Klaas Bouma (* 2. April in 1914 in Lippenhuizen; † 25. September 1944 im Durchgangslager Westerbork) war ein niederländischer Maler, Zeichenlehrer und Widerstandskämpfer gegen die deutsche Besetzung der Niederlande während des Zweiten Weltkriegs.
Biographie Klaas Bouma war ein Sohn von Jitske Klazema und dem Schneider Pier Bouma. Er studierte in Den Haag. Im Jahr 1942 heiratete er Siemtje „Sien“ Wubbena (1917–1999). Seine Frau Sien war eine Tochter des Schuhmachers Eltje Wubbena (1885–1944). Die Eheleute lebten in Groningen. Bouma arbeitete als Zeichenlehrer an der dortigen technischen Sekundarschule, betätigte sich als Maler und Kunsthändler.
Ab 1942 war Bouma im Widerstand als Fälscher von Dokumenten für die Widerstandsbewegung Ordedienst aktiv. Sein Deckname war „Gekke Gerrit“ („verrückter Gerrit“).
Der Groninger Metzger Pieter Wichers hatte den deutschen Gestapo-Beamten Robert Lehnhoff mit Fleisch beliefert, aber Lehnhoff blieb ihm 500 Gulden schuldig. Lehnhoff sagte ihm die Zahlung zu, wenn Wichers im Gegenzug für den SD unter seiner Kundschaft „die Ohren aufhalte“.Brinks, Het Scholtenhuis. 2, S. 109. Nachdem Klaas Bouma Wichers gebeten hatte, ihm auf gefälschten Lebensmittelmarken Fleisch für untergetauchte Menschen zu besorgen, gab dieser seine Informationen an den SD-Mitarbeiter Josef Kindel weiter, soll Bouma aber auch gewarnt haben. Am 15. September 1944 wurde Bouma mit der zufällig anwesenden Kurierin Jantje Woldendorp von Gestapo-Angehörigen – Josef Kindel, Evert Drost und Pieter Johan Faber – im Haus seines Schwiegervaters Eltje Wubbena festgenommen. Faber erschoss Wubbena noch vor Ort im Rahmen des „Niedermachungsbefehls“, da dieser Bouma bei sich versteckt hatte.Brinks, Het Scholtenhuis. 1, S. 70. Nach dem Krieg gestand Faber diesen Mord, gab aber an, auf Befehl von Lehnhoff gehandelt zu haben.
Zehn Tage später wurde der 30-jährige Bouma in einem Wald am Lager Westerbork zusammen mit elf Mitgefangenen hingerichtet. Er wurde im Krematorium des Lagers eingeäschert. Am 2. November 1945 fand auf dem Friedhof Esserveld in Groningen eine symbolische Beisetzung im Feld S statt. Er wurde posthum mit dem Verzetsherdenkingskruis (Widerstandsgedenkkreuz) geehrt. Boumas Name erscheint auf einem Gedenkstein auf dem Gelände der Hanzehogeschool Groningen und auf dem 1948 enthüllten Kriegsmahnmal Esserveld. Jantje Woldendorp überlebte das Kriegsende.
Pieter Wichers wurde nach dem Krieg von der „Bijzondere Rechtspleging“ (einer Sondergerichtsbarkeit in den Niederlanden nach dem Zweiten Weltkrieg) des Verrats für schuldig befunden und am 2. Juni 1947 – als erster NS-Täter in Groningen – hingerichtet. Mehr als 40 Verhaftungen durch die Deutschen sollen auf sein Konto gegangen sein, mindestens drei dieser Menschen wurden getötet. Er war ein überzeugter Antisemit, verriet aber nicht nur jüdische Untergetauchte, sondern auch Widerständler, darunter den Buchhändler Godert Walter und seine eigene Haushälterin.Brinks, Het Scholtenhuis. 2, S. 110. Der zweite Mann, der in Groningen exekutiert wurde, war Pieter Johan Faber am 10. Juli 1948.Brinks, Het Scholtenhuis. 2, S. 155/56. Lehnhoff und Drost wurden ebenfalls hingerichtet, Kindel kam nach seiner Verhaftung unter ungeklärten Umständen im Gefängnis zu Tode.
Literatur
Einzelnachweise
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