Die Jubail Industrial City () ist eine planmäßig angelegte Industrie- und Wohnstadt bei al-Dschubail in der Provinz asch-Scharqiyya im Osten Saudi-Arabiens. Sie liegt an der Küste des Persischen Golfs und wird von der Royal Commission for Jubail and Yanbu verwaltet. Die Stadt umfasst 1016 km² und gehört zu den bedeutendsten Zentren der saudi-arabischen Petrochemie und Schwerindustrie. Der Komplex vereint ein ausländischen Investitionsvolumen von über 100 Mrd. US-Dollar im größten petrochemischen Komplex der Welt.
Geschichte Die Jubail Industrial City entstand im Rahmen der saudi-arabischen Industrialisierungspolitik der 1970er Jahre. 1975 wurde die Royal Commission for Jubail and Yanbu gegründet, um in Jubail am Persischen Golf und in Yanbu am Roten Meer große Industriestädte aufzubauen. Mit Planung und Projektmanagement war seit Mitte der 1970er Jahre das US-amerikanische Bau- und Ingenieurunternehmen Bechtel befasst. Die Baukosten lagen bei Dutzenden Milliarden. Für die Erweiterung Jubail II wurden allein für die Infrastruktur 3,8 Mrd. US-Dollar genannt, bevor die Kosten der Industrieanlagen berücksichtigt waren. Zu den größten Einzelprojekten in Jubail II gehörten die SATORP-Raffinerie von Saudi Aramco und Total mit einem Investitionsvolumen von rund 14 Mrd. US-Dollar sowie der Sadara-Petrochemiekomplex von Saudi Aramco und Dow mit rund 20 Mrd. US-Dollar. 2016 erreichten die Investitionen in Jubail Industrial City rund 560 Mrd. Saudi-Riyal beziehungsweise 149,2 Mrd. US-Dollar; davon entfielen rund 501 Mrd. Saudi-Riyal auf private Investitionen.
Die Stadt entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem Kernstandort der saudi-arabischen Petrochemie. Nach Angaben von Saudipedia befanden sich 13 der 16 saudi-arabischen Produktionsstandorte der Saudi Basic Industries Corporation in Jubail; außerdem sind dort unter anderem SATORP, Advanced Petrochemical Company und Jubail United Petrochemical Company vertreten. 2021 erhielt Jubail den UNESCO Learning City Award und war seit 2020 Mitglied des UNESCO Global Network of Learning Cities.
Anlage Die Anlage besteht aus Industrieflächen, Hafenanlagen, Versorgungsnetzen, Wohngebieten und öffentlichen Einrichtungen. Zu den wichtigsten Branchen zählen Ölraffination, Petrochemie, Düngemittel, Gummi, Stahl, Baustoffe, Pharmazie und erneuerbare Energien. Die Stadt verfügt über eigene Industrie- und Handelshäfen, Straßenverbindungen, Energie- und Wasserversorgung sowie Kühlwasser- und Pipelinekorridore für die Großanlagen. Jubail gilt als Kernstandort der saudi-arabischen Petrochemie. Bechtel gab 2016 an, dass Jubail etwa sieben Prozent der weltweiten Petrochemieproduktion hervorbringe. Ältere Angaben der Royal Commission nannten für Jubail eine Jahresproduktion von 68,5 Mio. Tonnen petrochemischer Erzeugnisse, 15,5 Mio. Tonnen Raffinerieprodukten, 10,5 Mio. Tonnen Stahlprodukten und 192.000 Tonnen Flachglas.
Einzelnachweise
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