Philip Joseph Deloria (* 27. Februar 1959 in Yankton Dakota) ist ein US-amerikanischer Historiker, der sich auf die Geschichte der amerikanischen Ureinwohner, Westamerikas sowie der Umwelt spezialisiert hat. Er verfasste die preisgekrönten Bücher Playing Indian (1998) und Indians in Unexpected Places (2004) und lehrt als Leverett Saltonstall Professor of History an der Harvard University, als erster Indigener überhaupt.

Familie Deloria ist ein direkter Nachfahre des Standing Rock Sioux Tribe und der Sohn von Barbara und Vine Deloria Jr. Sein Vater war ein Gelehrter, Schriftsteller und Aktivist für die Rechte der amerikanischen Ureinwohner, der 1969 breite Anerkennung für sein Buch Custer Died for Your Sins: An Indian Manifesto erhielt. Philip J. Delorias Großtante Ella Deloria arbeitete als Ethnologin. Als er aufwuchs, war seine Mutter Bibliothekarin in der Fairhaven Library in Bellingham (Washington). Nach der Schule lasen er und sein Bruder oft in der Bibliothek, bis die Arbeitszeit ihrer Mutter endete.

Karriere Deloria absolvierte 1982 die University of Colorado Boulder mit einem B.M.E. in Musikpädagogik. 1988 absolvierte Deloria dort den M.A. in Journalismus und Massenkommunikation. Deloria erhielt seinen Ph.D. 1964 in American Studies von der Yale University. Deloria arbeitete von 1994 bis 2000 als Professor an der University of Colorado, bevor er eine Professur an der University of Michigan, Ann Arbor, sowohl in der Abteilung für amerikanische Kultur als auch in der Abteilung für Geschichte antrat. Im Jahr 2018 wurde er zum ersten Professor für Geschichte der amerikanischen Ureinwohner an der Harvard University ernannt. 2015 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences, 2021 in die American Philosophical Society gewählt. Er ist Treuhänder des Smithsonian Institution’s National Museum of the American Indian und ehemaliger Vorsitzender des Repatriierungskomitees. Deloria war 2022 der Präsident der Organization of American Historians.

Werk Deloria befasste sich vor allem mit der Geschichte der amerikanischen Indigenen. Das Buch Playing Indian ist ein Längsschnitt durch das Indianerspiel der Weißen, von der Boston Tea Party bis in die Gegenwart. Indians in Unexpected Places geht auf die Ideologie um die Indianer im 20. Jahrhundert ein, die im Sport, in Automobilen, in Filmen oder Musicals Erfolge hatten.https://history.fas.harvard.edu/people/philip-deloria

Schriften

Mithrsg. mit David Hurst Thomas: Die Welt der Indianer. Geschichte, Kunst, Kultur von den Anfängen bis zur Gegenwart, Frederking & Thaler 1994. ISBN 3894053313. (deutsche Übersetzung: Werner Petermann) Playing Indian. New Haven: Yale University Press, 1998. ISBN 978-0-300-08067-4. Mithrsg.: Blackwell Companion to American Indian History, Boston: Blackwell Publishers, 2002. ISBN 978-1405121316. Indians in Unexpected Places. Lawrence: University Press of Kansas, 2004. ISBN 978-0-7006-1459-2. American Studies: A User’s Guide. University of California Press, 2017. ISBN 9780520287730. Becoming Mary Sully: Toward an American Indian Abstract. Seattle: University of Washington Press, 2019. ISBN 978-0295745046.

Einzelbelege

Weblinks

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