Josette Molland (* 14. Mai 1923 in Bourges; † 17. Februar 2024 in Falicon), später Josette Molland-Ilinsky, war eine französische Malerin, Widerstandskämpferin und Überlebende der nationalsozialistischen Konzentrationslager Ravensbrück und Holleischen. Sie wurde auch durch eine Serie von Gemälden bekannt, mit denen sie ihre Lagererfahrungen an jüngere Generationen weitergab.
Leben Josette Molland wurde 1923 in Bourges geboren und wuchs in Lyon auf, wo ihr Vater am Cours Suchet nahe der Gare de Perrache ein Geschäft führte. Gegen den Wunsch ihrer Eltern begann sie 1939 ein Studium an der École des Beaux-Arts de Lyon und richtete über dem Familiengeschäft ein Atelier ein. Nach der deutschen Besetzung der südlichen Zone Frankreichs entschloss sie sich zum Widerstand und nutzte ihr zeichnerisches Können zur Herstellung falscher Pässe, Passierscheine und Stempel sowie für Kurierdienste. Am 23. März 1944 wurde sie in Lyon verhaftet, nachdem die Polizei bei ihr Material zur Fälschung von Dokumenten gefunden hatte. Sie wurde von der Gestapo unter Klaus Barbie verhört und misshandelt, anschließend über Montluc, Fresnes und Romainville in einem Transport von 102 Frauen nach Ravensbrück deportiert. Bei einem Halt in Neue Bremm versuchte sie zu fliehen und wurde nach dem Scheitern des Fluchtversuchs einen Tag und eine Nacht ohne Essen und Schlaf angekettet. Von Ravensbrück wurde sie in das Außenlager Holleischen in den Sudeten gebracht, wo sie als Häftling 52613 in einer Munitionsfabrik arbeiten musste und am 3. Mai 1945 befreit wurde. Nach der Befreiung kehrte sie nach Frankreich zurück, lebte später in der Gegend von Nizza und starb 2024 im Alter von 100 Jahren in Falicon. Ihre Beisetzung fand im Kloster Cimiez in Nizza statt.
Wirken Mollands Widerstandsarbeit beruhte auf ihrer künstlerischen Präzision, indem die von ihr angefertigten Dokumente und Stempel Verfolgten, Kurieren und Widerstandskontakten Bewegungsfreiheit verschaffen sollten. Nach dem Krieg wurde sie zur Zeitzeugin, sprach vor Schulklassen und suchte mit der Malerei nach einer Form zur anschaulichen Vermittlung der erlittenen Lagergewalt. Ihre Serie von 15 Bildern zeigte Zwangsarbeit, Entkräftung, Misshandlungen, Demütigungen und den Tod Gefangener in Ravensbrück und Holleischen. Die Bilder waren bewusst einfach und direkt gehalten und wurden von knappen erklärenden Texten begleitet. Im Jahr 2019 erschien ihr mit Roger Dailler und Monique Mosselmans-Melinand erarbeitetes autobiografisches Zeugnis Soif de vivre !. Für ihren Widerstand wurde Molland Offizierin der Ehrenlegion und Trägerin der Widerstandsmedaille, der Militärmedaille sowie des Kriegskreuzes.
Einzelnachweise
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