Fritz Ferdinand Thilo von Tresckow (* 19. März 1850 in Potsdam; † 19. November 1932 in Breslau) war ein preußischer Generalleutnant.
Leben Herkunft Thilo entstammte dem Haus Schmarfendorf des märkischen Adelsgeschlechts von Tresckow. Er war das vierte von sieben Kindern des preußischen Oberst Heinrich von Tresckow (1814–1876) und dessen Ehefrau Sophie, geborene Freiin von Werthern (1822–1876) aus dem Hause Klein-Werthern.
Militärkarriere Nach seiner Erziehung im elterlichen Hause und dem Besuch der Friedrich-Wilhelm-Schule in Stettin sowie der Kadettenhäuser in Kulm und Berlin wurde Tresckow am 12. April 1869 als Sekondeleutnant dem Leib-Grenadier-Regiment (1. Brandenburgisches) Nr. 8 der Preußischen Armee in Frankfurt (Oder) überweisen. Mit seiner 8. Kompanie nahm er 1870/71 während des Krieges gegen Frankreich an den Schlachten bei Spichern, Vionville, Gravelotte, Beaune-la-Rolande, Orléans und Le Mans sowie der Einschließung und Belagerung von Metz teil. Bei Briare wurde er leicht verwundet.
Ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse, war Tresckow nach dem Friedensschluss von Ende Juni 1871 bis Anfang August 1875 Adjutant und untersuchungsführender Offizier beim II. Bataillon. Zwischenzeitlich zum Premierleutnant aufgerückt, erfolgte am 16. August 1876 mit Wirkung zum 1. Oktober 1876 seine Kommandierung als Inspektionsoffizier und Lehrer an die Kriegsschule Engers. Unter Entbindung von diesem Kommando wurde er Mitte Februar 1878 als Adjutant zur Inspektion der Infanterieschulen kommandiert. Während dieses Kommandos erhielt Tresckow die Erlaubnis zur Teilnahme an den Vorlesungen des 3. Coetus der Kriegsakademie 1879/80 in der Kriegsgeschichte und in den Generalstabsgeschäften sowie 1880/81 über Militärrecht und Militärgesundheitspflege. Unter weiterer Belassung in seinem Kommando wurde er Anfang Mai 1881 à la suite des 3. Garde-Regiments zu Fuß gestellt. Mit der Beförderung zum Hauptmann und Ernennung zum Kompaniechef trat Tresckow am 12. Februar 1882 in den Truppendienst zurück. Unter Beförderung zum überzähligen Major und Stellung à la suite seines Regiments wurde er am 20. September 1890 zum Kommandeur der Unteroffizierschule in Jülich ernannt.[Erich] Dietz, [Fritz] Meyer: Die Unteroffizierschule in Jülich 1860–1910. Eine Festschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens. Flamm, Jülich 1910, S. 73. Daran schloss sich vom 17. November 1892 bis zum 17. Oktober 1896 eine Verwendung als Bataillonskommandeur im Königin Augusta Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4 an. Anschließend wurde Tresckow unter Stellung à la suite seine Regiments zum Kommandeur der Unteroffizierschule Biebrich ernannt und avancierte Ende März 1897 zum Oberstleutnant. Mit der Beförderung zum Oberst erfolgte seine Versetzung als aggregiert in das Grenadier-Regiment „Prinz Carl von Preußen“ (2. Brandenburgisches) Nr. 12. Vom 15. Juni 1899 bis zum 17. August 1902 war er Kommandeur dieses Regiments, wurde anschließend Inspekteur der Infanterieschulen und im September 1902 mit dem Kronen-Orden II. Klasse ausgezeichnet.Militär-Wochenblatt. Nr. 82 vom 17. September 1902, S. 2195. Mitte Februar des Folgejahres rückte Tresckow zum Generalmajor auf und war vom 27. Januar 1905 bis zum 2. Oktober 1906 Kommandeur der in Freiburg im Breisgau stationierten 57. Infanterie-Brigade. In dieser Stellung erhielt er die Erlaubnis zur Annahme des Ehrenkomturkreuzes des Fürstlichen Hausordens von HohenzollernMilitär-Wochenblatt. Nr. 84 vom 10. Juli 1906, S. 1959. sowie des Großoffizierskreuzes des Ordens der Krone von Italien. Anschließend zunächst mit der Führung der 39. Division in Colmar beauftragt, wurde Tresckow am 16. Oktober 1906 mit der Beförderung zum Generalleutnant zum Kommandeur des Großverbandes ernannt. Im Mai 1907 erhielt er die Erlaubnis zur Annahme des Kommandeurkreuzes I. Klasse des Ordens Berthold des Ersten.Militär-Wochenblatt. Nr. 58 vom 7. Mai 1907, S. 1312. In Genehmigung seines Abschiedsgesuches wurde Tresckow am 27. August 1907 mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt.
Nach seiner Verabschiedung würdigte ihn Wilhelm II. im September 1907 durch die Verleihung des Sterns zum Roten Adlerordens II. Klasse mit Eichenlaub.Militär-Wochenblatt. Nr. 124 vom 28. September 1907, S. 2827.
Während des Ersten Weltkriegs wurde Tresckow wiederverwendet und war als Inspekteur der Kriegsgefangenenlager im Bezirk des VI. Armee-Korps tätig.Deutscher Offizier-Bund (Hrsg.): Ehren-Rangliste des ehemaligen Deutschen Heeres. Mittler & Sohn, Berlin 1926, S. 693.
Familie Tresckow hatte sich am 20. April 1881 in Schmiedeberg mit Elisabeth von der Hagen (1858–1899) aus dem Hause Schmiedeberg verheiratet. Nach ihrem Tod heiratete er am 18. Januar 1900 in Berlin Lydia von Arnim (* 1865) aus dem Hause Gerswalde. Aus der ersten Ehe gingen die Töchter Elisabeth (* 1882) und Ursula (* 1886) hervor.
Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel) 1904. Fünfter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1903, S. 829. (Digitalisat) Kroll: Offizier-Stammliste des Leib-Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm III. (1. Brandenburgisches) Nr. 8. Mittler & Sohn, Berlin 1899, S. 611–612. Offizier-Stammliste des Königlich Preussischen 3. Garde-Regiments zu Fuss. Von 1860 bis 1910. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg 1910, S. 155–156.
Einzelnachweise
Kategorie:Generalleutnant (Königreich Preußen) Kategorie:Person im Deutsch-Französischen Krieg Kategorie:Befehlshaber im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse Kategorie:Kommandeur I. Klasse des Ordens Berthold des Ersten Kategorie:Ehrenkomtur des Fürstlichen Hausordens von Hohenzollern Kategorie:Träger des Ordens der Krone von Italien (Großkomtur) Kategorie:Infanterist (Preußen) Thilo Kategorie:Preuße Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1850 Kategorie:Gestorben 1932 Kategorie:Mann