Die Norwegische Missionsgesellschaft (norwegisch: Det Norske Misjonsselskap, Kurzform NMS) ist eine christliche Missions- und Hilfsorganisation. Sie wurde 1842 in Stavanger gegründet und ist die älteste Missionsorganisation Norwegens.

Geschichte mini|Hauptsitz der Norwegischen Missionsgesellschaft in Stavanger, Norwegen Im Laufe des 19. Jahrhunderts weitete die Norwegische Missionsgesellschaft ihre Aktivitäten weit über die Grenzen Skandinaviens aus. Finanziert durch ein dichtes Netz von lokalen Unterstützergruppen in Norwegen und ab 1865 durch das eigene Missionsschiff Elieser, konzentrierte die NMS ihre Arbeit auf strategische Gebiete in Afrika und Asien. Dabei ging die theologische Arbeit stets mit dem Aufbau von sozialen, medizinischen und bildungspolitischen Infrastrukturen einher.

Der erste große Auslandseinsatz begann im Jahr 1844, als Hans Paludan Smith Schreuder als erster Missionar der NMS in Südafrika eintraf. Nach intensiven Verhandlungen mit dem Zulu-König Mpande konnte im Jahr 1850 die erste feste Missionsstation namens Empangeni im Zululand gegründet werden. Neben der christlichen Verkündigung leistete die Gesellschaft dort bedeutende Pionierarbeit in der Linguistik: Die Veröffentlichung der ersten umfassenden Grammatik der Zulu-Sprache im Jahr 1850 (Grammatik for Zulu-sproget) legte den Grundstein für die Verschriftlichung der Sprache und ermöglichte den Aufbau des ersten formellen Schulwesens in dieser Region.

Ab 1866 entwickelte sich Madagaskar unter der Leitung von John Engh, Niels Nilsen und Lars Dahle zum personell und finanziell größten Arbeitsfeld der NMS. Die norwegischen Missionare bauten ein weitreichendes Netzwerk auf, das neben Kirchen auch Lepra-Kolonien, Blindenheime, Druckereien und das theologische Seminar in Antsiranana umfasste. Dieser jahrzehntelange Einfluss war so prägend, dass aus der Arbeit der NMS die eigenständige Gassische Lutherische Kirche (Fiangonana Loterana Malagasy, FLM) hervorging. Mit heute über vier Millionen Mitgliedern zählt sie zu den größten lutherischen Kirchen weltweit.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verlagerte die NMS einen Teil ihrer Ressourcen nach Asien. Nach einem offiziellen Beschluss im Jahr 1899 ließen sich 1902 die ersten norwegischen Missionare, darunter J. A. O. Gotteberg, in der chinesischen Provinz Hunan nieder. Trotz der schweren politischen Umbrüche in der Region, wie dem Boxeraufstand und späteren kriegerischen Konflikten, errichtete die NMS dort Zentralkrankenhäuser und Schulen in Städten wie Changsha und Yiyang. Obwohl die ausländischen Missionskräfte Mitte des 20. Jahrhunderts infolge von repressiven Maßnahmen der Kommunistischen Partei Chinas und der Durchsetzung der staatlich gelenkten „Drei-Selbst-Bewegung“ das Land verlassen mussten, hinterließ die NMS nachhaltige Strukturen, die zur Entstehung der heutigen lokalen Kirchen beigetragen haben.

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