mini|Mineralwasser Hanácká kyselka mit Zitronenaroma Hanácká kyselka (deutsch etwa „Hanna-Sauerbrunnen“ oder Hanna-Säuerling) ist ein tschechisches Mineralwasser und Markenname des Getränkeherstellers Mattoni.
Der Quellort liegt am Rande der Ortschaft Horní Moštěnice (Mähren) im Okres Přerov. Seit 1863 ist das Mineralwasser, zunächst unter dem Namen „Hanna-Säuerling“, im Handel.Heinrich Laus: Die nutzbaren Mineralien und Gesteine der Markgrafschaft Mähren und des Herzogtums Schlesien. Brünn 1906, S. 95. Die Abfüllung des Mineralwassers zu Trinkzwecken geschieht aktuell (2026) von dem regionalen Unternehmen Hanácká kyselka, das seit 2002 zur in Karlsbad ansässigen AG Karlovarské minerální vody gehört.Hanácká kyselka. Chuť zalitá sluncem... Kurzvorstellung der Mineralwassermarke auf www.mattoni1873.cz (tschechisch).
Geschichte Das Mineralwasservorkommen wurde 1854 durch französische Geologen entdeckt, die auf der Suche nach Steinkohle waren. In der Umgebung von Brünn wurde bereits um 1760 Steinkohle an Ausbissen entlang von Talflanken gewonnen. Im 19. Jahrhundert stieg der Kohlebergbau in der Region durch die zunehmende Industrialisierung stark an.Alexander Makowsky, Anton Rzehak: Die geologischen Verhältnisse der Umgebung von Brünn als Erläuterung zu der geologischen Karte. In: Verhandlungen des naturforschenden Vereines in Brünn, Bd. 22 (1884), S. 192–193.
Den Namen erhielt das Mineralwasser nach der fruchtbaren Landschaft Hanna () in Mähren, wo sich der Quellort befindet. Das Markenlogo zeigt eine Frau in traditioneller Hanna-Tracht. Das erste Etikett mit dem Frauenlogo stammt von dem mährischen Maler Joža Uprka (1861–1940) aus Kneschdub, der mit seinen Werken häufig Frauen in traditioneller Tracht in ländlichen Szenen abbildete. Dieses Motiv griff man später mit einer anderen Person auf, die in familiärer Beziehung zur Belegschaft stand.
Das Unternehmen wurde von Anna Pospíšilová gegründet. Sie erwarb die Hanácká-Quelle mit der Auszahlung ihres Erbanteils an einem Familienbesitz. Die tüchtige Unternehmerin entwickelte mit den Familienmitgliedern einen florierenden Betrieb. In den 1890er Jahren häuften sich bereits Werbeanzeigen in regionalen und überregionalen Zeitungen. Im Jahr 1895 hatte die „Hanácká Kyselka“ einen eigenen Stand auf der „Tschechoslowakische Volkskundeausstellung in Prag“ (Národopisná výstava českoslovanská v Praze 1895). Um 1900 existierten bereits Lagerhäuser in Olmütz, Proßnitz und Prag. Zum wirtschaftlichen Erfolg zählte wohl auch das werbliche Motto „Auf den tschechischen Tisch – tschechisches Wasser“. Seit 1921 wurden im Familienbetrieb von Horní Moštěnice bereits Limonaden produziert, die zu den frühesten Getränken dieser Art in der Tschechoslowakei gehörten.Hanácká kyselka: tradiční minerálku objevili náhodou při hledání uhlí. Je to 170 let!. Beitrag vom 5. Juni 2024 in Šumperský REJ, auf www.sumpersky.rej.cz (tschechisch).
In den Jahren 1972/1973 begann Hanácká Kyselka als erster Mineralwasserhersteller der ČSSR mit der Produktion von PVC-Flaschen. Angesichts der unvorteilhaften Materialqualität sowie der politischen Rahmenbedingungen verwendete man wieder Glasflaschen. Heute werden die Getränkesorten in PET-Kunststoffflaschen abgefüllt.
Mit Wirkung vom 7. März 2002 kam es zur Fusion von drei Mineralwasserunternehmen (Hanácká kyselka, Karlovarské minerální vody und Poděbradka) zur Aktiengesellschaft Karlovarské minerální vody, a.s.číslo jednací: S31/01-1648/01. Eintrag bei der Wettbewerbsbehörde der Tschechischen Republik, auf www.uohs.gov.cz (tschechisch).
In Horní Moštěnici gibt es eine weitere Mineralquelle. Diese Čubrina genannte Quelle befindet sich am nördlichen Ortsrand und ist frei verfügbar.
Chemische Zusammensetzung Es handelt sich um einen Calcium-Natrium-Hydrogenkarbonat-Säuerling.Walter Carlé: Die Mineral- und Thermalwässer von Mitteleuropa. Geologie, Chemismus und Genese. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1975, S. 459. Das Brunnenwasser wird aus sechs Bohrlöchern gewonnen, von denen das tiefste 264 Meter misst. Das geförderte Wasser weist dieselbe Zusammensetzung auf wie zum Zeitpunkt seiner Entdeckung im Jahre 1854.Vše o Hanácké. S kvalitou jdeme do hloubky. Angaben des Abfüllers zu den Bohrungen und zur Hydrogeologie, auf www.hanackakyselka.cz (tschechisch). Die chemische Zusammensetzung wird vom Abfüller wie folgt angegeben:Vše o Hanácké. Složení vody. Angaben des Abfüllers zur chemischen Zusammensetzung, auf www.hanackakyselka.cz (tschechisch).
Kationen Natrium 248 mg/l Kalium 15 mg/l Calcium 270 mg/l Magnesium 68 mg/l
Anionen Fluorid 1,3 mg/l Chlorid 178 mg/l Jodid 0,110 mg/l Hydrogenkarbonat 1580 mg/l
Produkte Aus der Quelle werden Mineralwasserprodukte hergestellt, die als reines Mineralwasser und aromatisierte Handelssorten vertrieben werden. Unter den aromatisierten Sorten befinden sich aktuell (2026) die Geschmacksrichtungen Zitrone, Pomeranze, Grapefrucht, Weiße Trauben, Himbeere, Aprikose, Waldfrüchte, Gartenmischung, Ginkgo biloba, Schwarze und Rote Johannisbeere.
Weblinks
Webpräsenz. www.hanackakyselka.cz (tschechisch) vrt Hanácká Kyselka (10259). Nationales Verzeichnis von Mineralwasserquellen (tschechisch)
Einzelnachweise
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