mini|Ein Dutch-Spiel mit vier Spielern, einem Nachziehstapel und einem Ablagestapel Dutch ist ein Kartenspiel, mit dem Ziel, so wenig Punkte wie möglich zu haben. Es ist unter vielen anderen Namen, wie Tamalou, Cabo, Kabou, Gabo, Kobo, Golf, Cactus, Buffalo, Vlikri, Kokolo, Uhuaha, Gartwala oder Glouglou bekannt. Mit seinen einfachen Regeln fordert es das Gedächtnis der Spielenden heraus und ist mit seinen schnellen Spielzügen ein sehr beliebtes Spiel. Durch viele verschiedene Varianten und Hausregeln bietet Dutch große Abwechslung.
Ziel des Spiels Das Ziel des Spiels ist es, jede Runde so wenig Punkte wie möglich zu erzielen. Dabei werden die Punkte nach jeder Runde zusammengezählt. Hat eine Spielerin oder ein Spieler 100 Punkte erreicht endet das Spiel und die Person mit den wenigsten Punkten gewinnt.
Wie bei vielen traditionellen Kartenspielen üblich, kann auf das Notieren von Punkten verzichtet werden. Wird auf diese Weise gespielt, beginnt die Person, welche die aktuelle Runde gewonnen hat, die nächste Partie.
Spielregeln
Material Dutch wird mit französischem Kartenblatt mit 52 Karten gespielt. Die Spieleranzahl ist dabei erweiterbar in dem weitere Kartendecks hinzugefügt werden.
Das Spiel kann wahlweise ohne Joker gespielt werden.
Vorbereitung Die austeilende Person teilt pro Person zwei Karten im Uhrzeigersinn aus, diese können sich die Spielenden vor der ersten Spielrunde im Geheimen anschauen und merken. Danach werden weitere zwei Karten ausgeteilt, diese bleiben jedoch verdeckt. Die Spielerinnen und Spieler können ihre Karten frei vor sich positionieren, wichtig ist nur, dass für die anderen Spielerinnen und Spieler klar zuordenbar ist, welche Karten bereits gesehen worden sind. Die Karten dürfen danach nicht mehr verschoben werden Die restlichen Karten bilden den Nachziehstapel. Dieser wird so gelegt, dass alle Spielenden ihn gut erreichen können. Daneben entsteht dann der Ablagestapel mit der ersten abgelegten Karte.
Ein Spielzug Bei einem Spielzug wird eine Karte entweder vom Nachzieh- oder vom Ablagestapel gezogen. Für die Verwendung dieser Karte stehen anschließend zwei verschiedene Aktionen zur Auswahl:
Die Karte wurde vom Nachziehstapel gezogen: Der oder die Spielende tauscht eine der vor sich liegenden Karten mit der gezogenen Karte aus. Der oder die Spielende legt die Karte direkt auf den Ablagestapel und führt die Aktion der Karte aus, siehe Tabelle Die Karte wurde vom Ablagestapel gezogen. Der oder die Spielende muss eine der vor sich liegenden Karten mit der gezogenen Karte austauschen. Während des gesamten Spielzuges darf nur eine Hand verwendet werden.
Ende einer Runde Glaubt die Person, die am Zug ist, die wenigsten Punkte zu haben, ruft sie vor ihrem Zug „Dutch!“ (oder „Tamalou!“, „Cabo!“ etc.). Dies beendet den Zug und leitet die letzte Runde ein. Alle Spielenden haben noch eine Zugmöglichkeit. Ist die Person, die „Dutch“ gerufen hat, an der Reihe, endet das Spiel.
Die letzte Runde wird ebenfalls eingeleitet, sobald eine Person keine Karten mehr in der Auslage hat.
Alle Spielenden decken nun ihre Karten auf und zählen den Wert ihrer Karten zusammen.
Es gewinnt die Person die am wenigsten Punkte hat. Bei Punktegleichstand gilt folgende Rangfolge: Die Person mit mehr Karten Die Person die „Dutch“ gerufen hat Hat keine der beiden Personen gerufen, gibt es ein Unentschieden
Die Person links von dem Gewinner beginnt in der nächsten Runde.
Der Spieler der „Dutch“ gerufen hat, schreibt die wenigsten Punkte, nämlich 0. Falls eine Punktegleichheit mit jemanden anderen besteht, gewinnt die rufende Person.
Hat der Rufende nicht den niedrigsten Kartenwert, schreibt dieser den doppelten Wert seiner Karten.
Die restlichen Spielenden schreiben die Summe ihrer Kartenwerte auf.
Wird ohne Punkte gespielt, beginnt die Person, die gewonnen hat, in der nächsten Runde.
Zahlenwerte der Karten und Funktion +KarteWertFunktion beim AblegenJoker0 -Ass12–6Zahl auf der Karte (2–6)77Eigene Karte anschauen8899Karte einer mitspielenden Person anschauen1010Bube11Zwei Karten zwischen zwei Spielenden verdeckt tauschenDame12Eine Karte von sich selbst und einer anderen spielenden Person anschauen und optional tauschenSchwarzer König (Pik, Kreuz)13 -Roter König (Karo, Herz) −1 -
Karten werfen Ein zentrales Element des Spiels ist die Möglichkeit, jederzeit eine Karte zwischenzuwerfen.
