John Selby Spence (* 19. Mai 1909 in Baltimore, Maryland; † 7. März 1973 in Washington, D.C.) war ein US-amerikanischer römisch-katholischer Geistlicher und Weihbischof in Washington.

Leben John Selby Spence besuchte zuerst die St. Pius V School und die Corpus Christi School in Baltimore sowie später die Loyola High School und das Loyola College. Anschließend studierte er Philosophie und Katholische Theologie am St. Mary’s Seminary in Baltimore sowie später am Päpstlichen Athenaeum De Propaganda Fide und an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Während seiner Studienzeit in Rom war er Alumnus des Päpstlichen Nordamerika-Kollegs. Am 5. Dezember 1933 empfing er in der Kapelle des Päpstlichen Nordamerika-Kollegs durch den Kardinalvikar des Bistums Rom, Francesco Marchetti Selvaggiani, das Sakrament der Priesterweihe für das Erzbistum Baltimore.

Nach der Priesterweihe war Spence zunächst als Pfarrvikar des Shrine of the Sacred Heart in Washington, D.C. tätig, bevor er 1940 Pfarrvikar der Pfarrei St. Anthony und der Cathedral of St. Matthew the Apostle in Washington, D.C. wurde. Am 15. November 1947 wurde er in den Klerus des neugegründeten Erzbistums Washington inkardiniert. 1951 wurde er erster Pfarrer der neugegründeten Pfarrei St. John Baptist de la Salle in Chillum. Ab 1958 war Spence Pfarrer des Shrine of the Sacred Heart in Washington, D.C. Daneben leitete er bereits ab März 1948 das Diözesanbüro für das katholische Bildungswesen. In dieser Funktion koordinierte er die Abschaffung der Rassentrennung in den katholischen Schulen des Erzbistums. Zudem leitete er die Washington Retreat League und wirkte bereits ab 1936 als Richter am diözesanen Kirchengericht, als Diözesankonsultor, als Pfarrkonsultor und als Prosynodalexaminator. Ferner war er Vorsitzender der diözesanen Menschenrechtskommission und des Lenkungsausschusses des Interreligious Committee on Race Relations sowie Vorsitzender des Ausschusses für Entschließungsanträge in der National Catholic Educational Association und deren Delegat beim American Council on Education. Darüber hinaus gehörte er dem Catholic Interracial Council of Washington und verschiedenen Ökumenekommissionen sowie der diözesanen Liturgiekommission und der Baukommission an. Im November 1947 gründete er den St. Matthew’s Cathedral Club zur Unterstützung von Soldaten, die aus dem Zweiten Weltkrieg heimkehrten, und deren Familien. Papst Pius XII. verlieh ihm am 15. Dezember 1948 den Ehrentitel Päpstlicher GeheimkämmererAAS 41 (1949), S. 382. und am 21. Dezember 1955 den Ehrentitel Päpstlicher Hausprälat.AAS 48 (1956), S. 303. Außerdem organisierte Spence 1963 die Teilnahme des Erzbistums Washington am Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit, in dessen Rahmen Martin Luther King seine Rede I Have a Dream hielt.

Am 17. März 1964 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Titularbischof von Aggersel und zum Weihbischof in Washington. Der Apostolische Delegat in den Vereinigten Staaten, Erzbischof Egidio Vagnozzi, spendete ihm und William Joseph McDonald am 19. Mai desselben Jahres im National Shrine of the Immaculate Conception in Washington, D.C. die Bischofsweihe; Mitkonsekratoren waren der Erzbischof von Washington, Patrick Aloysius O’Boyle, und der Erzbischof von San Francisco, Joseph Thomas McGucken. Sein Wahlspruch Ministrare non ministrari („Dienen, nicht bedient werden“) stammt aus .

Als Weihbischof war Spence bis 1970 weiterhin Pfarrer des Shrine of the Sacred Heart. Zudem fungierte er ab November 1964 als Generalvikar mit der Zuständigkeit für die katholischen Laienorganisationen im Erzbistum Washington und ab Januar 1966 schließlich als Generalvikar für das gesamte Erzbistum. Überdies leitete er die Diözesankommission für Community Relations und die John Carroll Society sowie die Diözesanbaukommission und ab 1965 auch die diözesane Ökumenekommission. Ferner fungierte er als stellvertretender Vorsitzender des Interreligious Committee on Race Relations. Spence nahm an der dritten und vierten Sitzungsperiode des Zweiten Vatikanischen Konzils teil. Darüber hinaus gehörte er auf nationaler Ebene in der US-amerikanischen Bischofskonferenz der Ökumenekommission und ab 1969 auch der Kommission für den Ständigen Diakonat an, deren Unterkommission für die theologische Grundlegung des Ständigen Diakonats er leitete. Außerdem wirkte er maßgeblich bei der Organisation von Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen für die Washingtoner Stadtviertel mit, die infolge der sich nach dem Attentat auf Martin Luther King ereigneten Rassenunruhen vom 4. bis 8. April 1968 zerstört worden waren.

Ab 1970 zog sich Spence aus gesundheitlichen Gründen von vielen seiner Ämter zurück und lebte im Pfarrhaus der Pfarrei St. Stephen the Martyr, als deren Pfarrer er wirkte, und ab 1972 schließlich im Seniorenheim Carroll Manor in Washington, D.C. Dort starb er im März 1973 im Alter von 63 Jahren infolge einer Herzerkrankung. Er wurde auf dem Mount Olivet Cemetery in Washington, D.C. beigesetzt.

Schriften

Weblinks

Einzelnachweise

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