mini|Ole Rømer Aagaard Sandberg Ole Rømer Aagaard Sandberg, später auch Ole Storhamar Sandberg (geb. 29. September 1831 in Stavanger; gest. 9. Dezember 1899 in Vang), war ein norwegischer Landwirt, Grundbesitzer und prominenter Akteur in Debatten der norwegischen Agrarpolitik.

Leben Sandberg wuchs in Stavanger auf, legte dort 1848 das Examen an der Lateinschule ab und begann anschließend ein Studium an der Universität von Christiania, wo er 1854 das theologische Embetseksamen erwarb und als Hauslehrer auf Herrenhof Rød für Peter Martin Anker arbeitete.Sverre Sandberg, Johannes Sandberg: Slekten Sandberg. Oslo, 1960, S. 97–99 Eine Priestertätigkeit nahm er nie auf, sondern lebte für einige Zeit in Südfrankreich in Nizza, was ihm aufgrund seiner Lungenerkrankung empfohlen worden war. Die gleichen Empfehlungen führten auch zur Aufgabe seiner Arbeit als Lehrer nach seiner Rückkehr nach Norwegen, so dass er schließlich mit Hilfe des geerbten Geldes seiner Frau (Ingerine Susanne Sandberg, geborene Peterson) 1857 den Bauernhof Freberg in Furnes erwarb und diesen bis 1862 bewirtschaftete. Von 1862 bis 1866 verwaltete er das große Gut Elingård in Onsøy, das der Firma seiner Schwiegereltern, M. Peterson & Søn in Moss, gehörte. 1866 kaufte er das Gut Hol und 1876 Gut Storhamar in Vang, wo er bis zu seinem Tod lebte. Mit Freberg, Hol und Storhamar besaß er drei der größten Höfe in Hedmark, die er alle noch erheblich erweiterte.

Sandberg investierte unter anderem in die Pferdezucht, vor allem aber in Rinderhaltung. Er war überzeugt, die lokalen Telemark-Rassen seien die geeignetsten und baute eine Herde auf, die mehrere Auszeichnungen erhielt und großen Einfluss auf die Züchter im Bezirk Hamar ausübte. Er warnte vor der Einführung von Zöllen auf Agrarprodukte. Probleme in der Landwirtschaft müssten „durch privates Unternehmertum“ und durch Ausbildung der Landwirte gelöst werden, für die er sich stark einsetzte, unter anderem im Vorstand der höheren Landwirtschaftsschule in Ås und er forcierte 1896 die Gründung einer gemeinsamen Einkaufsgenossenschaft in Austlandet.

Sandberg gehörte dem Gemeinderat von Vang an und war einige Jahre Bürgermeister. Er kandidierte nie für ein Parlamentsmandat und engagierte sich kaum im politischen Leben, war aber mehrfach Vararepresentant der Provinz Hedmark im Storting. 1882 erhielt er die Kong-Oscar-II-Medaille für Verdienste in der norwegischen Landnutzung und wurde 1890 zum Ritter des St.-Olav-Ordens ernannt.

Verwandtschaft und Name Ole Rømer Aagaard Sandberg trägt den gleichen Namen wie sein Großvater, der Propst Ole Rømer Aagaard Sandberg und sein Onkel, der Psychiater Ole Rømer Aagaard Sandberg. Auch sein Sohn, der Offizier und Abgeordnete Ole Rømer Aagaard Sandberg und sein Enkel, der Politiker Ole Rømer Aagaard Sandberg sind namensgleich.

Schriften Om Fattigdommen, Vortrag an der Sagatun Volkshochschule, 1869

Weblinks Ole Rømer Aagaard Sandberg (1831–1899) in Store norske leksikon

Einzelnachweise

Kategorie:Agrarökonom Kategorie:Agrarpolitiker Kategorie:Träger des Sankt-Olav-Ordens (Ritter) Kategorie:Politiker (19. Jahrhundert) Kategorie:Norweger Kategorie:Geboren 1831 Kategorie:Gestorben 1899 Kategorie:Mann