mini|Karl Bergbohm Karl Magnus Bergbohm (* 18. September 1849 in Riga (Russisches Kaiserreich); † 12. November 1927 in Bonn) war ein deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer.Dietrich Lang-Hinrichsen: Bergbohm, Karl Magnus. In: Neue Deutsche Biographie, Bd. 2 (1955), S. 77; Bergbohm, Carl Magnus. In: Marburger Professorenkatalog (mit Foto, beides abgerufen am 22. Juni 2026).

Leben und Wirken Karl Bergbohm studierte nach seinem Schulbesuch in Riga ab 1867 zunächst Astronomie, dann ab 1869 Rechtswissenschaft an der Universität Dorpat, 1875/76 an den Universitäten Berlin und Leipzig und legte 1876 in Dorpat die Magisterprüfung für Staats- und Völkerrecht ab. Ebenfalls 1876 habilitierte er sich an dieser Universität und lehrte dort bis 1893, teils als Privatdozent, teils als Verwalter einer Professorenstelle. 1880 erhielt er das Reisestipendium der Robert-Heimbürger-Stiftung. Von 1882 bis 1884 arbeitete er außerdem als Syndikus der Universität. 1884 erfolgte seine Promotion zum Dr. jur.

Im Zuge der zunehmenden Russifizierung der Universität entschloss er sich, Dorpat zu verlassen. 1893 übernahm er eine außerordentliche Professur an der Universität Marburg/L. und 1895 ein Ordinariat an der Universität Bonn.Bergbohm, Karl Magnus. In: Otto Wenig (Hrsg.): Verzeichnis der Professoren und Dozenten der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn 1818-1968. Bouvier, Bonn 1968, S. 19. 1901 wurde Bergbohm zum Geheimen Regierungsrat ernannt und 1918 emeritiert. Er beschäftigte sich vor allem mit Staats- und Völkerrecht sowie mit der Rechtsphilosophie und der Kritik des Naturrechts.

Sein Sohn war der Jurist und Ministerialbeamte Max Bergbohm.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Staatsverträge und Gesetze als Quellen des Völkerrechts. Mattiesen, Dorpat 1877 (= Magisterarbeit an der Universität Dorpat). Abwehr gegen "Ein Wort über die Jurisprudenz und das juristische Studium der Gegenwart". Deubner, Riga 1878. (Übers. aus dem Russischen): Fedor Fedorovič Martens / Traité du droit international. Drei Bände. Marescq, Paris 1883–1887. Die bewaffnete Neutralität 1780–1783. Eine Entwicklungsphase des Völkerrechts im Seekriege. Puttkammer & Mühlbrecht, Berlin 1884 (= Dissertation Universität Dorpat). Jurisprudenz und Rechtsphilosophie. Kritische Abhandlungen. Bd. 1: Einleitung. Das Naturrecht der Gegenwart. Duncker & Humblot, Leipzig 1892 (mehr nicht erschienen). Theorie des Völkerrechts. Duncker & Humblot, Berlin 1901. (mit Arnold Wagemann): Das Gesetz über den Verkehr mit Grundstücken vom 10. Februar 1923 mit den Ausführungsbestimmungen an Hand der amtlichen Begründung und sonstigen Gesetzesmaterialien (= Stilkes Rechtsbibliothek, Bd. 17). Stilke, Berlin 1923.

Festschrift

Festgabe der Bonner Juristischen Fakultät für Karl Bergbohm zum 70. Geburtstag. Marcus & Weber, Bonn 1919.

Literatur

Rüdiger Kass: Karl Bergbohms Kritik der Naturrechtslehre des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Diss. Universität Kiel 1972. Thomas F. Kremer: Die "wissenschaftliche Rechtsphilosophie" Carl Magnus Bergbohms. Versuch einer analytisch-kritischen Rekonstruktion (= Studien zum internationalen, europäischen und öffentlichen Recht, Bd. 10). Lang, Frankfurt/M. 2001, ISBN 3-631-37965-X.

Einzelnachweise

Kategorie:Rechtswissenschaftler (19. Jahrhundert) Kategorie:Rechtswissenschaftler (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Kaiserliche Universität Dorpat) Kategorie:Hochschullehrer (Philipps-Universität Marburg) Kategorie:Hochschullehrer (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn) Kategorie:Deutsch-Balte Kategorie:Geboren 1849 Kategorie:Gestorben 1927 Kategorie:Mann Kategorie:Geheimer Regierungsrat