Ana Zora Maspoli (* 1988 in Siklós, Ungarn) ist eine schweizerische Archäologin und Professorin für Provinzialrömische Archäologie an der Universität Basel. Seit 2026 ist sie Inhaberin der Vindonissa-Professur.

Leben und akademische Laufbahn Ana Zora Maspoli studierte Klassische Archäologie, Urgeschichte sowie Historische Archäologie an der Universität Wien und an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Ihr Studium schloss sie im Jahr 2012 mit einer Magisterarbeit über römische Militaria aus Vindobona (Wien) ab. Während ihrer anschliessenden Promotionsphase war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kantonsarchäologie Aargau (Brugg, Schweiz) tätig. Im Jahr 2019 wurde sie in Wien mit einer Dissertation über die Ausgrabungen im und beim römischen Kastell Ala Nova (Schwechat, Niederösterreich) promoviert. Nach ihrer Promotion wechselte Maspoli als Postdoc-Assistentin an die Vindonissa-Professur der Universität Basel. In den Jahren 2022–2023 war sie Gastforscherin an der Universität Leiden in den Niederlanden. Im Dezember 2025 berief sie das Rektorat der Universität Basel per 1. Februar 2026 auf die ordentliche Vindonissa-Professur für Provinzialrömische Archäologie, die massgeblich vom Kanton Aargau mitfinanziert wird.

Forschungsschwerpunkte und Funde Maspolis wissenschaftlicher Fokus liegt auf der Sozialarchäologie der römischen Provinzen. Ihre interdisziplinäre Forschung zielt darauf ab, den Blickwinkel zu bisher historisch weniger sichtbaren Bevölkerungsgruppen – wie Frauen, Kindern und versklavten Menschen – zu verschieben. Zu ihren Kerngebieten gehören die Nekropolen- und Militärforschung, soziale Praktiken sowie die Verknüpfung kulturwissenschaftlicher Theorien mit naturwissenschaftlichen und archäo(bio)logischen Daten. Ihr aktuelles Projekt widmet sich der umfassenden Aufarbeitung der frühkaiserzeitlichen römischen Nekropole Brugg-Remigersteig (Vindonissa). An diesem Fundplatz untersucht sie mit ihrem Team die soziale Diversität der dort bestatteten Zivilbevölkerung und rekonstruiert Abläufe von Praktiken und rituellen Handlungen.

Schriften (Auswahl) Monografien Römische Militaria aus Wien. Die Funde aus dem Legionslager, den canabae legionis und der Zivilsiedlung von Vindobona (= Monografien der Stadtarchäologie Wien. Band 8). Phoibos-Verlag, Wien 2012, ISBN 978-3-85161-071-0 (überarbeitete und erweiterte Fassung der Magisterarbeit, Universität Wien). Forschungen in Ala Nova/Schwechat. Die Auswertung der Grabungen 2009/2010 im pannonischen Donaukastell und in dem Gräberfeld Schwechat-Frauenfeld (= Der Römische Limes in Österreich. Band 50). Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2023, ISBN 978-3-7001-8721-9 (Open Access – überarbeitete Fassung der Dissertation u. d. T. Studien zum römischen Kastell Ala Nova (Schwechat, Niederösterreich). Universität Wien, 2019).

Herausgeberschaft Ianua Patet Cor Magis. Festschrift für Peter-Andrew Schwarz zum 65. Geburtstag (= Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa. Band 33). Librum Publishers & Editors, Basel 2025, ISBN 978-3-907662-14-4 (gemeinsam mit Sandra Ammann, Hannes Flück und Sven Straumann). Gräber in Kontaktregionen. Aussagepotenzial und Methoden bei der Auswertung römerzeitlicher Nekropolen. Workshop vom 8. bis 10. November 2021 am Österreichischen Archäologischen Institut in Wien (= ARCHÆOPlus. Band 14). Salzburg 2023, ISBN 978-3-9504667-4-4 (gemeinsam mit Lucia Formato, Elisabeth Krieger, Felix Lang, Julia Rabitsch, Lennart Schönemann, Stefan Traxler und Annina Wyss Schildknecht).

Weblinks

Profil von Ana Zora Maspoli auf der Website des Departements Altertumswissenschaften der Universität Basel

Eintrag in ORCID Eintrag in Academia.edu Eintrag im Expertenportal von savoir public

Einzelnachweise

Kategorie:Provinzialrömischer Archäologe Kategorie:Klassischer Archäologe Kategorie:Wissenschaftler (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Basel) Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1988 Kategorie:Frau