Bob Burns III (* 12. Mai 1935 in Oklahoma; † 12. Dezember 2025 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Autor und ein Archivar von Filmrequisiten und -Memorabilia, insbesondere aus Horror‑ und Science-Fiction‑Filmproduktionen. Er war zudem ein gefragter Filmhistoriker dieser Genres.
Leben Burns wurde 1935 als Robert Hillard Burns im US-Bundesstaat Oklahoma geboren. Er war der Sohn von Chester Hillard Burns und Jacquelynne Leoline Harris. Am 9. September 1956 heiratete der Army-Veteran, im Alter von 21 Jahren, die Autorin und Schauspielerin Kathy Burns (geb. Spencer-Patterson), mit der er bis zu ihrem Tod am 12. Mai 2021, fast 65 Jahre, verheiratet war. Das Paar lebte in Burbank.
Burns starb im Jahr 2025 im Alter von 90 Jahren in Los Angeles.
Karriere
In seinen zwanziger Jahren – Mitter der 1950er-Jahre – lernte er den Spezialeffekt-Techniker Paul Blaisdell kennen, der sein Mentor wurde und mit dem er eine jahrelange enge Freundschaft pflegte. Er arbeitete mit Blaisdell bei mehreren Produktionen von American International Pictures zusammen, darunter Invasion of the Saucer Men aus dem Jahr 1957. In den frühen 1960er‑Jahren veröffentlichten Burns und Blaisdell gemeinsam das Magazin Fantastic Monsters of the Films.
Bereits ab 1952 war Burns Darsteller in Live-Shows, unter anderem in Themenparks, sowie auf der Bühne. Hinter den Kulissen nahm er über die Zeit verschiedene Rollen ein: Er arbeitete als Effekt-Audiotechniker für das Radio, als Filmeditor für CBS Television, als Produzent, Regisseur sowie Moderator und erstellte Spezialeffekte für Film und Fernsehen, darunter Effekt-Make-up als Maskenbildner sowie Kostüme (auch: property design). Später übernahm er als Experte auch beratende Funktionen und war Gast in Talkshows und zahlreichen Dokumentationen. Vor der Kamera wirkte er unter anderem als Tracy in der Fernsehserie The Ghost Busters aus dem Jahr 1975 mit, verkörperte „Kogar, den Gorilla“, und viele weitere Figuren – oftmals in günstig produzierten B-Movies.
Mit seinem Wissen steuerte Burns Audiokommentare zu DVD- bzw. Bluray-Ausgaben zahlreicher klassischer Filme bei, darunter Der weiße Gorilla aus dem Jahr 1945 mit Tom Weaver und Der Krieg der Welten mit Joe Dante und Bill Warren aus dem Jahr 1953. Weitere Filme mit Tom Weaver in einer der Hauptrollen waren Die Rache der Kreatur mit Lori Nelson aus dem Jahr 1955, Die Kreatur geht unter uns aus dem Jahr 1956, Frankenstein 1970 mit Charlotte Austin aus dem Jahr 1958 und Die Braut und das Biest mit Trustin Howard und ebenfalls Charlotte Austin aus dem Jahr 1958. Burns war zudem ein enger Freund von Glenn Strange; der letzte Schauspieler, der Frankensteins Monster für die Universal Studios porträtierte und über den Burns sagte: „Glenn war mir näher als mein eigener Vater“.
„Bob’s Basement“ war Burns’ Sammlung von Requisiten, Kostümen und anderem Film-Memorabilia. Die New York Times bezeichnete sie als das „führende Filmmuseum im Großraum Los Angeles – obwohl es nicht öffentlich zugänglich ist und keine festen Öffnungszeiten hat“. Zu den Inhalten gehörte das letzte erhaltene 18‑Zoll‑Armaturmodell aus dem RKO-Pictures-Film King Kong und die weiße Frau von 1933, Kostüme aus den Republic‑Pictures‑Serien der 1940er‑Jahre, darunter Roy Barcrofts Kostüm aus The Purple Monster Strikes, Masken des Make‑up‑Künstlers Rick Baker, der Original-Kopf des Werwolfs aus Der Wolfsmensch von 1941 sowie die „Zeitmaschine“ aus George Pals gleichnamigen Film Die Zeitmaschine aus dem Jahr 1960. Er fand das Requisit in einem Gebrauchtwarenladen in Orange, Kalifornien, und restaurierte es zusammen mit Dennis Muren, Dorothy Fontana, Michael Minor und Tom Scherman. Weitere erwähnenswerte Stücke waren eine originale Nachbildung des Anzugs der „Kreatur“ aus Der Schrecken vom Amazonas aus dem Jahr 1954 und Schminkstücke von The Mummy’s Curse () aus dem Jahr 1944 – das einzige noch existierende Werk von Jack P. Pierce.
Er besaß zudem eine der größten privaten Sammlungen von Memorabilia aus dem Alien-Franchise, darunter ein voll funktioneller Kopf in Originalgröße der „Alien-Königin“ aus James Camerons Aliens – Die Rückkehr von 1986. Eine Dokumentation über die Sammlung ist Teil der DVD‑Edition Alien Quadrilogy von 2003.
Im Jahr 2001 erschien ein Artikel von Burns und Tom Weaver in einer Ausgabe von The Best American Movie Writing, einer jährlichen Publikation, die wichtige Essays zur Filmgeschichte nachdruckt. Es war eines von 26 Stücken, die aus mehr als 320 Büchern und Zeitschriften ausgewählt wurden, darunter The New Yorker und von der New York Times. Frühere Bände enthielten Artikel von Steven Spielberg, Gore Vidal, Roger Ebert und Martin Scorsese.
Ab 1998 war er jährlich zu Gast beim Wonderfest in Louisville, Kentucky. Er produzierte und veranstaltete auch aufwendige Spezialeffekt-Live-Shows zu Halloween in Burbank, an denen sich zahlreiche Spezialeffekt-Künstler und Schauspieler beteiligten, mit denen Burns befreundet war. Hierzu gehörten unter anderem Rick Baker, Dennis Muren, Robert Skotak, Dennis Skotak, Gregory Nicotero, Walter Koenig und Daniel Roebuck. Für den Freizeitpark Six Flags Magic Mountain plante er in den Jahren 1977, 1978, 1980 und 1981 ebenfalls Effektshows zur Promotion. 1985 plante er eine „Monster and Special Effects“-Ausstellung für die Tobu Company in Tokyo, Japan.
Frank Dietz und Trish Geiger produzierten den Dokumentarfilm Beast Wishes, der in Ausschnitten im Jahr 2012 auf der Convention Monsterpalooza gezeigt wurden, bei der Burns selbst als Diskussionsteilnehmer eingeladen war. Der Film würdigt sein Lebenswerk als „ein Dokumentarfilm über einen Mann, einen Gorilla […] und eine Frau, die beide liebt!“
Auszeichnungen 2001: Service Award der Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films 2002: Rondo Statuette der Rondo Hatton Classic Horror Awards 2003: Hall Of Fame Plaque der Rondo Hatton Classic Horror Award 2014: Horror Host Hall Of Fame Plaque für Behind The Screams 2016: Nominierung für die Rondo Statuette der Rondo Hatton Classic Horror Awards in der Kategorie Bester Kurzfilm für Monstrkyd Manor 2017: Ehrenmitgliedschaft der Visual Effects Society
Filmografie (Auswahl) Schauspieler
Beratung und Produktion, Interviews
Literatur
Bob Burns Monster Kid Memories: Die überarbeitete Ausgabe erschien später als Neuauflage bei BearManor Media, Duncan.
Weblinks
Einzelnachweise
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