mini|Palazzo Baldinotti Carpegna (Mitte links) Der Palazzo Baldinotti Carpegna, auch einfach Palazzo Carpegna genannt, ist ein Palast aus dem 17. Jahrhundert in Rom in der italienischen Region Latium. Er liegt im Viertel Sant’Eustachio in der Via delle Staderari, 2, neben dem Palazzo Madama.

Nutzung Anfangs diente der Palast als Adelsresidenz, vorwiegend der Familien Baldinotti und Carpegna, nach denen er auch benannt ist. Später war es einer der ersten Sitze der Universität La Sapienza bis zum Bau der Città universitaria.

1935 wurde er im Zuge der Abrissarbeiten zum Bau des Corso del Rinascimento umgebaut und später mit dem Palazzo Madama durch eine freischwebende Galerie verbunden. Seitdem sind im Palazzo Baldinotti Carpegna einige Büros und Ausschüsse des italienischen Senats untergebracht, dessen Hauptsitz sich im Palazzo Madama befindet.

Geschichte Der Palast wurde vermutlich Ende des 17. Jahrhunderts unter der Leitung des Architekten Giovanni Antonio De Rossi im Auftrag der toskanischen Familie Baldinotti errichtet. Der bekannteste Bewohner des Palastes war Kardinal Giovanni Francesco Albani, der dort bis zu seiner Wahl zum Papst unter dem Namen Clemens XI.; während seines Aufenthaltes dort sammelte er zahlreiche Skulpturen und eine wohlgepflegte Bibliothek.

Durch die Heirat von Giustina Ginevra Baldinotti mit Francesco Maria II. Carpegna (Neffe des Kardinals Gaspare Carpegna) fiel der Palast an die Familie Carpegna. Nach dem Tod des Ehemanns fiel der Palast per testamentarischer Verfügung an dessen Neffen Antonio Gabrielli, den Sohn der erstgeborenen Schwester Laura. Dieser verzichtete auf seinen Nachnamen und Titel und nahm den Nachnamen, die Titel und die Souveränität des Hauses und der Grafschaft Carpegna. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wohnte in dem Palast auch Gaetano Moroni, italienischer Bibliograph und Kammeradjutant Seiner Heiligkeit, Papst Gregor XVI.

1919 kaufte das Königreich Italien das Gebäude und ließ eine provisorische Überführung errichten, um ihn mit dem benachbarten Palazzo della Sapienza zu verbinden; er wurde zum Sitz der literarischen und philosophischen Fakultät der Universität La Sapienza.

Mit der Zustimmung zum neuen städtebaulichen Plan von 1931, der den Bau eines Corso del Rinascimento vorsah, wurde der Palast, der bereits von allen universitären Nutzungen befreit war (die in die Città univeritaria verlegt worden waren), 1935 teilweise abgerissen, aber durch die Genehmigung einer Variante wurde der Wiederaufbau in einer gegenüber der originalen Position zurückgesetzten Lage angeordnet. Später wurde die Vereinigung mit dem benachbarten Palazzo Madama durch den Bau einer zweistöckigen Vorhalle realisiert. Während des Wiederaufbaus des Palastes war die Verlegung einiger der Werke von Ludovico Gimignani nötig geworden, die später in der Heldengalerie des Palazzo Madama ausgestellt wurden.

Einzelnachweise M. Bevilacqua, C. Di Bella: Palazzo Baldinotti Carpegna. Sede di commissioni parlamentari del Senato della Repubblica. Gangemi, Rom 2009. S. 46.

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