Die Felsentaschenmaus (Chaetodipus intermedius) ist ein in den südwestlichen Vereinigten Staaten und im Norden von Mexiko verbreitetes Nagetier in der Gattung der Rauhaar-Taschenmäuse. Das Typusexemplar stammt von der Quelle Mud Spring im Mohave County in Arizona.
Taxonomie und Verbreitung Die Art bildet die Schwestergruppe zu den drei weichhaarigen Arten Große Wüstentaschenmaus, Chihuahua-Taschenmaus und Sinaloa-Taschenmaus (Chaetodipus pernix), die jedoch alle zur oben genannten Gattung gehören. Sie bilden zusammen eine Artengruppe, zu der auch die rauhaarigen Arten Schmalkopf-Taschenmaus (Chaetodipus artus), Goldman-Taschenmaus (Chaetodipus goldmani), Gestreifte Taschenmaus (Chaetodipus lineatus) und Nelson-Taschenmaus (Chaetodipus nelsoni) zählen. Fünf der beschriebenen Unterarten leben in Lavafeldern und haben schwarzes Fell. Studien haben gezeigt, dass der Austausch von Genen mit angrenzenden Populationen sehr hoch ist. Zukünftige Untersuchungen sollten zeigen, ob die Unterarten mit den Zusätzen ater, beardi und rupestris noch Bestand haben sollen oder ob sie als Synonyme der Nominatform gelten sollen.
Es werden acht Unterarten unterschieden: C. i. intermedius, lebt in der Sonora-Wüste in Arizona und im Bundesstaat Sonora in Mexiko sowie in der Chihuahua-Wüste in New Mexico, im westlichen Texas und im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua. C. i. ater, bewohnt ein Lavafeld nördlich und südwestlich der Stadt Carrizozo in New Mexico. C. i. beardi, ist aus einem nach Pedro Armendáriz benannten und im südlichen New Mexico liegenden Lavafeld bekannt. C. i. eninitus, hält sich in einem Gebiet im nördlichen Arizona und südlichen Utah auf, das mit der Hauptpopulation durch einen Korridor verbunden ist. C. i. lithophilus, lebt im Nordwesten des Bundesstaates Sonora. C. i. minimus, ist auf der zu Sonora zählenden Datil-Insel im Golf von Kalifornien endemisch. C. i. phasma, bewohnt ein kleines Gebiet im Südwesten von Arizona und Nordwesten von Sonora. C. i. rupestris, ist nur vom Afton-Lavafeld im südlichen New Mexico bekannt.
Merkmale Dieser mittelgroße Gattungsvertreter erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 73 bis 76 mm, eine Schwanzlänge von 84 bis 112 mm und ein Gewicht von 11 bis 20 g. Die Länge der Hinterfüße beträgt etwa 21 mm und die Ohren werden ungefähr 8 mm lang. In das borstige Fell der Oberseite sind einige Stacheln eingemischt, die schwarze Spitzen besitzen. Das oberseitige Fell hat meist eine dunkle graubraune Färbung und ein orangebraunes Band bildet die Grenze zur weißlichen Unterseite. Als Anpassung an die Umgebung sind die oberen Haare in Gebieten mit roten Erden rotbraun sowie in Lavafeldern schwarz. Auf dem Schwanz bilden aufrechte Haare einen Kamm und längere Haare an der Spitze sind zu einer Quaste geformt. Der diploide Chromosomensatz besteht aus 46 Chromosomen (2n=46).
In der Chihuahua-Wüste kommt die Art zusammen mit der Nelson-Taschenmaus vor. Verglichen mit dieser ist die Felsentaschenmaus kleiner. Sie hat weniger Stacheln am Hinterteil und die Sohlen der Hinterfüße sind abweichend weiß gefärbt. Die genannten Wüsten werden auch von anderen Gattungsmitgliedern bewohnt. Von diesen tragen die Bailey-Taschenmaus (Chaetodipus baileyi) und die Mexikanische Rauhaar-Taschenmaus Borsten, jedoch keine Stacheln. Bei der Chihuahua-Taschenmaus und der Großen Wüstentaschenmaus ist die Anzahl der rauen Haare gering.
Lebensweise Diese Taschenmaus bevorzugt wüstenartige Landschaften mit Felsen und Kies, wie breitere Erosionsrinnen und Canyons. Manche Populationen halten sich in Lavafeldern auf. Die Bailey-Taschenmaus bewohnt dagegen Regionen mit Steinen, die Klappersteinen ähneln und mit Sand gefüllten Zwischenräumen. Die Mexikanische Rauhaar-Taschenmaus ist eher im sandigen Grasland zu finden. Gewöhnlich sind verstreut Büsche oder Stauden der Gattungen Larrea, Melden, Prosopis oder Agaven vorhanden. Das nachtaktive Tier bewegt sich überwiegend in seinem Bau und kommt gelegentlich an die Oberfläche. Der einfach geformte Bau hat seinen Eingang oft an einem Stein oder einer Felsenkante. Im Grenzbereich zu sandigen Regionen wird die Art meist aus einem vorhandenen Bau von der Chihuahua-Taschenmaus vertrieben. Das kann sie durch ihre höhere Anpassungsfähigkeit kompensieren.
Bei der Nahrung dominieren Pflanzensamen von Sträuchern, Gräsern und Kräutern, die mit grünen Pflanzenteilen und Insekten komplettiert werden. Auf dem Wege zur Vorratskammer im Bau wird die Nahrung in den innen mit Fell ausgerüsteten Backentaschen transportiert. Der Flüssigkeitsbedarf wird durch die Nahrung und durch Prozesse bei der Verdauung gedeckt. Südliche Populationen sind vermutlich das ganze Jahr aktiv und im Norden kann zeitweilig zwischen November und Dezember ein torpider Zustand eingenommen werden. Die Felsentaschenmaus hält sich außerhalb des Baus meist im Schutz eines größeren Gewächses oder eines Felsens auf. Das Nagetier kann bei Minusgraden zwei Stunden aktiv sein. Je nach Nahrungsangebot bewohnen 10 bis 58 Exemplare einen Hektar.
Die Fortpflanzungszeit reicht von Februar bis Juli, wobei die meisten Nachkommen im Juni geboren werden. Nach etwa 30 Tagen Trächtigkeit kommen bis zu sieben Neugeborene vor. Bei guten Bedingungen können sich im Frühjahr geborene Weibchen später im selben Jahr fortpflanzen.
Gefährdung Für den Bestand sind keine Bedrohungen bekannt. Das Tier hat ein großes Verbreitungsgebiet und die Gesamtpopulation nimmt, wenn überhaupt, nur geringfügig ab. Die IUCN listet die Felsentaschenmaus als nicht gefährdet (least concern).
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Einzelnachweise
Kategorie:Taschenmäuse