Felice Jacka ist eine australische Wissenschaftlerin, Professorin für Ernährungspsychiatrie und Gründerin sowie Leiterin des Food & Mood Centre an der Deakin University. Sie zählt zu den maßgeblichen Wegbereiterinnen der Ernährungspsychiatrie, welche den Einfluss der Ernährung auf die psychische Gesundheit und die Gehirngesundheit untersucht.

Leben Jackas akademischer Werdegang begann mit einem Studium der bildenden Kunst; anschließend arbeitete sie als Künstlerin. In ihren Dreißigern nahm sie, angeregt durch eigene Erfahrungen mit Depressionen und Angststörungen, ein Psychologiestudium auf und wandte sich stärker der Statistik und den Neurowissenschaften als der Beratungspraxis zu. Als Forschungsassistentin in einer psychiatrischen Forschungseinheit stellte sie Anfang der 2000er-Jahre fest, dass der mögliche Einfluss der Ernährung auf psychische Erkrankungen kaum systematisch untersucht worden war. An der Deakin University ist sie seit 2010 Professorin; 2016 übernahm sie die Leitung des Food & Mood Centre. Sie gründete die International Society for Nutritional Psychiatry Research und war deren Präsidentin. Im Jahr 2021 erhielt sie für ihre Verdienste um die ernährungspsychiatrische Forschung die Medal of the Order of Australia. 2026 wurde sie als Preisträgerin mit einem L’Oréal-UNESCO-Preis ausgezeichnet.

Wirken Jackas Forschung etablierte Ernährung und Nährstoffversorgung als veränderbare Risikofaktoren und mögliche Ansatzpunkte zur Vorbeugung und ergänzenden Behandlung von Depressionen, Angststörungen und weiteren psychischen Erkrankungen über die gesamte Lebensspanne. Frühe Arbeiten ihrer Forschungsgruppe dokumentierten Zusammenhänge zwischen Ernährungsqualität und psychischer Gesundheit bei Erwachsenen und Jugendlichen sowie zwischen der Ernährung von Schwangeren und der späteren psychischen Gesundheit ihrer Kinder. In einer 2015 veröffentlichten Längsschnittstudie mit rund 250 älteren Erwachsenen war eine ungesündere Ernährung mit einer stärkeren Verkleinerung des linken Hippocampus assoziiert, wobei Blutdruck, Depression, sozioökonomischer Status, Bildung und Geschlecht berücksichtigt wurden. Im randomisierten SMILES-Versuch erhielten 31 Erwachsene mit schwerer Depression eine mediterran ausgerichtete Ernährungsberatung, während 25 Teilnehmende soziale Unterstützung bekamen. Nach zwölf Wochen zeigte sich bei etwa einem Drittel der Ernährungsgruppe eine deutliche Besserung der Stimmung und Symptome, gegenüber acht Prozent in der Vergleichsgruppe. Jacka betonte, dass eine Ernährungsumstellung Psychotherapie oder medikamentöse Behandlung nicht ersetzen, sondern ergänzen solle. Weitere Arbeiten befassen sich mit der Bedeutung früher Ernährungserfahrungen für die psychische Gesundheit von Kindern. Im Zentrum ihrer jüngeren Forschung stehen das Darmmikrobiom, Immun- und Stressreaktionen sowie die Folgen sinkender mikrobieller Vielfalt für die psychische Gesundheit und die Gehirngesundheit. Zugleich kritisiert sie die gesundheitlichen und ökologischen Folgen industrieller Ernährungssysteme und fordert politische Maßnahmen gegen die Dominanz stark verarbeiteter Lebensmittel. Ihre Forschung floss in psychiatrische Leitlinien ein und wurde in mehr als 130 hochrangigen politischen Dokumenten aufgegriffen. Zur Wissenschaftskommunikation veröffentlichte sie das Sachbuch Brain Changer: The Good Mental Health Diet und das illustrierte Kinderbuch There’s a Zoo in My Poo.

Einzelnachweise

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