Die Hagemühle ist eine ehemalige Wassermühle in Lengenfeld unterm Stein im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen. Die einstige Mühle, ein mehrfach gegliederter Fachwerkbau auf massivem Kellergeschoss, steht etwa 500 m westlich des Dorfs, unmittelbar südlich der Landesstraße L 1003, am Nordufer der Frieda (). Ein als Wohnhaus genutzter Teil der Mühle, laut Inschrift 1577 erbaut, ist der älteste Bau in Lengenfeld unterm Stein.

Der Mahlbetrieb wurde im Jahre 1960 eingestellt. Danach diente das Anwesen nahezu 30 Jahre als Wohnhaus, dann, nach entsprechendem Umbau, von 1989 bis 1994 als Gaststätte. 1994 wurde ein auf dem Anwesen neu erbautes Hotel eröffnet, das jedoch bereits 2004 wegen mangelnder Auslastung geschlossen wurde. Seit 2006/08 beherbergt das ehemalige Hotel eine privat betriebene Fußballschule mit Internat, seit Dezember 2009 auch das „Kanonenbahnmuseum Lengenfeld“.

Geschichte Mühle mini|Die Hagemühle (2018) In Lengenfeld bestanden seit dem frühen Mittelalter drei Mühlen: die „Obermühle“, auch „Herrenmühle“ genannt, im Oberdorf, die „Mittelmühle“ im Unterdorf und die „Hagemühle“, früher auch als „Heynmule“ oder „Hainmühle“ bezeichnet. Die Heynmühle wird bereits im Jahre 1281 in einer Kurmainzer Urkunde erwähnt, als zum Besitz der Burg Stein gehörend. Sie war, nach der Höhe der Pachtzinsen und sonstigen jährlich zu entrichtenden Zahlungen zu urteilen, die zur Burg und dem später dort eingerichteten mainzischen Amt Bischofstein gehörige Bannmühle. Im Jahre 1664 wurden zwei Mahlgänge genannt. Von 1700 bis 1960 sind alle dortigen Müller namentlich bekannt.

Am Karfreitag 1960 wurde der Mühlenbetrieb eingestellt, erzwungen durch die Kollektivierung der Landwirtschaft in der DDR. Das Mühlrad wurde am 1. September 1966 abgerissen.

Spätere Nutzung mini|„Soccer City“ in der Hagemühle (2024) Nach dem Verkauf des Anwesens am 15. Juni 1980 wurde das Mühlengebäude in langwierigen Außen- und Innenumbauarbeiten, bei denen die Hagemühle als Denkmal früherer Fachwerkbaukunst weitgehend erhalten wurde, zu einer Gaststätte mit „Eiscafe“ umgebaut und schließlich am 1. Mai 1989 eröffnet. Der neue Besitzer ließ auf dem Gelände, nur wenige Meter nordöstlich des alten Mühlhauses, ein dreistöckiges Hotel bauen. Es wurde 1994 eröffnet, musste aber aufgrund zu geringer Nutzung schon im Jahre 2004 wegen Insolvenz den Betrieb einstellen. Das gesamte Anwesen stand danach bis 2006 zum Verkauf.

Im Juni 2006 übernahm ein neuer Eigner das Anwesen und richtete dort ein 2008 eröffnetes, „Soccer City“ genanntes Fußball-Trainingszentrum für Jungen der 5.–12. Klasse mit 36 Internatsplätzen ein (). Es kooperiert eng mit mehreren Schulen in der Umgebung und mit örtlichen Sportvereinen. Während der Schulferienzeit finden dort auch Fußball-Camps statt, im Sommer zweiwöchige, zu anderen Jahreszeiten auch kürzere.

Im Dezember 2009 zog das im Januar 2006 in der ehemaligen Schule in Großbartloff in Zusammenarbeit mit dem Kanonenbahnverein Lengenfeld unterm Stein eröffnete „Kanonenbahnmuseum“ um in die ehemalige Kegelbahn des früheren Hotels. Die Modellanlage im Maßstab 1:32 zeigt einen Miniaturnachbau des Teilabschnittes Dingelstädt–Lengenfeld der ehemaligen Kanonenbahn sowie viele alte Uniformen, Fahrkarten, Instrumente, Bilder und Informationen zur Geschichte der gesamten Kanonenbahn.Kanonenbahnmuseum in der Hagemühle eröffnet, bei: Das Südeichsfeld damals und heute – Archiv des HeimatStudios Seit November 2018 befindet sich das Museum im benachbarten Fachwerkhaus.

Fußnoten

Weblinks

Die Hagemühle, bei: Das Südeichsfeld damals und heute – Archiv des HeimatStudios Die Hagemühle (Entwicklungen von 1577 – 2008), bei: Das Südeichsfeld damals und heute – Archiv des HeimatStudios https://www.soccer-city.eu/en/soccer-academy/general

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