Astrid Linder (* 1959) ist eine schwedische Professorin für Verkehrssicherheit am Schwedischen Nationalen Straßen- und Verkehrsforschungsinstitut (VTI). Sie ist bekannt für die Entwicklung des ersten Crashtest-Dummys, der dem weiblichen Körper nachempfunden ist.

Studium und Werdegang Astrid Linder erwarb ihren Master of Science in Ingenieurphysik an der Technischen Hochschule Chalmers und promovierte dort im Jahr 2002 im Maschinenbau im Bereich Verkehrssicherheit.

Linder ist Professorin für Verkehrssicherheit am Schwedischen Nationalen Straßen- und Verkehrsforschungsinstitut (VTI), Lehrbeauftragte an der Technischen Hochschule Chalmers, außerordentliche Professorin an der Monash University in Australien und Gastprofessorin der FIA-University.

Unter anderem koordinierte sie von 2018 bis 2022 das Projekt virtual, das unter anderem darauf zielte, Open-Access-Protokolle für virtuelle Tests zu entwickeln, die die Sicherheit von Verkehrsteilnehmern verbessern.

Forschungsschwerpunkte Zu Linders Forschungsschwerpunkten zählen die Verkehrssicherheit, Dummys für Crashtests, Verletzungsprävention und Maßnahmen zur Unfallprävention. Sie setzt sich dafür ein, den Schutz im Falle eines Aufpralls sowohl für Männer als auch für Frauen zu bewerten. In diesem Zusammenhang weist Linder darauf hin, dass die Vorschriften der UNECE im Rahmen der Typgenehmigungsprüfungen in Europa für die technischen Prüfungen die Verwendung eines Modells eines durchschnittlichen Mannes vorschreiben. Daneben werde als Modell einer Frau lediglich ein auf das Alter von 12 bis 13 Jahren heruntergerechnetes Modell eines Mannes verwendet. Dieses unterscheidet sich jedoch im Hinblick auf Eigenschaften wie die Körpermaße, den Körperschwerpunkt und die Muskelkraft deutlich von der weiblichen Bevölkerung. Präzisere Modelle sollen die geschlechtsspezifische Verzerrung bei Fahrzeugsicherheitstests verringern und allgemein mehr Menschen vor Verletzungen schützen.

Im Jahr 2012 entwickelte Linder im Rahmen einer Zusammenarbeit von Volvo, Chalmers und europäischen Partnern das mathematische Crashtest-Dummy-Modell „EvaRID“ einer durchschnittlichen Frau, das in virtuellen Tests zur Bewertung des Schleudertrauma-Risikos bei Heck-Auffahrunfällen eingesetzt werden kann.

In einem Team von Mats Svensson arbeitete sie an einem physischen Prototyp „BioRID 50F“, der in Bezug auf die Steifigkeit der Brust- und Lendenwirbelsäulengelenke noch am männlichen Modell orientiert war. Hierauf aufbauend entwickelte Linder mit einem Forscherteam den Crashtest-Dummy „Eva“, der als der erste auf die Durchschnitts-Frau angepassten Crashtest-Dummy weltweit gilt.

Für ein von der EU gefördertes Projekt entwickelte sie mit ihrer Arbeitsgruppe sowohl ein mathematisches als auch ein physikalisches Modell einer durchschnittlichen Frau und eines durchschnittlichen Mannes. Eine weibliche Version (SET 50F) und eine männlichen Version (SET 50M) hiervon sollen der Evaluierung bestimmter Auto-Komponenten – insbesondere der Autositze – im Hinblick auf das Schleudertrauma dienen.

Auszeichnungen 2014: EU Champions of Transport Research Road 2014: EU Champions of Transport Research Overall Winner Transport 2015: U.S. Government Award for Safety Engineering Excellence 2015: Volvo Research and Educational Foundations Håkan Frisinger Award 2023: 100 Women (BBC) 2023: WOW (Woman of Worth) Award, verliehen durch Women’s Worldwide Car of the Year 2025: Forbes Global 50 Over 50

Veröffentlichungen (Auswahl)

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Einzelnachweise

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