Bodo von Schweykowski (in der DDR meist Bodo Schweykowski; * 5. Juli 1921 in Berlin; † nach 1979) war ein deutscher Theater- und Filmregisseur.
Leben und Wirken Jugend (1921–1947) Über Bodo von Schweykowskis Jugend und Ausbildung gibt es keine unabhängigen Quellen. Eigenen Angaben zufolge stammte er aus polnischen und baltischen Adelsfamilien.Spis szlachty Królestwa Polskiego, Warszawa 1851, Neudruck Warszawa 1991, S. 317 (PDF), Verzeichnis polnischer Adelsfamilien, nannte Szwejkowski (außerdem eine andere Familie Szwikowski, weniger wahrscheinlich), siehe biographische Angaben bei Who is who in Europe, 1964 Sein Vater Bogislaw von Schweykowski soll Kaufmann gewesen sein, die Mutter sei Oda von Stahl gewesen.Who is who in Europe, Edition de Feniks, Bruxelles 1964, S. 2351 (kurzer Auszug), mit einigen biographischen Details, nach seinen eigenen Angaben, die möglich sind, aber zumindest für die ersten Jahre bis 1947 komplett erfunden sein können ! (das angebliche Staatsexamen müsste nach 1945 abgelegt worden sein und passt nicht zu seiner weiteren Entwicklung als einfacher Theatermitarbeiter); in Berlin nur , keine weiteren Einträge mit diesem Namen, ebenso S. 3007 (kein Schweykowski), auch nicht 1921 (= sein angebliches Geburtsjahr), S. 2858 bzw. 3057; (er hat auch um 1964 [wieder?] seine Identität gewechselt) ! Ihmzufolge besuchte er das renommierte humanistische Gymnasium Carolinum in Neustrelitz. Zudem gar er an, Jura mit dem Abschluss des Staatsexamens in Berlin studiert zu haben.Who is who in Europe, 1964, p. 2351, mit diesen Angaben ohne Jahresangabe (zuerst Gr. univ. = Universität Greifswald??), ( diese Angaben sind nicht ganz schlüssig, da er 1941 20 Jahre alt war und zu dieser Zeit kein Studium abschließen konnte, und ein Jurastudium mit Staatsexamen nach 1945 auch nicht vorstellbar ist; oder das Geburtsjahr war früher als 1921)
Theater und Film in Ostdeutschland (1948–1956) Ab 1948 war Bodo von Schweykowski am Theater in Senftenberg angestellt.Sewan Latwinian, Harald Müller, Glück auf! 60 Jahre Theater Senftenberg, 2006, S. 155, mit Erwähnung; auch Deutsches Bühnen-Jahrbuch, 1949, S. 356 1950 inszenierte er ein Theaterstück in Chemnitz als Gast. Danach war er für das Theater im Haus der Kultur der Sowjetunion (jetzt Maxim-Gorki-Theater) in Berlin tätig, das er mit einer eigenen Inszenierung Ende 1950 eröffnete. Er wohnte in Berlin-Karlshorst und hatte offenbar gute Kontakte zu Vertretern der Sowjetischen Militäradministration, deren Sitz sich in der Nähe befand.Theater und Film in der Deutschen Demokratischen Republik, 1, 1951, S. 35, 63 (kurze Auszüge), mit Angaben zu seiner Theatertätigkeit und der Adresse In dieser Zeit war er auch mit dem Schriftsteller Erwin Strittmatter in Spremberg bekannt.Matthias Braun, Carsten Gansel, Es geht um Erwin Strittmatter oder Vom Streit um die Erinnerung, Göttingen 2021, S. 277; Erwin Strittmatter erwähnte einen Besuch von Bodo von Schweykowski bei ihm in Spremberg in einem Brief und empfahl dem Empfänger ein Gespräch mit ihm würde dir sicher guttun.