Diese Regel erlaubt es, jederzeit eine eigene oder fremde Karte auf den Ablagestapel zu legen. Zeigt diese Karte dieselbe Zahl wie die oberste Karte des Ablagestapels, war der Zwischenwurf erfolgreich.
Dabei wird unterschieden, woher die Karte stammt:
Eigene Karte: Wer erfolgreich eine eigene Karte abwirft, reduziert die Anzahl der Karten in der eigenen Auslage um eins. Fremde Karte: Wer erfolgreich eine fremde Karte abwirft, darf dieser Person eine eigene Karte verdeckt in die Auslage legen.
Wird eine falsche Karte geworfen, wird die Karte zurückgenommen und eine Strafkarte vom Nachziehstapel gezogen.
Wollen mehrere Personen gleichzeitig zwischenwerfen, gilt: Wer die Karte schneller auf den Ablagestapel legt bzw. sie einer anderen Person schneller wegnimmt, hat Vorrang. Wer zu langsam war, geht leer aus und muss, wie bei einer falschen Karte, eine Strafkarte ziehen.
Nachdem eine Karte geworfen wurde, darf die werfende Person beliebig viele weitere Karten werfen.
Variationen Variationen der Kartenwerte Bube und Dame werden häufig auch beide mit 10 oder je 11 und 12 Punkten gezählt. Rote Könige (Herz, Karo): 0 Pkt. (mitunter auch −1 oder −2). Schwarze Könige (Pik, Kreuz): 13, 15 oder 20 Punkte (auch in Kombination wo der Schwarze König −1 und der Rote König −2). Joker: −1 oder −2 Punkte.
Variation des Spielendes Das Callen bedeutet das Ende des Spiels („Dutch!“, „Cabo!“, „Tamalou!“) auch hier gibt es viele verschiedene Variationen
Punktebedingung: In einigen Versionen, wie z. B. bei „Tamalou“, darf ein Spieler das Ende der Spielrunde nur dann ansagen, wenn sein Punktestand unter einem bestimmten Schwellenwert liegt (zum Beispiel 5 Punkte). Strafen: Ein fehlerhafter Aufruf wird fast immer bestraft. Der Spieler, der zu Unrecht angesagt hat, erhält in der Regel die Summe seiner Punkte plus eine Strafgebühr (oft 10 oder 20 Punkte), oder muss seine Punktzahl verdoppeln. Die anderen Spieler erhalten in diesem Fall 0 Punkte. Das „Konter-Dutch“: Eine Regel erlaubt es einem Spieler, „Contre-Dutch!“ zu erklären, wenn er glaubt, einen besseren (niedrigeren) Punktestand zu haben als derjenige, der „Dutch!“ angesagt hat. Die Einsätze sind dann für beide Spieler höher. Sonderfall „Kamikaze“: Wenn ein Spieler die Runde mit einer Hand beendet, die ausschließlich aus den stärksten Karten besteht (zum Beispiel zwei Damen und zwei Könige), gewinnt er die Runde mit 0 Punkten und alle seine Gegner werden mit einer sehr hohen Punktzahl (50 Punkte) bestraft.
Namen und Ursprung
Namen und Varianten Das Spiel ist unter einer großen Anzahl an Namen bekannt die unter dem gleich Spielprinzip funktionieren. Die häufigste Bezeichnung sind Dutch, Tamalou, Cabo, Kabou und Golf. Es lassen sich aber auch noch andere Namen wie Kobo, Cactus, Gabo, Marmotte. oder lokale Bezeichnungen wie Dutch Toulousain ou Cabo bruxellois. Der Name Dutch Blitz ist eine kommerzialisierte Version mit leicht unterschiedlichen Regeln.
Etymologie Das Wort Dutch hat keinen eindeutigen Ursprung. Eine in Polen verbreitete Variante wird als „Dacz“ bezeichnet, jedoch ohne konkreter Bedeutung. Vermutlich kommt dieser aus dem Englischen „Dutch“ oder dem Russischen Wort „дача“.
Ursprünge Die genauen Ursprünge des Spiels sind unbekannt. Häufig wird ein möglicher niederländischer Ursprung genannt wegen des Namens „Dutch“.
Ein anderer möglicher Ursprung ist das Spiel „Golf“ welches in der Anglosphäre gespielt wird. Auch möglich ist ein Ursprung aus dem Mittleren-Osten aufgrund des Namens „Tamalou“.
Kommerzielle Adaptionen Der Erfolg und die flexiblen Regeln von Dutch haben viele Gesellschaftsspiele inspiriert:
Cabo: eine formalisierte Version der Kartenfähigkeiten mit vielen Editionen. Skyjo: auch wenn es visuell sehr unterschiedlich ist, basiert das Spiel auf dem gleiche Grundprinzip: sammle so wenig Punkte wie möglich mit nur eingeschränktem Wissen über die Karten im Spiel. Gang des Castors: Ähnlich wie das Kartenspiel Golf teilt es zahlreiche Ähnlichkeiten mit Dutch. 5 ou Moins: eine überarbeitete und strategische Version von Dutch/Tamalou. Dutch Blitz: Ein blitzschnelle humorvolle Variante, bei der Spieler versuchen, ihre Kartenstapel so schnell wie ein „Blitz“ vor den anderen Spielern auf die Tischmitte zu leeren.
Einzelnachweise
Kategorie:Kartenspiel