Vilborg Auður Ísleifsdóttir-Bickel (* 1945 in Reykjavík) ist eine isländische Historikerin.

Leben und Wirken Vilborg Auður Ísleifsdóttir-Bickel studierte Geschichte an der Universität von Reykjavík und der Universität Mainz. Im Jahr 1995 wurde sie in Mainz mit einer Arbeit über die Reformation in Island promoviert.Vgl. Vilborg Auður Ísleifsdóttir-Bickel: Die Einführung der Reformation in Island 1537–1565: die Revolution von oben. Frankfurt am Main 1996, S. 4 (Kurzbiografie im Klappentext).

In ihrer historischen Forschung widmet sie sich primär der Einführung der Reformation in Island im Zeitraum von 1537 bis 1565. Dabei beleuchtet sie insbesondere die kulturellen und wirtschaftlichen Folgen sowie die Herausforderungen der Kirchenordinanz von 1537 und der Armenfürsorge nach der Auflösung der Klöster. Ihre Forschungen werden in der internationalen Fachwelt als Quelle herangezogen.Vgl. etwa Guðni Th. Jóhannesson: The history of Iceland. Greenwood, Santa Barbara 2013, ISBN 978-0-313-37620-7.

Neben ihrer akademischen Arbeit engagiert sie sich seit den 1990er-Jahren im humanitären Bereich. Angesichts der Massenvergewaltigungen im Bosnienkrieg schloss sie sich in Wiesbaden den „Frauen in Schwarz“ an und gründete gemeinsam mit der Ärztin Helga Brenneis den Verein BISER („Träne“). Der Verein baute drei Frauenzentren in Sarajevo, Travnik und Tuzla auf, um kriegstraumatisierten Frauen und Opfern sexualisierter Gewalt durch medizinische, psychologische und juristische Hilfe sowie durch Alphabetisierungs- und Berufskurse eine Zukunftsperspektive zu geben.„Óskaplegt kvenhatur sem birtist“, Bericht auf mbl.is vom 29. Oktober 2022, abgerufen am 7. Juni 2026 (isländisch).

Ehrungen und Auszeichnungen 2011: Elisabeth-Norgall-Preis (für ihr Engagement im Verein BISER) 2021: Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (Verdienstkreuz am Bande) für ihren jahrzehntelangen Einsatz für bosnische Kriegsflüchtlinge und traumatisierte Frauen.„Zwei starke Frauen mit Bundesverdienstorden ausgezeichnet“, Pressemitteilung der Hessischen Staatskanzlei vom 28. Oktober 2021, abgerufen am 7. Juni 2026.„Bekanntgabe der Verleihungen vom 1. November 2021“, Bundespräsidialamt, abgerufen am 7. Juni 2026.

Schriften Die Einführung der Reformation in Island 1537–1565: Die Revolution von oben. Peter Lang, Frankfurt am Main 1996, ISBN 978-3-631-50001-9 (Zugleich Dissertation, Universität Mainz 1995). Siðbreytingin á Íslandi 1537–1565: Byltingin að ofan. Hið íslenska bókmenntafélag, Reykjavík 1997, ISBN 978-9979-804-98-7 (isländisch). Habenichtse und Landstreicher. Zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Armenfürsorge in Island und deren Zusammenbruch. In: Medium Aevum Quotidianum. Band 52, Krems 2005, S. 62–88 (Digitalisat als PDF). Byltingin að ofan. Stjórnskipunarsaga 16. aldar. Hið íslenska bókmenntafélag, Reykjavík 2013, ISBN 978-9979-66-287-7 (isländisch). Die Einführung der Reformation in Island 1537–1565: Die Geburt eines frühmodernen Staates. wbg Academic, Darmstadt 2021, ISBN 978-3-534-40429-2. The Revolution from the Top in Iceland 1537–1565: The Birth of an Early Modern State. 2025, ISBN 978-3-000-82823-2 (englische Übersetzung).

Einzelnachweise

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