Ab 1952 war Bodo von Schweykowski beim neu gegründeten Deutschen Fernsehfunk angestellt, für den er in den nächsten Jahren einige der ersten Filme im Studio drehte.Thomas Beutelschmidt, Henning Wrage, Das Buch zum Film – der Film zum Buch, Leipziger Universitätsverlag, 2004, S. 88, mit vielen Details zu den ersten Literaturverfilmungen beim DFFHans Müncheberg, Ein Sender für Deutschland?, 2014, S. 55, und öfter; erwähnte Bodo von Schweykowski mehrmals in seinen Erinnerungen, auch die geduldige Beantragung seiner Übersiedlung nach Westdeutschland aus familiären Gründen
Theater und Film in Westdeutschland (1956–1980) Um 1956 siedelte er legal nach Westdeutschland über. 1958 war er am Theater in Hannover und 1959 am Theater der Jugend in Hamburg angestellt.Deutsches Bühnen-Jahrbuch, 1957, mit Erwähnung; 1958, S. 248, 555 (kurze Auszüge), in Hannover; 1959, S. 258, 259, 263, in Hamburg Seit etwa 1964 drehte er Kurzfilme mit dem Pseudonym Eugène Delmas, spätestens ab 1969 war er an Sendungen für das Schulfernsehen des Bayerischen Rundfunks beteiligt.Ellen Marga Schmidt, Schulfernsehen in der ARD 1964–1974, 1980, S. 12, 60, 104, 205 (kurze Auszüge); auch Werner Hecht, Alles was Brecht ist, Suhrkamp, Frankfurt 1998, S. 293 (kurzer Auszug); zu Der deutsche Expressionismus, BR 1971; auch Deutsches Bühnen-Jahrbuch, 1980, S. 577; er hatte sein Pseudonym Eugène Delmas in Who is who in Europe, 1964, p. 2351, angegeben
Tätigkeiten Filme Für den Deutschen Fernsehfunk (Regie)
1953 Die Laune der Verliebten (nach Goethe) 1953 Der Heiratsantrag (nach Tschechow) 1953 Don Juan oder Der steinerne Gast (nach Puschkin) 1954 Die Entscheidung des Tilman Riemenschneider 1954 Die schwarze Liste (nach Stefan Heym) 1955 Die Kassette 1955 Die Häuser des Herrn Sartorius
Für den Bayerischen Rundfunk Schulfernsehsendungen, spätestens ab 1969 (mit dem Pseudonym Eugène Delmas) 1971 Der deutsche Expressionismus, zusammen mit Lothar
Aus der Schaubühne am Halleschen Ufer in Berlin (West) filmte er mindestens zwei Inszenierungen (als Eugène Delmas)Werke von Eugène Delmas WorldCat, als VHS, einige Werke (vermischt mit französischen Autoren aus dem 19. Jahrhundert) Prinz Friedrich von Homburg, von Heinrich von Kleist, 1979 Maria Magdalena, von Friedrich Hebbel, 1979
Theater Städtische Theater Chemnitz (eine Inszenierung als Gast) Frieden, von Zdenek Blaha, 1950Theaterdienst, 1950, S. 4, 22 (kurzer Auszug); Rezension; auch Frieden Programmhefte 24, Titelblatt des Programmhefts zur Uraufführung
Theater im Haus der Kultur der Sowjetunion [später Maxim-Gorki-Theater], Berlin (zwei Inszenierungen)
Der fremde Schatten, von Konstantin Simonow, UA 10. November 1950, zur Eröffnung des TheatersHans Joachim Reichert, 25 Jahre Theater in Berlin, Berlin 1972, S. 239 (kurzer Auszug), mit Mitwirkenden Holunderhain, von Alexander Kornejtschuk, UA 21. Mai 1951Theater der Zeit, 1961, S. 37–38 (kurze Auszüge), mit positiver Rezension und Mitwirkendenangaben; auch in Reichert, 1972, S. 240 (dort nur diese beiden Inszenierungen angegeben)
Publikationen Er verfasste auch einige Artikel über Theateraufführungen H.-J. Büttner als Prometheus des Theaters, in Die Weltbühne, 21/1952, S. 658–659
Er verfasste mindestens ein Schauspiel (als Eugène Delmas) Die Bande und der General. Groteske nach Motiven von Feydeau "Un fil à la patte", Ahn & Simrock, Berlin (West), 1960
Literatur Who is who in Europe. Éditions de Feniks, Bruxelles 1964 [oder 1967?], p. 2351 (kurzer Auszug), mit biographischen Angaben
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1921 Kategorie:Gestorben im 20. Jahrhundert Kategorie:Mann Kategorie:Emigrant aus der DDR Kategorie:Person (Deutscher Fernsehfunk)