountains. Eine Zeitreise in die Erdgeschichte vor 290 Millionen Jahren. Begleitheft zur Ausstellung. Museum der Natur, Gotha 2000. Thomas Fuchs (Bearb.): Die Entdeckung des Thüringer Waldes. Katalog zur Ausstellung der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt-Gotha im Spiegelsaal auf Schloss Friedenstein in Gotha, 27. Juni bis 24. August 2007. Gotha 2007, ISBN 978-3-910027-23-7. A new recumbirostran ‘microsaur’ from the lower Permian Bromacker locality, Thuringia, Germany, and its fossorial adaptations. In: Scientific Reports. Band 14, Nr. 4200 (2024). 20. Februar 2024. Als Herausgeber: mit Wolfgang Zimmermann (Hrsg.): Der Thüringer Wald – besonders für Reisende geschildert. K. E. A. von Hoff und C. W. Jacobs. Leipzig 1987, ISBN 978-3-361-00967-7. mit Karin Dreißig (Hrsg.): Annalen meines Lebens. Die Tagebücher des Gothaer Geologen und Staatsbeamten Karl Ernst Adolf von Hoff 1771–1837. Weimar 2012, ISBN 978-3-941830-21-9.

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